DFB-Pokal gewonnen: Was die Dominanz der Bayern-Frauen bedeutet

4:0 im Pokalfinale gegen Wolfsburg:Was die Bayern-Dominanz für die Konkurrenz bedeutet

von Frank Hellmann

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Die vom FC Bayern demonstrierte Überlegenheit im Pokalfinale gegen den VfL Wolfsburg wirft Fragen für die Konkurrenz auf. Auch Alexandra Popp gesteht: "Sie haben uns überholt."

Magdalena Eriksson und Alexandra Popp am 14.05.26

Die Fußballerinnen des FC Bayern München haben nach der deutschen Meisterschaft auch den DFB-Pokal gewonnen. Im Finale gegen den VfL Wolfsburg setzten sich die Münchnerinnen klar durch.

14.05.2026 | 5:59 min

Am Ende waren die Tränen dann doch rasch wieder getrocknet. Und Alexandra Popp konnte sich sogar mit der Medaille der Verliererinnen trösten. Auch wenn sich der Traum vom 14. DFB-Pokalsieg für die scheidende Anführerin des VfL Wolfsburg nach einem einseitigen Endspiel gegen den FC Bayern (0:4) nicht erfüllt hatte: Allzu viel Trübsal wollte die 35-Jährige nicht blasen.

Popp zwischen Enttäuschung und Ernüchterung

Die Enttäuschung sei zwar "extrem groß". Es sei ihr vorletztes Spiel mit dem VfL und ihr vielleicht letztes DFB-Pokalfinale gewesen: "Dementsprechend emotional war ich auch", sagte Popp nach der Partie.

Doch wenn der Gegner so dominant auftritt, weicht die Ernüchterung eben auch schneller der Anerkennung: "Die Bayern haben die bessere Qualität, sie haben eine andere Ruhe - und sie sehen die Räume", erklärte sie auf ZDF-Nachfrage, was die Gründe für die Münchner Dominanz seien.

Alexandra Popp

Alexandra Popp, Kapitänin des VfL Wolfsburg, über das verlorene DFB-Pokal-Finale und ihre Zeit beim VfL, wo sie es mit "großen Mitspielerinnen" und "tollen Menschen" zu tun gehabt habe.

14.05.2026 | 4:13 min

Echte Spannung kommt nicht mehr auf

National kann den Doublesiegerinnen aus der bayrischen Landeshauptstadt niemand das Wasser reichen. Leider baute sich bei der 46. Auflage des Finals im DFB-Pokal der Frauen vor der Rekordkulisse von 46.064 Zuschauern in Köln nie ein echter Spannungsbogen auf. Nicht nur ein medizinischer Notfall drückte auf die Stimmung auf den vollbesetzten Rängen in Köln-Müngersdorf. Ein elektrisierendes Endspiel verläuft anders.

Vor zwei Jahren hatte sich die Leitwölfin Popp noch vehement gegen den Begriff der Wachablösung gewehrt, nun ging ihr das Eingeständnis flüssig über die Lippen:

Sie haben uns überholt. Wir waren qualitativ nicht ebenbürtig.

Alexandra Popp über die Bayern-Frauen

Nur was sagt das über die Konkurrenzfähigkeit aus, wenn das auf Effizienz und weniger auf Spektakel gepolte FCB-Ensemble mit solcher Selbstverständlichkeit siegt? Ohne Gegentor im Pokal - und gerade mal acht in der Bundesliga.

Bayern Münchens Spielerin Linda Dallmann im ZDF-Interview nach dem gewonnenen Pokalfinale

Bayern Münchens Giulia Gwinn und Linda Dallmann über den Sieg im Pokalfinale gegen den VfL Wolfsburg. Interviews: Felicitas Hölscher.

14.05.2026 | 2:18 min

Selbst das emotionale Popp-Comeback nach ausgeheiltem Muskelfaserriss in der Wade änderte nichts daran, dass dem Vizemeister vor allem offensiv jegliche Mittel fehlten. Eine Halbzeit lang verteidigten bissige "Wölfinnen" noch gut genug, ehe ein VAR-Eingriff zum 0:1-Halbzeitrückstand durch den von Georgia Stanway verwandelten Elfmeter (45.+2) führte.

Bayrische Dominanz im Ballbesitz

"Der Elfmeter war sehr ungünstig. Er hat das ganze Spiel beeinflusst", ärgerte sich VfL-Trainer Stephan Lerch. Ansonsten blieb auch ihm nur übrig, die Fakten zu benennen: "Die Bayern spielen ihre Stärke und ihre Sicherheit im Ballbesitz aus. Sie sind uns einige Schritte voraus."

Momentan sind sie die Benchmark im deutschen Frauenfußball.

Stephan Lerch, Trainer des VfL Wolfsburgs, über die Bayern-Frauen

Trainer-Kollege José Barcala dürfte derlei Komplimente gerne hören. Unter seiner Anleitung ist diese Münchner Mannschaft zur Siegmaschine gereift, die auf dem Platz keine Kompromisse kennt.

Die spanischen Stilelemente traten vor allem nach dem Wechsel zum Vorschein, als Pernille Harder (59.), Momoko Tanikawa (77.) und Arianna Caruso (84.) trafen. Erstaunlich: Barcala mahnte weitere technische und taktische Verbesserungen an, "um ein Topteam in Europa zu werden". Die Mission des von Servette Genf gekommenen Erfolgstrainers ist bei den Bayern offenbar erst am Anfang.

Die internationale Achse verliert nie die Ruhe

Der 44-Jährige lobte, wie gut organisiert und kompakt seine Spielerinnen auch nach der durchwachsenen ersten Hälfte geblieben seien: "Toll zu sehen, wie sie sich durch die schwierigen Momente navigiert haben."

Tatsächlich besticht seine internationale Achse mit der isländischen Abwehrchefin Glodis Perla Viggosdottir, der englischen Europameisterin Stanway und der dänischen Weltklassetorjägerin Harder durch enorme Erfahrung und Ruhe.

Georgia Stanway mit Meisterschale am 09.05.2026 in München.

Die Fußballerinnen des FC Bayern bleiben in dieser Bundesliga-Saison zu Hause ungeschlagen. Im letzten Heimspiel gab es ein 2:0 gegen Frankfurt - und danach die Meisterschale.

09.05.2026 | 5:45 min

Die nahezu makellose Saison - in der Champions League mussten sich die Münchnerinnen im Halbfinale dem FC Barcelona geschlagen geben - endet nun mit einem Auswärtsspiel im Volksparkstadion beim Aufsteiger Hamburger SV (Sonntag 14 Uhr).

Und dann geht's bald gemeinsam mit den Männern auf den Rathausbalkon am Marienplatz. Der FC Bayern wird sich mit seinen titelhungrigen Aushängeschildern gebührend feiern lassen. Für das doppelte Double mit den Männern? Die Frauen haben am Vatertag eindrucksvoll die Messlatte gelegt.

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Quelle: Reuters

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Über dieses Thema berichtete sportstudio live am 14.05.2025 ab 15:40 Uhr.