Update am Morgen:Aufbruch ins Ungewisse
von Daniel Pontzen
Quelle: ZDF
Guten Morgen,
es gab, wenn man so will, zwei vergleichsweise gute Nachrichten für Johann Wadephul gestern vor dem Abflug. Die erste: Sein Gesprächspartner am Zielort Washington, Marco Rubio, gilt dort als "the adult in the room". Sprich: Im (diplomatisch formuliert) extravaganten Umfeld des US-Präsidenten genießt Rubio den Ruf des Vernünftigen.
Bloß: Selbst dieser Marco Rubio hat zuletzt wenig Zweifel daran gelassen, dass die USA Grönland, nun ja, haben wollen. Man plane, Grönland zu kaufen. Dass die Insel weder bei Amazon, Walmart oder sonst irgendwo erhältlich ist, schien egal. Denn, so schwang mit, das sei ja immer noch die deutlich höflichere Variante als eine militärische Aneignung. Soweit die Ausgangslage.
ZDF-Korrespondent Kynast berichtete vor dem Abflug, was den Außenminister in Washington erwartet.
11.01.2026 | 1:06 minNatürlich ist all das ein bei Trump altbekanntes Muster: Maximalforderungen stellen, Worst-Case-Szenarien androhen, um dann am Ende mit einem schicken Deal über die Ziellinie zu gehen. Doch anders als etwa bei Zollverhandlungen geht es hier nicht um ein paar Prozentpunkte in die eine und/oder andere Richtung. Es geht um die Frage, ob die USA ihr "Star-Spangled Banner" in den vereisten grönländischen Boden rammen - ja oder nein.
Der Kompromissvorschlag der Nato-"Partner", die US-Präsenz in dem ressourcenreichen und geostrategisch wichtigen Eiland massiv zu stärken, um dort gemeinsam russischen und chinesischen Ansprüchen entgegenzutreten, schien Washington bislang explizit nicht auszureichen. Wadephul bekräftigte vor seiner Abreise, er habe sich mit diversen Partnern abgestimmt. Ob er aber ein substanzielles Angebot an Rubio im Gepäck hat, das über die bisherigen Appelle hinausgeht, blieb offen.
Zudem wird man über die Entwicklung in Iran sprechen. Dass Trump auch hier eine militärische Intervention erwägt, kann man als deutscher Außenminister einerseits - Stichwort Völkerrecht - wohl nicht so einfach gutheißen. Andererseits - mit Blick auf das Henkerregime in Teheran - auch nicht so einfach verurteilen. Wie schwer es daher ist, eine klare Position zu formulieren, war gestern in "Berlin direkt" zu beobachten.
11.01.2026 | 2:50 min
Mein Kollege Andreas Kynast begleitet Wadephul nach Washington, gestern Nachmittag hob der Flieger ab, zunächst zu einem Zwischenstopp in Island. Die Witterungsbedingungen dort: nicht kälter als zuvor in Berlin. Und, das ist die zweite - zugegebenermaßen kleine - gute Nachricht: In der US-Hauptstadt erwartet die Reisegruppe heute strahlender Sonnenschein, bei bis zu neun Grad. Das zumindest, kann also heiter werden.
Ihnen einen guten Start in die Woche!
Ihr Daniel Pontzen, Korrespondent im ZDF-Hauptstadtstudio
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Quelle: Imago Images/Peter Seyfferth
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Gesagt
Ich glaube nicht, dass Not die Mutter der Erfindung ist - Erfindungen entstehen meiner Meinung nach direkt aus Müßiggang, möglicherweise auch aus Faulheit. Um sich selbst Mühe zu ersparen.
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Heute früh fällt erst Schnee, dann Regen. Dadurch besteht verbreitet erhöhte Glatteisgefahr, teils unwetterartig. Die Höchstwerte liegen zwischen minus vier und plus neun Grad. Den aktuellen Wetterbericht der ZDF-Meteorologen finden Sie hier im Video.
Quelle: ZDF
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