Corona: US-Minister Kennedy Jr. kritisiert Berlin - Warken kontert

Wegen Corona-Gerichtsverfahren:US-Minister Kennedy Jr. kritisiert Berlin - Warken kontert

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US-Gesundheitsminister Kennedy Jr. kritisiert Deutschland wegen Strafverfahren im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie. Gesundheitsministerin Warken widerspricht.

US-Gesundheitsminister Robert F. Kennedy

US-Gesundheitsminister Robert F. Kennedy hat die deutsche Bundesregierung im Hinblick auf ihren Umgang mit der Corona-Pandemie kritisiert. Gesundheitsministerin Warken weist die Vorwürfe zurück.

11.01.2026 | 0:32 min

Bundesgesundheitsministerin Nina Warken hat Vorwürfe ihres amerikanischen Amtskollegen Robert F. Kennedy Jr. wegen Gerichtsverfahren in Deutschland in Zusammenhang mit der Corona-Pandemie entschieden zurückgewiesen.

Die Einlassungen des US-amerikanischen Gesundheitsministers entbehren jeglicher Grundlage, sie sind faktisch falsch und zurückzuweisen. Das erläutere ich ihm gerne auch persönlich.

Nina Warken, Bundesgesundheitsministerin

US-Gesundheitsminister Robert F. Kennedy Jr. hat die deutsche Regierung wegen Strafverfahren im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie kritisiert und ihr vorgeworfen, die Autonomie von Patienten zu missachten. Aus diesem Grund habe er am Freitag einen Brief an die deutsche Gesundheitsministerin Nina Warken (CDU) geschickt, teilte er am Samstag auf der Plattform X mit. Den Nachnamen der Ministerin gab er dabei fälschlicherweise als "Workin" wieder.

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Kennedy Jr.: Deutschland schiebt Autonomie von Patienten beiseite

In einem dem Post beigefügten Video sagte er, er habe erfahren, dass "mehr als 1.000 deutsche Ärzte und Tausende ihrer Patienten" derzeit strafrechtlich verfolgt und bestraft würden, weil sie während der Corona-Pandemie Ausnahmen vom Tragen von Masken und von Impfungen gegen Covid-19 gewährt hätten.

"Die Berichte aus Deutschland zeigen, dass die Regierung die Autonomie der Patienten beiseiteschiebt und die Möglichkeiten der Menschen einschränkt, bei medizinischen Entscheidungen nach ihren eigenen Überzeugungen zu handeln", meinte Kennedy Jr.

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Warken: Ärzte waren nicht verpflichtet, gegen Covid zu impfen

Bundesministerin Warken entgegnete: "Während der Corona-Pandemie gab es zu keiner Zeit eine Verpflichtung der Ärzteschaft, Impfungen gegen Covid-19 durchzuführen. Wer aus medizinischen, ethischen oder persönlichen Gründen keine Impfungen anbieten wollte, machte sich weder strafbar, noch mussten Sanktionen befürchtet werden." Es habe kein Berufsverbot oder Geldstrafe gegeben, wenn nicht geimpft worden sei.

Strafrechtliche Verfolgung gab es ausschließlich in Fällen von Betrug und Urkundenfälschung, etwa bei der Ausstellung falscher Impfpässe oder unechter Maskenatteste.

Nina Warken, Bundesgesundheitsministerin

Warken erklärte weiter, in Deutschland gelte grundsätzlich die verfassungsrechtlich geschützte ärztliche Therapiefreiheit. "Ärztinnen und Ärzte entscheiden selbstständig und eigenverantwortlich über die Behandlung von Patientinnen und Patienten." Der Leistungsumfang der gesetzlichen Krankenversicherung basiere auf nachgewiesener wissenschaftlicher Evidenz und werde nicht von der Politik festgelegt. "Ebenso sind Patientinnen und Patienten frei in ihrer Entscheidung, welche Therapie sie in Anspruch nehmen."

Robert F. Kennedy Jr., aufgenommen am 14.05.2025
Quelle: AP | John McDonnell

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US-Minister: "Heilige Beziehung zwischen Arzt und Patient" wird verletzt

Kennedy kritisierte mit Blick auf die Bundesregierung weiter, wenn eine Regierung Ärzte dafür kriminalisiere, dass sie ihre Patienten berate, "überschreitet sie eine Grenze, die freie Gesellschaften immer als unantastbar betrachtet haben". Er warf der deutschen Regierung vor, die "heilige Beziehung zwischen Arzt und Patient" zu verletzen und warnte davor, dass Ärzte in einem solchen System zu "Vollstreckern staatlicher Politik" würden.

Er fordere "die deutsche Regierung dringend auf, ihren Kurs zu ändern", mahnte Kennedy Jr. Konkret mahnte er an, entsprechende Strafverfolgungen, die er in dem Post als "politisch motiviert" bezeichnete, zu beenden. Aus seiner Sicht zu Unrecht entzogene Zulassungen für Ärzte sollten wiederhergestellt werden.



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Lauterbach: "Bei uns sind die Gerichte unabhängig"

In Deutschland sind einige Fälle in verschiedenen Bundesländern vor Gericht gelandet, bei denen es etwa um den Vorwurf der Fälschung von Impfausweisen oder falsche Atteste zur Befreiung von der Maskenpflicht ging. Auf welche Berichte genau sich der US-Minister für seine Anschuldigungen nun stützte und woher er insbesondere die zitierten Zahlen hatte, ging aus seinem Post allerdings nicht hervor.

Auch der frühere Gesundheitsminister Karl Lauterbach wies die Vorwürfe Kennedys zurück und verwies auf die Probleme des US-Gesundheitssystems. "Ehrenwerter @SecKennedy sollte sich um Gesundheitsprobleme im eigenen Land kümmern. Kurze Lebenserwartung, extreme Kosten, Zehntausende Drogentote und Mordopfer", schrieb der SPD-Politiker auf der Plattform X. In Deutschland würden Ärzte für falsche Atteste nicht von der Regierung bestraft. "Bei uns sind die Gerichte unabhängig."

Quelle: dpa
Über dieses Thema berichtete ZDFheute Xpress in dem beitrag "US-Gesundheitsminister kritisiert Deutschland" am 11.01.2026 um 11:06 Uhr.

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