Kritik an Deutscher Bahn nach "Elli":Winter-Chaos: Bahn-Chefin Palla verteidigt Vorgehen
Nach "Elli" rollt der Fernverkehr wieder an. Politiker von CDU und Grünen fordern wegen anhaltender Probleme bei der Bahn Konsequenzen. Bahn-Chefin Palla verteidigt ihr Vorgehen.
In einem Statement hat Bahnchefin Evelyn Palla betont, dass die Knotenpunkte in Deutschland wieder freigeräumt und befahrbar seien. Rund zwei Drittel des Bahn-Angebots sei stabil.
11.01.2026 | 0:16 minNach der Einstellung des Fernverkehrs der Deutschen Bahn wegen Wintersturms "Elli" in Norddeutschland hat Konzernchefin Evelyn Palla das Krisenmanagement verteidigt. Die Sicherheit von Reisenden und Mitarbeitenden habe für ihr Unternehmen immer "oberste Priorität", sagte die Vorstandsvorsitzende der Deutschen Bahn am Sonntag im Hauptbahnhof Hannover.
Die Lage sei "sehr dynamisch" gewesen, "weitreichende Schneeverwehungen" hätten seit Freitag immer wieder bereits freigeräumte Streckenabschnitte blockiert. Die Bahn sei "immer bestmöglich vorbereitet", fügte Palla hinzu. Es gebe jedoch stets "Unbekannte", jede Wetterlage sei "anders". So sei vorher etwa unklar, welche Regionen und Strecken besonders betroffen sein würden.
Es ist uns tatsächlich gelungen, dass kein Zug auf freier Strecke liegengeblieben ist.
Evelyn Palla, Vorstandsvorsitzende der Deutschen Bahn
Dies sei wichtig, da bei Ausfall der Stromversorgung sonst kritische Situationen drohten. "Die großen Hauptachsen sind alle freigeräumt und befahrbar", betonte die Bahn-Chefin.
Noch immer hat Sturmtief "Elli" Auswirkungen auf den Fernverkehr der Bahn. Schnellzüge fahren aus Sicherheitsgründen mit verlangsamter Geschwindigkeit. Die Zugbindung ist weiter aufgehoben.
11.01.2026 | 0:24 minFernverkehr im Norden läuft mit Einschränkungen wieder an
"Elli" war am Freitag mit Sturm und starkem Schneefall auf Deutschland getroffen, es galten Unwetterwarnungen. Im Norden kam es zu massiven Schneeverwehungen. Dort stellte die Bahn am Freitagmorgen den gesamten Fernverkehr ein, was bundesweit zu Beeinträchtigungen führte. Außerdem waren der Nah- und Regionalverkehr in Norddeutschland erheblich gestört.
Erst am Sonntag lief der Fernverkehr nach Bahnangaben auf Hauptstrecken im Norden flächendeckend wieder an. Es gab weiter Einschränkungen. Palla zufolge fuhr das Unternehmen zunächst mit "etwa zwei Dritteln" des Angebots "stabil". Ausfälle gab es weiterhin auch im Nahverkehr in den Ländern Niedersachsen und Schleswig-Holstein. Dies sorgt zunehmend für Kritik am Krisenmanagement des bundeseigenen Konzerns.
Nach den vergangenen Tagen läuft der Bahnverkehr im Norden Deutschlands langsam wieder an. Auf neue Schneemengen muss sich Süddeutschland vorbereiten. Das Sturmtief zieht weiter.
10.01.2026 | 1:15 minCDU-Politiker Ploß: Deutsche Bahn muss "Desaster" aufarbeiten
Politiker von CDU und Grünen fordern angesichts der noch anhaltenden Probleme bei der Bahn wegen des Wintersturms "Elli" am Freitag Konsequenzen. "Die Deutsche Bahn muss dieses Desaster aufarbeiten und beim nächsten Wintereinbruch sicherstellen, dass nicht der gesamte Zugverkehr zum Erliegen kommt", sagte der CDU-Bundestagsabgeordnete Christoph Ploß der "Rheinischen Post".
Es kann nicht sein, dass bei Winterwetter in Deutschland tagelang kaum Züge fahren.
Christoph Ploß, CDU-Bundestagsabgeordneter
Auch der Grünen-Bahnexperte Matthias Gastel fordert eine Aufarbeitung des Bahn-Chaos. "Der Bund wird die Reaktionen der Deutschen Bahn auf den Wintereinbruch kritisch mit sich und mit dem eigenen Unternehmen besprechen müssen", sagte Gastel. "Dabei sind auch Rahmenbedingungen zu klären wie die Tatsache, weshalb Weichenheizungen seitens des Bundes nur begrenzt zuschussfähig sind", fügte der Grünen-Politiker hinzu.
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