US-Präsident lässt Gesprächsthema offen:Trump: "Iran hat angerufen, sie wollen verhandeln"
US-Präsident Donald Trump hat laut eigenen Angaben einen Anruf von der iranischen Führung erhalten. Teheran wolle verhandeln, sagte er am Sonntag - worüber genau, ist noch unklar.
Laut US-Präsident Donald Trump ist ein Treffen mit Vertretern der iranischen Führung möglich.
Quelle: APIran hat die USA nach Angaben von Präsident Donald Trump um neue Verhandlungen gebeten. Die iranische Führung habe ihn am Samstag angerufen, sagte er an Bord des Regierungsflugzeugs Air Force One vor Journalisten und weiter:
Iran will verhandeln.
US-Präsident Donald Trump
Man werde sich vielleicht mit Vertretern Irans treffen, ein Treffen werde vorbereitet. Angesichts dessen, was im Iran passiere, müssten die USA allerdings vielleicht auch vor einem Treffen handeln, sagte Trump mit Blick auf die anhaltenden Proteste.
Demonstrierende spürten durch Trumps Androhung die „Verletzlichkeit autoritärer Systeme“, sagt Azadeh Zamirirad, Iran-Expertin der Stiftung Wissenschaft und Politik.
10.01.2026 | 4:06 minSie seien es leid, von den USA geschlagen zu werden, sagte er - wohl mit Blick auf die israelischen Angriffe auf das iranische Nuklearprogramm, an denen sich im vergangenen Jahr auch das US-Militär beteiligt hatte.
Trump lässt Gesprächsthema offen - prüft "drastische Optionen"
Eine Journalistin fragte Trump im Flugzeug zunächst, ob der Iran möglicherweise erneut mit den USA über sein umstrittenes Atomprogramm verhandeln wolle.
Im Anschluss fragte sie allerdings allgemein danach, ob der Iran verhandeln wolle. Trump führte in seiner Antwort nicht aus, worüber genau Iran mit den USA Gespräche führen möchte.
"Es ist das gemeinsame Ziel der Israelis und der USA zu verhindern, dass Iran in den Besitz einer Atomwaffe kommt", sagt ZDF-Korrespondent David Sauer in Washington.
14.06.2025 | 2:24 minGleichzeitig erklärte Trump auf seinem Rückflug von Florida vor Reportern, dass das Militär und seine Regierung "einige sehr drastische Optionen" für ein Eingreifen im Iran prüften. "Wir nehmen das sehr ernst", sagte Trump.
Indirekte Atomgespräche und Warnungen an Teheran
Vor den Angriffen in Iran im vergangenen Jahr hatten Vertreter Teherans mit dem US-Sondergesandten Steve Witkoff in indirekten Gesprächen über das umstrittene iranische Atomprogramm verhandelt.
Trump hatte Teheran zuletzt angesichts der Proteste immer wieder vor der Tötung von Demonstranten gewarnt. "Ich habe ihnen mitgeteilt, dass wir sie hart bestrafen werden, falls sie anfangen, Menschen zu töten, was sie während ihrer Unruhen, die ja häufig vorkommen, gerne tun", sagte er etwa in einer am Donnerstag veröffentlichten Podcast.
"Es ist ein Irrtum zu glauben, man könnte den Iran mit einigen Militärschlägen in die Knie zwingen", sagt der Politik- und Islamwissenschaftler Michael Lüders (BSW).
14.06.2025 | 5:11 minProteste im Iran: Hunderte Tote und Tausende Festnahmen
Seit Beginn der Proteste gegen die iranische Führung vor zwei Wochen sind nach Angaben des in den USA ansässigen Menschenrechtsnetzwerks Human Rights Activists News Agency (HRANA) bislang mehr als 500 Menschen getötet worden. Die tatsächliche Opferzahl sei womöglich noch deutlich höher.
Mehr als 10.600 Menschen wurden im Iran laut HRANA bisher festgenommen. Die Organisation stützt sich auf ein Netzwerk von Aktivisten innerhalb des Irans. Die iranische Regierung hat bisher keine offiziellen Opferzahlen genannt.
Um den Protestierenden zu helfen, müsse Deutschland mehr tun, um den Druck auf das Regime zu erhöhen, sagt Omid Nouripour. Die Revolutionsgarden gehörten auf die EU-Terrorliste.
11.01.2026 | 7:36 minUnabhängig ließen sich die Zahlen von HRANA nicht überprüfen, weil im Iran das Internet abgeschaltet und Telefonverbindungen unterbrochen wurden. Beobachter im Ausland fürchten, dass der Iran die Sperre nutzt, um die Proteste brutal niederzuschlagen - so wie auch bei früheren Protestwellen.
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