Tarif-Frieden bis Ende Februar:Bahn und GDL verhandeln - vorerst ohne Streiks
Die Deutsche Bahn (DB) und die Gewerkschaft GDL verhandeln wieder über die Löhne von 10.000 Beschäftigten. Bis Ende Februar soll es erst einmal keine Warnstreiks geben.
Die Lokführergesellschaft GDL und die Deutsche Bahn gehen in die nächste Runde der Tarifverhandlungen. Aufgrund einer Friedenspflicht darf bis März nicht gestreikt werden.
08.01.2026 | 0:19 minIn konstruktiver Atmosphäre haben am Donnerstag die Tarifverhandlungen zwischen der Lokführergewerkschaft GDL und der Deutschen Bahn (DB) begonnen. GDL-Chef Mario Reiß sagte in Berlin, er hoffe auf ein Ergebnis am Verhandlungstisch, DB-Personalvorstand Martin Seiler betonte, Ziel sei ein "fairer, tragfähiger Kompromiss".
Die Parteien hatten schon im Vorfeld vereinbart, bis Ende Februar zu verhandeln - bis dahin wird es keine Streiks geben.
Was die GDL fordert
Die GDL fordert insgesamt acht Prozent mehr Geld bei einer Laufzeit von zwölf Monaten - im Einzelnen 3,8 Prozent mehr Lohn, eine Erhöhung der Zulagen um acht Prozent, die Einführung einer weiteren Lohngruppe sowie höhere Vergütungen für Ausbilder und Prüfer. Dazu kommt etwa die Forderung nach einer Fahrtkostenentschädigung und einer Erhöhung des Mietkostenzuschusses.
Der Fahrplanwechsel bei der Deutschen Bahn brachte im Dezember einige Änderungen. Die Ticketpreise blieben aber gleich.
14.12.2025 | 1:33 minEntscheidend für die Gewerkschaft sei, dass die Bahn die Beschäftigten "gehaltstechnisch wieder in die Mitte der Gesellschaft rückt", betonte Reiß. Ein "langes, verantwortungsbewusstes Arbeitsleben" müsse auch "endlich" zu einer verlässlicheren Alterssicherung führen. Die GDL glaube, dass diese Themen "bei konstruktiver Arbeit erfüllbar in dem Zeitraum bis Ende Februar erledigt werden können".
Sollte es doch zu Arbeitskämpfen kommen, werde das auch wirtschaftlichen Schaden verursachen, räumte Reiß ein. "Wir wollen das auf jeden Fall vermeiden", betonte der GDL-Chef. Die Gewerkschaft sei aber nur ein Teil der Gespräche.
Unser Verhandlungspartner wird darüber entscheiden, ob wir jemals über Streik reden in dieser Tarifrunde.
Mario Reiß, GDL-Chef
Verspätungen, Signalstörungen, Gleise in schlechtem Zustand. Mit der neuen Bahn-Chefin Evelyn Palla suggeriert die Politik, sie könne die Zustände wesentlich verbessern. Stimmt das?
02.11.2025 | 4:01 minBahn will zunächst "Fahrplan" festlegen
Bis Ende Februar haben beide Seiten bereits 14 Verhandlungstage terminiert, was als ungewöhnlich gilt. "Wir gehen mit ausgestreckter Hand an den Verhandlungstisch", sagte Bahn-Personalvorstand Seiler in Berlin.
Wir wollen die Zeit nutzen, um einen fairen, tragfähigen Kompromiss zu erreichen.
Martin Seiler, Bahn-Personalvorstand
Bei der Auftaktrunde werde es allerdings noch kein Angebot der Bahn geben. Zunächst gehe es darum, einen guten Einstieg in die Gespräche zu finden, einen Fahrplan für die nächsten Verhandlungsrunden auszuloten und die Forderungen der GDL zu diskutieren.
Letzte Tarifrunde von historischem Streik begleitet
Es ist die erste Tarifrunde mit Reiß als Verhandlungsführer der GDL; er ist der Nachfolger von Claus Weselsky. Die letzte Tarifrunde 2023 und 2024 wurde von dem längsten Streik in der Geschichte der Bahn begleitet. Streitpunkt war vor allem eine Arbeitszeitverkürzung.
Die Deutsche Bahn und die Lokführergewerkschaft GDL hatten sich im März 2024 auf einen neuen Tarifvertrag geeinigt. Einen Kompromiss gab es beim Kernstreitpunkt Arbeitszeit.
26.03.2024 | 3:36 minDie Tarifverträge der GDL gelten für rund fünf Prozent der Belegschaft der Bahn, also für etwa 10.000 Beschäftigte. Die anderen Beschäftigten vertritt die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG).
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