Frauenfußball:Bundesliga im Umbruch - nicht nur durch personelle Abschiede
von Frank Hellmann
Die SGS Essen steigt nach 22 Jahren ab, Mainz und Stuttgart auf. Künftig spielen ausschließlich Lizenzklubs in der Frauen-Bundesliga, aus der sich einige Stars verabschieden.
Im vorerst letzten Bundesliga-Heimspiel spielte Essen remis gegen Freiburg.
Quelle: ImagoFast schon zu kitschig, wie sich Georgia Stanway und Alexandra Popp am letzten Spieltag aus der Frauen-Bundesliga verabschiedeten. Die englische Europameisterin Stanway traf bei ihrem letzten Auftritt für den FC Bayern per Strafstoß zum 1:0 beim HSV für die Münchnerinnen, die mit 24 Siegen bei zwei Unentschieden und 90:9 Toren weit enteilt sind.
"Es waren unglaubliche vier Jahre. Ich habe jede einzelne Sekunde geliebt", sagte die 27-Jährige, die sich nach acht Titeln bei den Bayern eine neue Herausforderung sucht. Der FC Arsenal soll ihr neuer Arbeitgeber bei der Rückkehr auf die Insel werden.
Die Fußballerinnen des FC Bayern bleiben in dieser Bundesliga-Saison zu Hause ungeschlagen. Im letzten Heimspiel gab es ein 2:0 gegen Frankfurt - und danach die Meisterschale.
09.05.2026 | 5:45 minAbschied aus der Frauen-Bundesliga: Applaus für Alexandra Popp
Fast schon gewohnt emotional ging es bei Deutschlands Vorzeigefußballerin Popp zu, die sich nach 14 Jahren beim VfL Wolfsburg stilecht mit einem Doppelpack gegen den 1. FC Nürnberg (3:1) verabschiedete.
Bei ihrer Auswechslung stellten sich alle Spielerinnen für ein Spalier auf, später griff sich die 35-Jährige das Megafon für ein letztes "Humba" mit mehr als 7.000 Fans. Der Werksverein hat allerdings noch keinen Nachfolger für Macher Ralf Kellermann gefunden, der wie Popp bei Borussia Dortmund anheuert.
Alexandra Popp hat ihren letzten Auftritt im Trikot des VfL Wolfsburg gewonnen. Verrückt: Die Torhüterin des 1. FC Nürnberg trifft per Freistoß von der Mittellinie.
17.05.2026 | 4:55 minEintracht Frankfurt: Ovationen für Geraldine Reuteler
Den Fußballerinnen von Eintracht Frankfurt gelang bei einer stimmungsvollen Aufholjagd gegen Union Berlin (4:2) zum fünften Mal in Folge die Qualifikation zur Champions League. Doch der Bundesliga-Dritte kann erneut seine besten Spielerinnen nicht halten.
Die Abgänge der mit stehenden Ovationen verabschiedeten Geraldine Reuteler, Elisa Senß, Nicole Anyomi, Nadine Riesen und vermutlich auch Lisanne Gräwe reißen eine große Lücke. Immerhin hat Frankfurt die Bundesliga-Torschützenkönigin Larissa Mühlhaus von Werder Bremen verpflichtet. Die 23-Jährige dürfte auch bei Bundestrainer Christian Wück in Zukunft eine größere Rolle spielen.
Verrücktes Tor in der Frauen-Fußball-Bundesliga: Nürnbergs Torfrau Lourdes Romero trifft per Freistoß aus der eigenen Hälfte.
17.05.2026 | 0:09 min
Der beste Ausbildungsverein steigt ab
Mit der SGS Essen muss ausgerechnet der beste Ausbildungsbetrieb nach 22 Erstligajahren absteigen. Das als Familienfest deklarierte letzte Heimspiel gegen den SC Freiburg (1:1) geriet im Stadion an der Hafenstraße vor 6.000 Besuchern zur traurigen Abschiedsvorstellung.
Lea Schüller, Lena Oberdorf, Linda Dallmann, Stina Johannes, Nicole Anyomi und Vivien Endemann haben einst alle in Essen-Schönebeck begonnen. Aber wie hatte Geschäftsführer Florian Zeutschler einmal gesagt: "Wir können keine Topspielerinnen holen, die zwischen 10.000 und 20.000 Euro im Monat verdienen."
Die Schere zu den Lizenzvereinen war zuletzt immer weiter auseinandergegangen. Der Trend hatte sich durch Union Berlin und den HSV noch verstärkt. Mit 8.200 Besuchern im Schnitt an der Alten Försterei und fast 7.000 im Volksparkstadion verbuchten diese beiden Aufsteiger übrigens den größten Zuschauerzuspruch.
Nürnbergs Torfrau Lourdes Romero sorgte mit einem Tor von der Mittellinie für ein Highlight. Im ZDF-Interview erklärt sie ihre Sicht.
17.05.2026 | 2:22 minAbstieg der SGS Essen: Bedauern beim DFB
Persönliches Bedauern über den Verdrängungswettbewerb drückte DFB-Vizepräsidentin Heike Ullrich aus.
Ich habe eine unheimliche Hochachtung vor dem, was Essen geleistet hat. Dort wurde unter völlig anderen Budgetverhältnissen hervorragende Arbeit gemacht.
DFB-Vizepräsidentin Heike Ullrich
Der Abstieg sei die Folge davon, "dass einfach die Investments der Lizenzvereine solchen Strukturen überlegen sind", sagte die für den Frauen- und Mädchenfußball zuständige Funktionärin.
Und der Strukturwandel setzt sich fort. Die Vereine wollen ab der Saison 2027/28 den Betrieb selbst übernehmen. Ein Grundlagenvertrag für die Übernahme wird gerade ausgearbeitet, der DFB würde dann im Herbst einen außerordentlichen Bundestag einberufen.
Die Fußballerinnen von Mainz 05 können jubeln: Sie spielen in der neuen Saison erstmals in der Bundesliga.
Quelle: ImagoMainz und Stuttgart steigen auf
Nächste Saison besteht die höchste Frauen-Spielklasse nun erstmals seit der Gründung 1990 ausschließlich aus Lizenzvereinen, die auch in der Männer-Bundesliga spielen. Den letzten freien Platz sicherten sich die Fußballerinnen des FSV Mainz 05, die am Sonntag mit einem 5:0 (1:0) beim Tabellenletzten VfR Warbeyen in Kleve den Durchmarsch perfekt machten. Der VfB Stuttgart stand zuvor als erster Aufsteiger bereits fest. Beide Frauen-Teams waren erst in der vergangenen Saison in die 2. Liga aufgestiegen und schafften nun den direkten Sprung ins Fußball-Oberhaus.
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