Olympia 2026: Cakmakli: Vom Pizza Hut in die Olympia-Halfpipe

Einzige deutsche Ski-Halfpiperin :Cakmakli: Vom Pizza Hut viermal zu Olympia

von Lars Becker

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Sabrina Cakmakli ist die einzige deutsche Ski-Halfpiperin bei Olympia. Ihr erstaunlicher Weg und warum sie hierzulande eine Exotin ist.

Die deutsche Freestyle-Skierin Sabrina Cakmakli performed bei der Freeski Halfpipe Qualifikation bei den Olympischen Winterspielen 2022 in Peking

Die deutsche Freestyle-Skierin Sabrina Cakmakli bei den Olympischen Winterspielen 2022 in Peking

Quelle: IMAGO / Xinhua

Begonnen hat die erstaunliche Geschichte der Halfpiperin Sabrina Cakmakli im Pizza Hut von Garmisch-Partenkirchen. "Ich habe viele Jahre im Pizza Hut als Minijobberin gearbeitet und mir damit irgendwie meine Reisen finanziert", erzählt die 31 Jahre alte Frau mit einem Grinsen.

Geld für Neuseeland und Olympia-Quali verdient

2013 war das zum Beispiel so, als Cakmakli noch eine Teenagerin war. "Da habe ich mir gerade so das Geld zusammenkratzen können, dass ich nach Neuseeland kam und dort waren die ersten Qualifikationen für Olympia", so die Freestyle-Skifahrerin weiter: "Und dann ging es vom Pizza Hut quasi zu Olympia 2014."

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17.02.2026 | 7:41 min

Es war der Beginn einer außergewöhnlichen Karriere. Sabrina Cakmakli ist nämlich noch heute die einzige deutsche Halfpiperin auf Ski, die international konkurrenzfähig ist. Im italienischen Livigno wird sie ihre inzwischen vierten Olympischen Winterspiele erleben. Donnerstagabend in der Qualifikation und am Samstag hoffentlich im Finale.

Bei ihren bisherigen drei Olympia-Starts in Sotschi 2014 (14. Platz), Pyeongchang 2018 (8.) und Peking 2022 (12.) kam Cakmakli nie so richtig in Medaillennähe. Realistisch betrachtet wird das auch in Livigno so bleiben, aber das ist gar nicht das Wichtigste für die ungemein positive Frau. Zum einen freut sie sich, dass zum ersten Mal ihre Eltern live bei Olympia zuschauen werden.

Die deutsche Freestyle-Skierin Sabrina Cakmakli sitzt lächelnd auf einer Treppe

Die deutsche Freestyle-Skierin Sabrina Cakmakli freut sich auf ihre vierten Olympischen Spiele.

Quelle: IMAGO / Sven Simon

Endlich ist die Mama von Cakmakli bei Olympia

"Es ist etwas ganz Besonderes, meine Mama da zu haben. Ich freue mich einfach, dass Olympia so vor der Haustür ist", schwärmt Cakmakli. Mit dem eigenen Auto bei so einem Highlight anzureisen, sei einfach "krass". Der andere Grund für ihre Vorfreude ist, dass sie mit spektakulären Flugtricks auf der größtmöglichen Bühne Werbung für ihre spektakuläre Sportart in Deutschland machen kann.

Dort ist sie nämlich immer noch eine Exotin. "Es gibt schon ein paar Nachwuchskandidaten im Freestyle-Bereich, die dann Funpark fahren, aber Halfpipe ist in Deutschland einfach immer noch ein schwieriges Thema", sagt sie. Es gibt schlichtweg keine großen Halfpipes in deutschen Skigebieten, weil der Bau zu teuer ist.

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Cakmakli: "Coole Community"

Cakmakli versucht immer wieder "die kleinen Kiddies" daheim zu überreden, doch mal ihren spektakulären Sport auszuprobieren: "Wir müssen Camps für den Nachwuchs anbieten. Das Schöne an unserem Sport ist, dass wir alles frei gestalten dürfen. Wir sind eine richtig coole Community mit vielen guten Freunden und Adrenalin ist natürlich auch jede Menge im Spiel. Wir Freestyler sind alle ein bisschen lockerer als das in anderen Sportarten der Fall ist."

Trotzdem kann Freestyle im Deutschen Skiverband (DSV) nicht mit den etablierten Disziplinen wie Alpin, Biathlon, Skilanglauf oder Skispringen mithalten: Neben Halfpipe-Spezialistin Cakmakli haben es nur Muriel Mohr (Slopestyle, Big Air) und Emma Weiß (Aerials) aus der "Flugabteilung" überhaupt zu den Winterspielen geschafft. Echte Medaillenchancen haben in Livigno nur die deutschen Skicrosser um Daniela Maier.  

An den Strukturen liegt das laut Cakmakli nicht. Alles sei viel professioneller seit dem Start ihrer Karriere geworden. "Damals hatten wir keinen Coach und wussten auch nicht, was ein Fitnessstudio ist", erzählt sie und muss bei der Geschichte selbst lachen:

Irgendwann kamen wir zum DSV, mussten einen Krafttest machen. Da habe ich erfahren müssen, was ein Klimmzug ist.  Es hat sich schon alles sehr verändert.

Sabrina Cakmakli

Cakmaklis Pizza Hut ist geschlossen

Das gilt auch für Sabrina Cakmaklis sonstige Rahmen-Bedingungen. Sie ist inzwischen in der Sportfördergruppe der Bundeswehr finanziell abgesichert und hat eigene Sponsoren. Als Minijobberin zum Pizza Hut muss Deutschlands einzige olympische Ski-Halfpipern also nicht mehr gehen.

Aber diese unglaubliche Geschichte wäre heute ohnehin nicht mehr möglich: Cakmaklis Pizza Hut am Marienplatz von Garmisch-Partenkirchen hat seine Tore seit 2024 für immer geschlossen.

  • Über die Olympischen Winterspiele in Mailand und Cortina berichtet das ZDF seit dem 04.02.2026 täglich bei "sportstudio live".

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