Champions League: Flick lässt Barcelona an das Wunder glauben

Champions League:Flick lässt Barça an das Wunder glauben

von Florian Haupt, Barcelona

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Im Prinzip spricht alles für Atlético Madrid im Rückspiel des Champions-League-Viertelfinals. Aber der deutsche Trainer fördert den Glauben beim FC Barcelona - auf seine Weise.

Hansi Flick steht auf dem Trainingsplatz als Trainer des FC Barcelona

Hansi Flick hat dem FC Barcelona seinen Optimismus zurückgegeben. Reicht der auch für einen Sieg gegen Atlético Madrid im Rückspiel des Champions-League-Viertelfinals?

Quelle: IMAGO / Alterphotos

Am Wochenende herrschte in Barcelonas Camp Nou mehr Überraschung zum Anpfiff als zum Abpfiff. Das lag an der Aufstellung von Trainer Hansi Flick: Der Tabellenführer der Primera División bot quasi die gesamte Stammelf auf, um den erwarteten Sieg (4:1) gegen den kleinen Nachbarn Espanyol herauszuschießen.

Ja, es war ein Derby, und angesichts der bitteren Feindschaft beider Klubs ist das für die Fans immer ein besonderes Match - aber gegen ein Espanyol, das sein letztes Ligaderby vor 30 Begegnungen gewann, hätte es wohl auch mit Rotationen gereicht. Und muss der FC Barcelona nicht schon an diesem Dienstag in der Champions League ein 0:2 gegen Atlético aufholen? Auswärts im Estadio Metropolitano von Madrid?

Julian Alvarez am 08.04.26

Atletico Madrid eiskalt: Beim FC Barcelona gelingt ein 2:0-Sieg, beide Tore fallen in Überzahl. Barca ist überlegen und rackert bis zum Schluss - vergeblich.

08.04.2026 | 2:57 min

Flicks Ärger über den deutschen VAR

Im Hinspiel zuhause kam für Barça alles Unglück zusammen: 18 erfolglose Torschüsse und Pech mit dem deutschen Videoreferee Christian Dingert - der eingriff, um den Platzschiedsrichter ein Foul von Barças Abwehrchef Pau Cubarsí als rotwürdig erachten zu lassen. Nicht aber, um nach einem dümmlichen Handspiel von Atléticos Marc Pubill den fälligen Elfmeter durchzusetzen.

Es war ein Deutscher, danke an Deutschland!

Hansi Flick, Barça-Trainer (ironisch)

Die Hinspielniederlage war aber auch hausgemachten Problemen geschuldet. Der wichtige Angreifer Raphinha fehlt verletzt, andere Schlüsselspieler waren angeschlagen oder wirkten müde. Warum also keine Schonungen, wie etwa beim Gegner Atlético Madrid, der am Samstag mit einer B-Elf bei Abstiegskandidat Sevilla unterlag?

ZDF-Schiedsrichter-Experte Thorsten Kinhöfer

Thorsten Kinhöfer ordnet die umstrittene Handspiel-Szene in der 54. Minute des Viertelfinal-Hinspiels der Champions League zwischen Barcelona und Atletico Madrid ein.

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Lamine Yamal und Co schießen sich frei

In Flicks Kalkulation ist der Kopf wichtiger als die Beine. Seine Elf und insbesondere seine Stürmer sollten sich freispielen, Selbstvertrauen tanken. Das Vorhaben gelang eindrücklich: Die ersten beiden Treffer erzielte Ferran Torres, der damit eine Flaute von 14 Partien ohne Tor beendete.

Den dritten Lamine Yamal, der im Hinspiel so brillant im Dribbling wie unglücklich im Abschluss geblieben war. Und den vierten Marcus Rashford, der gegen Atlético die größten Chancen ausgelassen hatte.

Flick brachte den Optimismus zurück zu Barça

Die Szenen nach dem Schlusspfiff verrieten, dass die Kur in guter Laune offenbar gelungen war. Die Spieler tanzten Ringelreihen angesichts der bei neun Punkten Vorsprung auf Real Madrid nun immer wahrscheinlicheren Meisterschaft und drehten sogar eine kleine Ehrenrunde. Die Fans wiederum blieben noch lange nach Schlusspfiff, um zu skandieren: "Sí, se puede": Ja, die Aufholjagd ist möglich.

Es ist das große Verdienst von Flick, dass er einem zuvor jahrelang zweifelnden Klub den Optimismus zurückgegeben hat. Nach dem Espanyol-Spiel erklärte er:

Wir brauchen in Madrid kein Wunder. Wir brauchen nur unser perfektes Spiel.

Hansi Flick, Barça-Trainer

Auch nach der Reise an den Spielort insistierte er am Montag immer wieder: "Es ist möglich, es ist möglich." Und: "Wir glauben daran."

Allerdings steht Barça vor einer Herkulesaufgabe, denn im Prinzip spricht alles für Atlético. Da sind die fitten, ausgeruhten Spieler. Da ist aber auch die Geschichte: Zweimal trafen beide Vereine bisher im Champions-League-Viertelfinale aufeinander, beide Male, 2014 und 2016, kam Atlético mit dem Rückspiel zuhause weiter.

Atléticos großes Plus an Erfahrung

In der imposant langen Ära von Trainer Diego Pablo Simeone versteht sich Atlético traditionell darauf, ein Ergebnis zu verwalten. Dazu zählen durchaus auch mal Methoden wie den Rasen zu verändern - Flick jedenfalls monierte beim Abschlusstraining im Metropolitano am Montagabend den Zustand des Geläufs gegenüber den Delegierten des europäischen Fußballverbands UEFA.

Im Vergleich zum überwiegend jungen Barça verfügen die Madrilenen auch über mehr Erfahrung. Angreifer Antoine Griezmann war schon 2016 mit dabei, Kapitän Koke sogar wie Simeone bereits 2014. Am Montag beschwor Koke die "Persönlichkeit" des Teams.

Unter Simeone hat Atlético überhaupt noch nie ein Champions-League-K.o.-Spiel in Madrid verloren - sei es wie früher im alten Estadio Vicente Calderón oder seit 2018 im Metropolitano. Es ist wohl doch eher ein Wunder, das Barcelona heute braucht.

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Quelle: Reuters

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Über dieses Thema berichtet das ZDF am 13.04.2026 ab 23:00 Uhr in seiner Highlight-Sendung zur Champions League.
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