Fußball-Bundesliga: Historische Abstiegsdramen am 34. Spieltag

Tränen, Leiden und der "Club":Historische Abstiegsdramen am letzten Bundesliga-Spieltag

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Am 34. Spieltag kämpfen der VfL Wolfsburg, der 1. FC Heidenheim und der FC St. Pauli noch um den Klassenerhalt. Die Bundesliga-Historie ist reich an Dramen beim "Finale".

Jan-Aage Fjörtoft

Das Abstiegsdrama 1999 gilt als die Mutter aller Abstiegsdramen: Frankfurts Jan-Aage Fjörtoft besiegelt mit seinem Treffer den Abstieg des 1. FC Nürnberg.

Quelle: Imago

Der 34. Spieltag der Fußball-Bundesliga steht an. Im Kampf gegen den Abstieg sind noch die letzten drei der Tabelle involviert. Wolfsburg, Heidenheim und St. Pauli haben alle 26 Punkte auf dem Konto. Diese Konstellation gab es in der Bundesliga-Historie noch nie. Für Spannung ist also gesorgt.

In der langen und ereignisreichen Geschichte der Eliteliga haben sich schon häufig Dramen am letzten Spieltag zugetragen. Ein Überblick.

1969: Historischer Meister-Abstieg

"Der Club", weiß in Nürnberg jedes Kind, "ist ein Depp." Das zeigt sich selten so klar wie am 7. Juni 1969, als der Titelverteidiger als bis heute einziger Deutscher Meister absteigt. Die Konstellation ist besonders kurios, weil die letzten Vier direkt aufeinander treffen.

Der FCN (16./29 Punkte) verliert 0:3 beim 1. FC Köln (15./30), der Vorletzte Dortmund (28) rettet sich mit dem 3:0 gegen Schlusslicht Offenbach (28).

Im Zweikampf ringt Heidenheims Innenverteidiger Patrick Mainka den Kölner Flügelspieler Said El Mala zu Boden

Der 1. FC Heidenheim landet auf seiner Aufholjagd den nächsten Coup. Dank des 3:1-Sieges beim 1. FC Köln sind die schon als sichere Absteiger gehandelten Schwaben plötzlich nicht mehr Letzter.

11.05.2026 | 9:01 min

1994: Wieder der Club

"Deppen", die Zweite. Nürnberg wähnt sich gerettet, doch Aufsteiger SC Freiburg holt drei Siege in den letzten drei Spielen und schickt den FCN in Liga zwei. Der Club stürzt auch über das "Phantomtor" von Bayern-Profi Thomas Helmer am drittletzten Spieltag - das Wiederholungsspiel geht 0:5 verloren.

Phantomtor von Thomas Helmer

Das "Phantomtor" von Thomas Helmer hat ein Wiederholungsspiel zur Folge.

Quelle: Witters

1996: Weltmeister-Tränen beim FCK

Markus Münch trifft zum 1:1-Ausgleich für Leverkusen gegen Kaiserslautern und rettet Bayer, der FCK steigt erstmals ab. Lauterns Andreas Brehme weint in den Armen seines Leverkusener Weltmeister-Freundes Rudi Völler bittere Tränen.

1999: "Wir melden uns vom Abgrund"

Es ist DAS Last-Minute-Drama der Liga-Geschichte, fünf Klubs können noch absteigen. Der Club, wer sonst, fühlt sich als Zwölfter mit drei Punkten und fünf Toren Vorsprung am sichersten - und stürzt nach dem 1:2 gegen Freiburg ab.

Jan-Age Fjörtoft rettet Frankfurt mit seinem legendären Übersteiger-Tor eine Minute vor Schluss gegen Lautern (5:1), Radiomann Günther Koch ruft: "Hallo, hier ist Nürnberg, wir melden uns vom Abgrund."

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09.05.2026 | 83:38 min

2010: Für Robert Enke

Der Tod von Nationaltorwart Robert Enke im November 2009 erschüttert Fußball-Deutschland, sein Klub Hannover 96 kämpft gegen die Trauer und für den Ligaverbleib. Erst ein 3:0 am letzten Spieltag in Bochum sichert den Klassenerhalt, den die Spieler ihrem Kumpel Robert widmen. Der VfL und, na klar, Nürnberg, dem das 1:0 gegen Köln nichts nützt, steigen mit Hertha BSC ab.

2013: "Torwart" Kevin Großkreutz

Hoffenheims Schicksal scheint besiegelt: Wie soll der Tabellenletzte bei Champions-League-Finalist Dortmund gewinnen? Ganz einfach: Mit zwei verwandelten Foulelfmetern von Sejad Salihovic nach 0:1-Rückstand.

Den zweiten versenkt er nach Rot gegen Roman Weidenfeller gegen "Ersatztorwart" Kevin Großkreutz. "Hoffe" rettet sich in der Relegation, Düsseldorf muss nach dem 0:3 in Hannover runter. Augsburg bleibt durch ein 3:1 gegen Schlusslicht Fürth drin.

2015: Aus Sechs mach Zwei

Vom 13. Hertha bis zum 18. Paderborn hoffen und bangen noch sechs Klubs. Stuttgart rettet sich mit dem 2:1 beim SCP und schickt den Neuling zurück in die 2. Liga. Freiburg wird nach dem 1:2 in Hannover von Rang 14 auf 17 durchgereicht. Der Vorletzte Hamburger SV dagegen bleibt via Relegation in der Liga.

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Quelle: SID
Über dieses Thema berichtete das ZDF in der Sendung "das aktuelle sportstudio" am 09.05.2026 ab 23 Uhr.

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