Gegen Inflation und Regierung:Aktivisten: Iraner im ganzen Land protestieren
Die gewaltsamen Proteste im Iran haben laut Aktivisten alle Regionen des Landes erreicht. Die Zahl der Opfer steigt, Präsident Peseschkian mahnt zur Zurückhaltung.
Im Iran kommt es zu den größten Protesten seit Jahren. Die Menschen demonstrieren gegen den Währungsverfall. Sicherheitskräfte gehen hart vor, es gibt Tote und zahlreiche Festnahmen.
08.01.2026 | 1:41 minDie Proteste im Iran haben sich nach Angaben von Aktivisten auf das ganze Land ausgeweitet. Am Mittwoch seien Menschen in allen Provinzen des Landes auf die Straßen gegangen, teilte die in den USA ansässige Human Rights Activists News Agency (HRANA) am Donnerstag mit, die sich bei ihrer Berichterstattung auf ein Netzwerk von Aktivisten innerhalb des Irans stützt.
Die Nachrichtenagentur AFP zählte Proteste in 25 von 31 Provinzen des Landes. Die staatliche Nachrichtenagentur Irna berichtete über eine Massendemonstration in Bodschnurd sowie über Demonstrationen in Kerman und Kermanscha.
Die Demonstrationen gingen am Donnerstag weiter. Aus Solidarität traten auch in den kurdischen Regionen zahlreiche Händler in den Streik. Unter anderem in den Städten Saghes, Urmia, Mahabad und Sanandadsch schlossen sie ihre Läden, wie die Menschenrechtsorganisation Hengaw mit Sitz in Norwegen berichtete.
"Die Menschen in Iran rufen nicht nach Reformen, sie rufen nach einem Ende des Regimes", sagt die Journalistin und Aktivistin Daniela Sepehri über die andauernde Protestwelle in Iran.
07.01.2026 | 3:55 minProteste wegen Wirtschaftslage und gegen Regierung
Die Demonstrationen hatten Ende Dezember begonnen, nachdem die Landeswährung Rial gegenüber dem Dollar auf ein Rekordtief gefallen war. Das treibt die Inflation und damit die Lebenshaltungskosten nach oben. Bei den Protesten sind aber auch Rufe gegen die theokratische Regierung des Irans laut geworden.
Angesichts steigender Opferzahlen rief der iranische Präsident Massud Peseschkian die Sicherheitskräfte zur Zurückhaltung gegenüber friedlich Demonstrierenden auf. Anders sei es jedoch bei gewalttägigen "Aufrührern". Die Demonstranten müssten von "Aufrührern" unterschieden werden, die "Schusswaffen, Messer und Macheten tragen und Polizeistationen und Militäranlagen angreifen".
Zahlreiche Festnahmen und Dutzende Tote
In mehreren Teilen des Landes war es in den vergangenen Tagen zu gewalttätigen Ausschreitungen gekommen. Laut HRANA wurden dabei mindestens 38 Menschen getötet und 2.200 festgenommen. Die in Norwegen ansässige Nichtregierungsorganisation Iran Human Rights (IHR) erklärte, die iranischen Sicherheitskräfte hätten mindestens 27 Demonstranten getötet, darunter fünf Minderjährige. Mehr als 1.000 Menschen seien festgenommen worden.
Die Proteste der Bevölkerung gegen die autoritäre Staatsführung im Iran dauern an. US-Präsident Donald Trump hat den Teilnehmern seine Unterstützung zugesagt.
02.01.2026 | 2:43 minIranische Medien berichteten indes unter Berufung auf offizielle Angaben von 15 Toten, darunter auch Mitglieder der Sicherheitskräfte. Die zur Justiz gehörende Nachrichtenagentur Misan meldete, ein Polizeioberst sei außerhalb von Teheran durch Stiche tödlich verletzt worden. Laut der halbstaatlichen Nachrichtenagentur Fars töteten Bewaffnete in der Stadt Lordegan in der Provinz Chaharmahal und Bachtiari zwei Mitglieder der Sicherheitskräfte und verletzten 30 weitere Menschen.
Proteste bislang weitgehend führerlos
Die Demonstrationen scheinen bisher im Großen und Ganzen führerlos zu sein, wie auch frühere Proteste im Iran. Zunächst hatten vor allem Händler und Ladenbesitzer in Teheran protestiert, ihnen schlossen sich dann Studierende an. Auch der im Exil lebende iranische Ex-Kronprinz Reza Pahlavi, der Sohn des 1979 gestürzten Schahs, rief die iranische Öffentlichkeit zu Protesten am Donnerstag- und Freitagabend auf.
In Iran starb vor drei Jahren die kurdisch-iranische Mahsa Amini, in Gewahrsam der sogenannten Sittenpolizei. Angeblich habe sie das Kopftuch nicht korrekt getragen.
16.09.2025 | 1:33 minBisher erreichen die Demonstrationen aber nicht das Ausmaß von 2022. Damals hatte der Tod der jungen Kurdin Mahsa Amini in Polizeigewahrsam massive Proteste ausgelöst.
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