Proteste im Iran - alle Entwicklungen im Liveblog

Liveblog

Lage in Teheran spitzt sich zu:Berichte über Dutzende Tote nach Protesten im Iran

|

Bei den anhaltenden Protesten im Iran sollen bisher Dutzende Menschen ums Leben gekommen sein. Die Regierung hat das Internet abgeschaltet. Alle Entwicklungen im Liveblog.

Eine iranische Flagge weht während einer Protestaktion gegen das derzeitige iranische Regime.

Die landesweiten Proteste weiten sich aus. Irans Führung hat das Internet abgestellt, nur wenig dringt aus dem Land. Auf Videos sind brennende Gebäude und Fahrzeuge zu sehen.

09.01.2026 | 2:33 min

Über dieses Thema berichtet das ZDF in verschiedenen Sendungen, zuletzt im gemeinsamen Morgenmagazin von ARD und ZDF am 09.01.2026 ab 5:30 Uhr sowie in den heute-Nachrichten am 09.01.2026 ab 19 Uhr.

Wichtige Meldungen

Zamirirad: Pahlavi kein gemeinsamer Oppositionsführer

Für Aufmerksamkeit sorgt auch der im Exil lebende iranische Kronprinz Reza Pahlavi, der unter anderem zu Kundgebungen gegen Irans Führung aufgerufen hatte. Zamirirad beschreibt den Sohn des 1979 gestürzten Schahs Reza Pahlavi als "sicherlich eine umstrittene Figur, sowohl innerhalb Irans als auch außerhalb" und betont, er sei "keine Integrationsfigur", die die Opposition hinter sich vereinen könne. Dennoch verfüge er über "eine Plattform mit einer zum Teil recht großen Reichweite".


Der Iran im Steckbrief


Iran-Expertin: Massiver innen- und außenpolitischer Druck

Die "Anzahl und Intensität der Krisen", die sich in den vergangenen zwölf Monaten entwickelt hätten, gingen "über das Maß hinaus, was dieses System eigentlich gewohnt ist", erklärt Iran-Expertin Azadeh Zamirirad.

Sie verweist unter anderem auf:

  • den Krieg mit Israel, an dem auch die USA beteiligt gewesen seien
  • landesweite Lkw-Streiks und Proteste von Lehrerverbänden
  • eine "beispiellose Energiekrise" mit Wasserknappheit und teils täglichen Stromausfällen, selbst in Teheran

Hinzu kämen "massiver innen- und außenpolitischer Druck" sowie neue Proteste aus dem Basar, dem einflussreichen Netzwerk von Händlern, das lange als Stütze des Regimes galt.


Politologin: US-Drohung ist Antrieb für Iran-Proteste

Politologin: US-Drohung ist Antrieb für Iran-Proteste

Demonstrierende spürten durch Trumps Androhung die "Verletzlichkeit autoritärer Systeme", sagt Azadeh Zamirirad, Iran-Expertin der Stiftung Wissenschaft und Politik im ZDF.

Zum Beitrag

Bürgermeister: Mehr als 50 Banken angezündet

Der Bürgermeister von Teheran, Aliresa Sakani, berichtet vom Ausmaß der Unruhen in der vergangenen Nacht. Seiner Darstellung nach wurden bei den Unruhen mehr als 50 Banken und mehrere staatliche Einrichtungen angezündet. "Mehr als 30 Moscheen gingen in Flammen auf", sagt er in einem von der Nachrichtenagentur "Mehr" verbreiteten Video. 


Studenten berichten von Spezialeinheiten

Studierende in der Hauptstadt Teheran berichten von einer angespannten Sicherheitslage. Auf einer Hauptverkehrsstraße seien alle zehn Meter Spezialeinheiten der Sicherheitskräfte mit Kalaschnikow-Sturmgewehren postiert, heißt es im studentischen Newsletter "Amirkabir". Die Sorge vor einer Eskalation der Gewalt ist demnach groß. 


Iran: "Neue Qualität" der Proteste

Es sei ein nationaler Aufstand gegen die Islamische Republik Iran. "Alle gesellschaftlichen Gruppen sind mit dabei", sagt Politikwissenschaftler Ali Fathollah-Nejad.

