Gewalt in Zügen und an Bahnhöfen:Jeden Tag fünf Angriffe auf Mitarbeiter der Deutschen Bahn
Die Zahl der Übergriffe auf Beschäftigte von Bahn und Bundespolizei ist 2025 gestiegen, wie Zahlen des Innenministeriums zeigen. Besonders häufig: Bedrohungen und Körperverletzung.
Bei der Deutschen Bahn sind zwischen Januar und Oktober 2025 jeden Tag fünf Mitarbeiter angegriffen worden. In dieser Zeit wurden 2.987 Mitarbeiter Opfer von Körperverletzung oder Bedrohung.
04.01.2026 | 0:22 minBei der Deutschen Bahn sind in den ersten zehn Monaten 2025 im Schnitt jeden Tag fünf Beschäftigte im Dienst körperlich angegriffen worden. Hinzu kamen statistisch noch einmal vier Fälle von Bedrohung pro Tag. Dies geht aus der Antwort des Bundesinnenministeriums auf eine Anfrage von Dietmar Bartsch von den Linken hervor. Bei der Bundespolizei wurden demnach täglich 30 Beschäftigte Opfer einer Straftat. Die Tendenz ist steigend.
Mehr als 300 Fälle gefährlicher Körperverletzung
Laut Innenministerium wurden 2025 in der Zeit von Januar bis Ende Oktober insgesamt 2.987 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Bahn Opfer von Straftaten. Darunter waren 1.148 Fälle von Bedrohung, 1.231 Fälle von Körperverletzung und 324 Fälle von gefährlicher Körperverletzung.
Für die Bundespolizei weist die Statistik für den Zeitraum 9.329 Beschäftigte als Opfer einer Straftat aus. Darunter waren 7.529 Fälle von Widerstand, 2.981 tätliche Angriffe und 1.796 Fälle von Bedrohung, wie das Ministerium mitteilte. Datengrundlage ist dabei die Polizeiliche Eingangsstatistik der Bundespolizei.
Polizei steigert in einer Aktion ihre Präsenz an großen Bahnhöfen, um das Sicherheitsgefühl der Fahrgäste zu stärken und Straftaten zu verhindern.
15.11.2025 | 0:16 minForderung an Innenminister Dobrindt
Zum Vergleich: Im gesamten Jahr 2024 erstatteten 3.151 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Deutschen Bahn Anzeigen wegen Körperverletzung oder Bedrohungen. Die Zahl der erfassten Opfer von Straftaten gegen Angehörige der Bundespolizei lag 2024 bei 10.726. Die Zahlen hatte damals ebenfalls Bartsch abgefragt.
Nimmt man die noch nicht erfassten Monate November und Dezember dazu, geht Bartsch für 2025 von einem "traurigen Rekordjahr" aus.
Mehr als 10.000 angepöbelte, angespuckte und körperlich angegriffene Bundespolizisten und Bahnmitarbeiter - diese inakzeptablen Zahlen stellen unserem Land ein verheerendes Zeugnis aus.
Dietmar Bartsch, Die Linke
Innenminister Alexander Dobrindt (CSU) müsse einen Plan mit Schutzmaßnahmen vorlegen, so der Linken-Politiker. "Diese Verrohung darf nicht hingenommen werden."
Der Fahrplanwechsel bei der Deutschen Bahn bringt auch eine gute Nachricht: Die Ticketpreise im Fernverkehr bleiben stabil.
14.12.2025 | 1:34 minDeutsche Bahn setzt auf drei Sofortprogramme
Ein Bahnsprecher betonte auf Anfrage:
Jeder Übergriff auf einen DB-Beschäftigten ist einer zu viel. Die Sicherheit unserer Mitarbeitenden - wie die aller Fahrgäste - hat oberste Priorität.
Sprecher der Deutschen Bahn
Deshalb setze man im Rahmen dreier Sofortprogramme 2026 einen besonderen Schwerpunkt bei der Sicherheit und Sauberkeit an den Bahnhöfen, so der Sprecher.
Der damalige Bahnchef Richard Lutz hatte im vergangenen Jahr erläutert, dass bei rund der Hälfte der Übergriffe Zugpersonal im Regionalverkehr betroffen sei. Aber auch Reinigungskräfte oder Servicekräfte am Bahnhof oder Kundenberaterinnen oder Busfahrer seien angegriffen worden. Seit 2024 stattet die Bahn Personal für Kontakt mit Fahrgästen im Nahverkehr schrittweise und auf freiwilliger Basis mit Bodycams aus.
Mit der neuen Bahn-Chefin Evelyn Palla suggeriert die Politik, sie könne die Zustände wesentlich verbessern. Stimmt das?
02.11.2025 | 4:01 minMehr zur Deutschen Bahn
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