Wintersturm "Elli" bringt Chaos - "Jahrhundert-Event" bleibt aus

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Winterwetter führt zu Einschränkungen:Sturm "Elli" bringt Chaos - "Jahrhundert-Event" bleibt aus

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Chaos bei der Bahn im Norden, Schulausfälle und schwere Unfälle: Sturm "Elli" sorgt für winterliche Bedingungen. Ein "Jahrhundert-Event" bleibt laut Experten aus. Ein Überblick.

Ein vereister Triebkopf eines abgestellten ICE ist an einem Bahnsteig auf dem Hauptbahnhof zu sehen. Die Deutsche Bahn hat wegen des stürmischen Winterwetters den Fernverkehr im Norden Deutschlands bis mindestens zum Mittag eingestellt.

Leere Klassenzimmer und Verkehrsbehinderungen: Wintersturm "Elli" hat für Regen, Schnee, Glatteis und Unfälle gesorgt. Die Bahn stellte im Norden den Fernverkehr ein.

09.01.2026 | 2:36 min

Wintersturm "Elli" ist am Freitag mit massivem Schneefall über Deutschland hinweg gefegt und hat insbesondere den Bahnverkehr erheblich gestört. Die Deutsche Bahn stellte ihren Fernverkehr im Norden bis Samstagmorgen komplett ein, zudem war der Regionalverkehr teilweise stark beeinträchtigt.

Der Deutsche Wetterdienst warnte vor unwetterartigen Schneeverwehungen im Norden und Osten sowie zeitweise vor Schnee und Straßenglätte in anderen Landesteilen. Es gab zahlreiche Unfälle. Die Auswirkungen von "Elli" im Überblick.

Wie reagiert die Bahn auf das Schneechaos?

Die Bahn stellte den gesamten Schienenverkehr im Großraum Hannover ein. Am Morgen teilte das Unternehmen mit:

Damit ist eines unserer wichtigsten Drehkreuze betroffen und der Fernverkehr im Norden Deutschlands nicht mehr möglich.

Mitteilung der Deutschen Bahn

Am Samstagmorgen will die Bahn den eingestellten Fernverkehr in Norddeutschland wieder schrittweise aufnehmen. Auch dann sei trotzdem bundesweit noch mit Einschränkungen und Zugausfällen zu rechnen, teilte das Unternehmen mit.

Vor allem der Norden und Osten Deutschlands ist vom Schneesturm Elli betroffen. Wie die Menschen mit Minusgraden und Eisglätte umgehen, berichtet Svenja Dohmeyer.

Vor allem der Norden und Osten Deutschlands ist vom Schneesturm Elli betroffen. "Chaotischer Tag geht zu Ende", berichtet Svenja Dohmeyer aus Hannover.

09.01.2026 | 1:26 min

Bahn-Sprecher: Schneeverwehungen sind Hauptproblem

In den betroffenen Regionen im Norden hatten laut Bahn insbesondere Schneeverwehungen für erhebliche Beeinträchtigungen gesorgt. Die Bahn bittet alle Reisenden, sich vor Fahrtantritt in der App DB Navigator und auf der Internetseite der Bahn über die aktuelle Verkehrslage zu informieren.

Der Konzern erlaubt Kunden, die bis Mittwoch ein Ticket für eine Reise von Donnerstag bis Sonntag gekauft haben, diese zu verschieben. Die Zugbindung sei aufgehoben und Sitzplatzreservierungen könnten kostenfrei storniert werden.

Bahnhof voller Schnee

In Norddeutschland gibt es starken Schneefall, die Bahn hat die Fernzüge dort eingestellt.

09.01.2026 | 4:42 min

Welche Auswirkungen hat "Elli" auf den Straßenverkehr?

Viele Straßen waren von Schneefall und Glatteis betroffen. Es gab zahlreiche Unfälle, in Bayern starben drei Menschen. Auf vielen Autobahnen kam es im Tagesverlauf zu kilometerlangen Staus durch festgefahrene und querstehende Lastwagen.

In Schleswig-Holstein berichtet die Polizei von einem eher ruhigen Verkehrsgeschehen auf den Straßen. Ein Hamburger Polizeisprecher teilte mit, die Lage sei ruhiger als erwartet, was daran liege, dass viele Menschen zu Hause geblieben seien.

Jörg Nero

Eis auf Seen und Teichen halte nicht, außerdem seien Bäume die aktuellen Schneelasten nicht gewohnt und könnten brechen, warnt Jörg Nero von der Feuerwehr Schleswig-Holstein bei ZDFheute live.