Videoplayer

Zentrum für Menschenrechte ist besorgt

Das Zentrum für Menschenrechte im Iran (CHRI) mit Sitz in New York zeigt sich besorgt angesichts staatlicher Gewalt. Man habe glaubwürdige Augenzeugenberichte aus Krankenhäusern, die in Gebieten von Teheran, Maschhad und Karadsch mit verletzten Demonstrierenden überfüllt sind, heißt es in einem Bericht. 


Wichtige Meldung

Beeinflussen die USA die Proteste in Iran?

Ein Klick für den Datenschutz

Erst wenn Sie hier klicken, werden Bilder und andere Daten von Instagram nachgeladen. Ihre IP-Adresse wird dabei an externe Server von Instagram übertragen. Über den Datenschutz dieses Social Media-Anbieters können Sie sich auf der Seite von Instagram informieren. Um Ihre künftigen Besuche zu erleichtern, speichern wir Ihre Zustimmung in den Datenschutzeinstellungen. Ihre Zustimmung können Sie im Bereich „Meine News“ jederzeit widerrufen.

Datenschutzeinstellungen anpassen

Proteste eskalieren

Die landesweiten Proteste weiten sich aus. Irans Führung hat das Internet abgestellt, nur wenig dringt aus dem Land. Auf Videos sind brennende Gebäude und Fahrzeuge zu sehen.

Videoplayer

Iran-Expertin: "Ernsthafte Herausforderung" für die Islamische Republik

Politikwissenschaftlerin Azadeh Zamirirad erklärt im ZDF heute journal update, es wäre "nicht das erste Mal", dass der Iran "am Rande eines politischen Kollapses" stehe. Zwar habe sich die Islamische Republik immer wieder als "erstaunlich widerstandsfähig" erwiesen, doch die aktuelle Lage sei "eine recht ungewöhnliche Gemengelage".

Die "Anzahl und Intensität der Krisen" der vergangenen zwölf Monate gehe "über das Maß hinaus, was dieses System gewohnt ist". Dazu zählten der Krieg mit Israel, landesweite Streiks, eine "beispiellose Energiekrise" sowie wachsender innen- und außenpolitischer Druck.


Trump droht Iran erneut mit Angriff: Teheran hat "große Schwierigkeiten"

US-Präsident Donald Trump hat wegen der Proteste im Iran erneut mit einem Militäreinsatz gedroht. "Der Iran steckt in großen Schwierigkeiten", sagt Trump im Weißen Haus. Noch vor wenigen Wochen habe niemand so große Proteste in iranischen Städten für möglich gehalten.

Seine Botschaft an die Führung in Teheran laute daher: "Fangt besser nicht an zu schießen, denn dann werden wir auch anfangen zu schießen."


ZDF-Korrespondent: Über direkte Einflussnahme der USA nichts bekannt

Für eine direkte Einflussnahme der USA auf die Proteste im Iran gebe es zumindest keine öffentlichen Hinweise, sagt ZDF-Korrespondent Elmar Theveßen. Abseits seiner Drohungen gegen den Iran gebe es auch keine klare Unterstützung für die iranische Opposition, so Theveßen. Beispielsweise habe sich Trump geweigert, Reza Pahlavi, den Sohn des Schahs und wichtigen Oppositionellen im Exil, zu treffen. Theveßens Einschätzung zur Rolle der USA im Video.

Videoplayer

Expertin: Schah-Sohn Reza Pahlavi im Iran umstritten

Reza Pahlavi, der Sohn des 1979 gestürzten Schahs, sei eine umstrittene Figur im Iran, sagt Iran-Expertin Azadeh Zamirirad im heute journal update. Einerseits sei er ein "Vehikel für Mobilisierung", habe er doch zu den Protesten aufgerufen. Das heiße jedoch nicht, dass alle Iraner in ihm auch eine politische Führungsfigur sähen, die sie unterstützten. Nicht jeder, der seinem Aufruf gefolgt sei, sei auch Pahlavis Anhänger, so Zamirirad.


