Protestbewegung in Iran:Wadephul lässt militärisches Vorgehen offen
von Stefanie Reulmann
Außenminister Wadephul verurteilt das Vorgehen des Regimes in Iran. Zu einer möglichen militärischen Intervention Deutschlands äußert er sich im ZDF nicht.
Das Regime in Teheran sei "ein Gewaltregime", sagt Außenminister Wadephul. Was dort geschehe, "an Unterdrückung des Volkes, an Misshandlung von Menschen, ist inakzeptabel", betont er im ZDF.
11.01.2026 | 2:50 minSeit Tagen halten die Proteste in Iran gegen die autoritäre Staatsführung an. Der Grund: die Wirtschaftskrise im Land. Menschenrechtsorganisationen zufolge könnte es bis zu 200 Tote geben, zahlreiche Verletzte sowie eine Vielzahl von Festnahmen.
Wadephul kommentiert Trump-Vorschlag im ZDF nicht
Außenminister Johann Wadephul (CDU) verurteilt das Vorgehen des Mullah-Regimes, hält sich aber bedeckt, was ein mögliches militärisches Eingreifen anbelangt, wie es US-Präsident Donald Trump angedeutet hat. In der ZDF-Sendung "Berlin direkt" sagt er:
Zunächst einmal ist es richtig, dass er dieses Regime auffordert, aufzuhören, Gewalt anzuwenden.
Johann Wadephul, CDU, Bundesaußenminister
Die politische Führung in Iran schalte das Internet im Land ab, zudem "werden Waffen eingesetzt, es werden Menschen hingerichtet, es werden Tausende ins Gefängnis geworfen". "Das ist ein Gewaltregime, ein Unrechtsregime, dem offensichtlich die Legitimationsgrundlage fehlt", sagt Wadephul.
Trotz steigender Todeszahlen und Drohungen der Behörden gehen die landesweiten Proteste gegen die Führung in Teheran weiter. Der Zugang zum Internet bleibt gesperrt.
11.01.2026 | 3:02 minTrump erwägt Militärschlag gegen Iran
Die Bundesregierung fordere Iran auf, "dass das unterlassen wird, dass freie Wahlen zugelassen werden und dass das Internet wieder eingeschaltet wird".
In Iran bahnt sich der Zorn über die schlechte Wirtschaftslage und die autoritäre Staatsführung seinen Weg. Was hinter den aktuellen Protesten steckt - ein Überblick.
10.01.2026 | 3:02 minUS-Präsident Donald Trump hatte gestern auf seiner Plattform Truth Social eine Unterstützung der Protestbewegung in Iran in Aussicht gestellt. "Iran strebt nach Freiheit, vielleicht wie nie zuvor. Die USA sind bereit zu helfen!!!", schrieb Trump. Ob es sich um militärische Hilfe handele, ließ er offen.
Wadephul: "Westen muss jetzt zusammenstehen"
Die aktuellen Ereignisse zeigten "welche Natur dieses Regime hat", sagt der Außenminister. "Der Westen muss jetzt zusammenstehen und muss klarmachen, dass was hier geschieht, an Unterdrückung des Volkes, an Misshandlung von Menschen, ist inakzeptabel."
Um den Protestierenden zu helfen, müsse Deutschland mehr tun, um den Druck auf das Regime zu erhöhen, sagt Omid Nouripour. Die Revolutionsgarden gehörten auf die EU-Terrorliste.
11.01.2026 | 7:36 minIm ZDF spricht sich Wadephul dafür aus, dass man etwas gegen das Regime in Iran unternehmen muss. Dazu gehöre "die Listung der Revolutionsgarden als Terrororganisation". Dafür setzt sich Deutschland in Europa ein. Darüber hinaus gebe es "umfangreiche Sanktionen gegen das Regime".
Das sei das "Handwerkszeug", mit dem man in Europa arbeiten sollte. Es habe "eine große Wirkung", sagt Wadephul:
Das, was wir jetzt an Protesten sehen, ist eine Folge von Sanktionen, das heißt, Sanktionen wirken. Und auf diesem Weg sollten wir weiter vorangehen.
Johann Wadephul, CDU, Bundesaußenminister
Iran droht mit Vergeltungsschlägen
Der Sohn des Schah, der selbst offenbar eine zentrale Rolle bei der Protestbewegung spielt, fordert, dass sich die Europäer Trump anschließen, um "das Regime zu Rechenschaft zu ziehen".
Unterdessen warnt die iranische Führung den Westen vor einer Einmischung und droht Israel und den USA im Falle eines Militärschlags mit Vergeltungsschlägen.
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