09.01.2026 | 4:06 min

Im besonders betroffenen Niedersachsen und Bremen kam es zu zahlreichen Unfällen, aber meist blieb es bei Blechschäden. Auch gab es laut Angaben mehrerer Kliniken in der Region keine besonderen oder unbeherrschbaren Auswirkungen. In den Kliniken des Bremer Verbunds Gesundheit Nord war es beispielsweise am Vormittag in den Notaufnahmen "eher ruhig", wie eine Sprecherin sagte.

Sven Rieken am Hamburger Hauptbahnof im Schnee

Dass die Bahn den Fernverkehr im Norden eingestellt hat, nähmen die meisten Reisenden gelassen, sagt ZDF-Reporter Rieken. Auch am Hamburger Flughafen fallen einige Flieger aus.

09.01.2026 | 5:26 min

Wie lief der Schulbetrieb?

Statt im Klassenzimmer lernten viele Kinder und Jugendliche am Freitag zu Hause. In Hamburg, Niedersachsen, Bremen und in Teilen Schleswig-Holsteins fiel der reguläre Schulbetrieb flächendeckend aus. Nach Angaben der zuständigen Behörden gab es teilweise Distanzunterricht und Notbetreuung für jüngere Kinder. Grund für die Schließung war meist, dass die Schulbusse nicht fuhren und eine sichere Anreise nicht gewährleistet werden konnte.

Auch in Regionen in Bayern, Thüringen, Sachsen-Anhalt, Brandenburg und Berlin fiel teils der Präsenzunterricht aus oder Eltern konnten ihre Kinder vom Unterricht entschuldigen. Mancherorts waren auch Kitas und Kindergärten betroffen.

Die Lage in den Schulen dürfte sich mit Beginn der neuen Woche normalisieren: Schleswig-Holsteins Bildungsministerium rechnet für Montag wieder mit landesweitem Schulbetrieb.

Svenja Bergerhoff auf einer Autobahnbrücke im Schnee

Eis, Schnee und Wind sorgten auf Niedersachsens Straßen für Herausforderungen, sagt ZDF-Reporterin Bergerhoff. Viele hätten Warnungen aber ernst genommen und seien zu Hause geblieben.

09.01.2026 | 3:25 min

Wie sieht die Situation an den Flughäfen aus?

Am Flughafen Hannover kam es wegen des starken Schneefalls zu Flugausfällen. Der Flugbetrieb am größten deutschen Flughafen in Frankfurt lief jedoch zunächst stabil.

Wir werden situativ entscheiden, wie es weitergeht.

Sprecherin vom Frankfurter Flughafen

Auch am Münchner Flughafen lief der Flugverkehr weitestgehend planmäßig. Am Airport Berlin-Brandenburg (BER) gab es keine Beeinträchtigungen.

Wetterdienst mit vorsichtiger Entwarnung

Die schlimmsten Erwartungen der Meteorologen hat Sturmtief "Elli" nicht mit sich gebracht. "Ich würde es nicht als ein Jahrhundert-Event einordnen. Das ist es auf gar keinen Fall", hatte Meteorologe David Menzel vom Deutschen Wetterdienst (DWD) am Freitagmorgen gesagt. "Es ist ein winterlicher Sturm und - wenn man das große Ganze betrachtet - nichts sonderlich Außergewöhnliches."

Am Samstag dürfte sich die Lage zudem weiter beruhigen. Wie der Deutsche Wetterdienst am Freitagabend mitteilte, lässt der Schneefall in der Nacht im Norden und Nordosten langsam nach. Nur an der Küste seien noch "einige Schneeschauer" und "kleinräumig wenige Zentimeter Neuschnee möglich". Im Süden liege die Schneefallgrenze bei etwa 300 bis 500 Metern.

Sturmtief "Elli" zieht über Deutschland
:Verkehrs-Chaos im Norden - weniger Schnee am Wochenende

Sturmtief "Elli" sorgt für Schnee und Glätte in Teilen Deutschlands. Im Norden sind Straßen- und Zugverkehr gestört. Der Wetterdienst erwartet Entspannung im Laufe des Wochenendes.
mit Video2:36
Ein LKW liegt nach einem Glätteunfall auf der Autobahn 7 (A7) zwischen Homberg und Bad Hersfeld auf der Seite.
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Quelle: dpa
Über dieses Thema berichteten das gemeinsame Morgenmagazin von ARD und ZDF am 09.01.2026 ab 05:30 Uhr, ZDFheute live ab 11:00 Uhr sowie das heute journal ab 22:45 Uhr.

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