Wichtige Meldung

Videos zeigen weitere Proteste im Iran

Auf der Plattform X sind einige Videos zu sehen, die offenbar weitere Demonstrationen im Iran zeigen. Unabhängig überprüfen lassen sie sich nicht, zudem ist nichts über die Größe der Demonstrationen oder etwaige Reaktionen der Sicherheitskräfte bekannt. Wegen der anhaltenden Internetsperre dringen nur wenige Informationen aus dem Iran ins Ausland. 

Iran nennt Merz, Macron und Starmer "heuchlerisch"

Der Iran reagiert auf die Kritik von Merz, Macron und Starmer und sagt, dass ihre Sorgen "heuchlerisch" seien. "Jene, die seit langem einen rechtswidrigen wirtschaftlichen Krieg gegen die iranische Bevölkerung führen, müssen für die daraus resultierenden Folgen zur Rechenschaft gezogen werden", heißt es in Anspielung auf internationale Sanktionen. "Wir verurteilen böswillige Einmischungen in Irans innere Angelegenheiten, die darauf abzielen, Gewalt zu provozieren."


Stürzt jetzt das Mullah-Regime? Expertin ordnet ein

Läuten die anhaltenden Proteste im Iran einen Regimewechsel ein? Darauf und auf weitere Fragen rund um die Lage im Iran antwortet Expertin Azadeh Zamirirad bei ZDFheute live.

Videoplayer

Wichtige Meldung

Expertin: Trumps Unterstützung hat auch psychologischen Effekt

Die Unterstützung, die US-Präsident Donald Trump den Demonstranten im Iran zugesichert hat, habe auch einen "enormen psychologischen Effekt", sagt Iran-Expertin Azadeh Zamirirad im heute journal update.

Allein die Möglichkeit einer Intervention durch die USA sei ein Antrieb für die Demonstranten, "weil eine gewisse Empfindlichkeit, Verletzlichkeit von autoritären Regimen auf internationaler Ebene gespürt wird".

Friedensnobelpreisträgerin Ebadi warnt vor Massaker

Die iranische Friedensnobelpreisträgerin Schirin Ebadi warnt angesichts der Proteste in ihrem Land vor einem "Massaker im Schutz einer umfassenden Kommunikationssperre". Die Internetsperre sei "eine Taktik" zur Niederschlagung der jüngsten Protestwelle durch die Sicherheitskräfte, schreibt die im Exil lebende Ebadi. 


Sohn des Schahs bittet Trump um Unterstützung

Der Sohn des 1979 gestürzten Schahs fordert US-Präsident Donald Trump zur Unterstützung der Demonstranten im Iran auf. Er wisse, dass Trump ein Mann des Friedens sei und zu seinem Wort stehe, teilt Reza Pahlavi an den US-Präsidenten gewandt mit. "Bitte seien Sie bereit, einzugreifen und dem iranischen Volk zu helfen."

Pahlavi lebt im Exil und hatte zuvor zu den Protesten aufgerufen.


Quelle: dpa, AFP, Reuters, AP
Über dieses Thema berichtet das ZDF in verschiedenen Sendungen, zuletzt im gemeinsamen Morgenmagazin von ARD und ZDF am 09.01.2026 ab 5:30 Uhr sowie in den heute-Nachrichten am 09.01.2026 ab 19 Uhr.
Thema

Mehr zu den Protesten in Iran

  1. ZDF-Korrespondetin Phoebe Gaa steht mit einem Mikrofon vor Gebäuden in der iranischen Hauptstadt Teheran.

    ZDF-Korrespondentin Gaa in Teheran:Proteste im Iran: "Angst hier im Land sehr groß"

    mit Video3:13

  2. Iraner versammeln sich während einer Protestaktion in Kermanshah, Iran

    Internetzugang gesperrt:"Wie Krieg": Proteste im Iran spitzen sich zu

    mit Video0:24

  3. Archiv: Demonstranten marschieren in der Innenstadt von Teheran bei einem Protest gegen die schlechten wirtschaftlichen Bedingungen.