Iran: Proteste erreichen neuen Höhepunkt, Internet wird gesperrt

Internetzugang gesperrt:"Wie Krieg": Proteste im Iran spitzen sich zu

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Im Iran haben die größten Demonstrationen seit Beginn der jüngsten Protestwelle stattgefunden. Die Demonstranten fordern den Sturz der Islamischen Republik.

Demonstrierende maschieren über befahrene Straße in Innenstadt von Teheran

Die seit mehr als einer Woche andauernden landesweiten Proteste im Iran spitzen sich zu. Videos zeigen Menschenmassen und brennende Fahrzeuge.

08.01.2026 | 0:24 min

Mehr als eine Woche nach Beginn der landesweiten Proteste im Iran haben die Demonstrationen einen Höhepunkt erreicht. Videos in sozialen Medien zeigten Menschenmassen in der Hauptstadt Teheran. Augenzeugen berichteten von Sicherheitskräften, die mit Tränengas gegen vermummte Demonstranten vorgingen.

Auf Videos von Aktivisten sind brennende Fahrzeuge der Sicherheitskräfte in Teheran zu sehen.

Die Proteste kehrten auch in viele andere Metropolen zurück, nachdem in den vergangenen Tagen vor allem Bewohnerinnen und Bewohner der westlichen Provinzen demonstriert hatten. In der Millionenstadt Maschhad im Nordosten berichteten Augenzeugen von großen Protesten. Es sei "wie Krieg", beschrieben Einwohner die Szenen auf den Straßen.

Iran: "Barrikaden auf den Hauptstraßen"

"Zigtausende sind im ganzen Land auf die Straßen gegangen", so ZDF-Korrespondentin Phoebe Gaa aus Teheran. Die Polizei habe mit "sehr viel Tränengas" geantwortet – es "habe auch Tote gegeben".

09.01.2026 | 3:13 min

Internetsperre im ganzen Land

Die Behörden schalteten unterdessen den Internetzugang für die Bevölkerung ab. Das Land befinde sich in einem "Internet-Blackout", berichtete die in London ansässige Organisation NetBlocks.

Daten des IT-Unternehmens Cloudflare zeigten am Donnerstag einen Einbruch des Web-Traffics um 100 Prozent. Auch per Telefon waren Kontakte im Iran zunächst nicht mehr erreichbar.

Die vollständige Internetsperre erinnert an das Vorgehen des Staates vor rund sechs Jahren: Damals gab es Proteste wegen steigender Benzinpreise. Der Staat verhängte eine fast einwöchige Sperre, während der Schätzungen von Menschenrechtlern zufolge Hunderte Demonstrierende getötet wurden.

Die Wirtschaft und das politische System in Iran stecken in einer tiefen Krise. Seit Dezember gibt es immer wieder Proteste: Die Menschen fordern den Sturz der Islamischen Republik. Seit der Islamischen Revolution 1979 hält sich das Mullah-Regime um den Obersten Führer an der Macht, seit 1989 ist das Ajatollah Ali Chamenei. Präsident ist seit 2024 Massud Peseschkian. Hauptstadt ist Teheran. Circa 92 Mio. Einwohner. Menschenrechte stark eingeschränkt. Hohe Inflation, Arbeitslosigkeit und Armut – internationale Sanktionen, Misswirtschaft und Korruption verschlimmern die Lage. Internationale Befürchtungen, dass Iran Atomwaffen bauen will.

"Tod dem Diktator" hallt über die Dächer

Die Demonstranten riefen wiederholt Parolen, die einen Sturz der islamischen Republik forderten, darunter "Tod dem Diktator" und "Pahlavi wird zurückkehren". Reza Pahlavi, Sohn des 1979 im Zuge der islamischen Revolution gestürzten Schahs, hatte für Donnerstag und Freitag zu Protesten aufgerufen.

Die neue Protestwelle erschüttert den Iran seit Ende Dezember. Ausgelöst wurden die Demonstrationen durch eine massive Wirtschaftskrise und einen plötzlichen Absturz der landeseigenen Währung Rial. In Teheran gingen daraufhin wütende Händler auf die Straße. Inzwischen haben sich die Proteste auf das ganze Land ausgeweitet.

SGS Sepehri

"Die Menschen in Iran rufen nicht nach Reformen, sie rufen nach einem Ende des Regimes", sagt die Journalistin und Aktivistin Daniela Sepehri über die andauernde Protestwelle in Iran.

07.01.2026 | 3:55 min

Trump droht erneut der Führung in Teheran

US-Präsident Donald Trump solidarisierte sich mit den Demonstrierenden und drohte der Führung in Teheran erneut. In einer am Donnerstag veröffentlichten Folge des Podcasts "The Hugh Hewitt Show" sagte er:

Ich habe ihnen mitgeteilt, dass wir sie hart bestrafen werden, falls sie anfangen, Menschen zu töten, was sie während ihrer Unruhen, die ja häufig vorkommen, gerne tun.

Donald Trump, US-Präsident

US-Präsident Donald Trump zeigt auf einen Reporter, der ihm eine Frage stellt.

Angesichts anhaltender Proteste im Iran hat Donald Trump der iranischen Führung mit einem Eingriff gedroht, falls Demonstranten angegriffen werden.

02.01.2026 | 1:47 min

Die US-Regierung verfolge die Situation aufmerksam. Trump lobte die Iraner als "mutige Menschen". Es war jedoch unklar, wann das Gespräch aufgezeichnet wurde.

Quelle: dpa, AFP
Über dieses Thema berichteten das gemeinsame Morgenmagazin von ARD und ZDF am 09.01.2026 ab 5:30 Uhr sowie ZDFheute in dem Beitrag "Iran: Neue Protestwelle gegen Regierung" am 08.01.2026 um 23:15 Uhr.
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