Eintracht Frankfurts neuer Trainer:Warum Albert Riera schon jetzt unter Beobachtung steht
von Frank Hellmann
Bislang stimmt unter Albert Riera die Punkteausbeute. Der neue Trainer von Eintracht Frankfurt hat sich aber angreifbar gemacht. Vor allem die Spielweise irritiert.
Lässt Mario Götze (links) nicht recht zum Zug kommen: Trainer Albert Riera.
Quelle: ImagoDie erhobenen Augenbrauen gehören bei Albert Riera bei Presseterminen genauso dazu wie die ausladenden Handbewegungen. Der Spanier, seit Februar in Diensten von Eintracht Frankfurt, kommuniziert in Englisch, unterfüttert seine Erklärungen und Erläuterungen auch mit Gestik und Mimik.
Viele wünschen sich diese Emotionen auch bei seiner Mannschaft, die im Heimspiel gegen den 1. FC Köln (Sonntag, 17.30 Uhr / Zusammenfassung bei sportstudio.de am Montag ab 0.00 Uhr) in der Bringschuld steht.
Trainer Albert Riera soll bei der schwächelnden Frankfurter Eintracht die Wende schaffen. Mit der Wahl des Spaniers gehen die Hessen aber auch ein Risiko ein.
12.02.2026An Rieras Punktausbeute nichts zu deuteln
Viele Blicke mögen sich aufs Debüt des Kölner Trainers René Wagner richten, doch befindet sich sein Frankfurter Kollege schon früh unter Beobachtung. Ungeachtet der ordentlichen Ausbeute mit elf Zählern in den ersten sieben Partien haben sich einige Irritationen angesammelt, obgleich Rieras Arbeit auf dem Trainingsplatz als intensiv beschrieben wird.
Da war zum einen die Tatsache, dass der 43-Jährige nach dem blutleeren Auftritt in der Bundesliga beim FSV Mainz 05 (1:2) acht Tage freigegeben hat. Riera selbst war am Samstag vor einer Woche bei einem Legendenspiel des FC Liverpool an der Anfield Road aktiv, wo er von 2008 bis 2010 unter Vertrag stand.
Der FSV Mainz macht einen weiteren großen Schritt aus der Abstiegszone. Beim 2:1 gegen Eintracht Frankfurt ist Paul Nebel mit einem Doppelpack der Mann des Tages.
23.03.2026 | 10:10 minKlar, seine Profis bekamen Hausaufgaben mit, doch selbst in der Frankfurter Führungsetage waren viele über die lange Auszeit zur Länderspielpause überrascht. Zumal Riera gestand: "Mainz hat das Spiel nicht gewonnen, sondern wir verloren."
Wohin mit Weltmeister Mario Götze?
Zum anderen verstörte die Personalauswahl. So fand sich Mario Götze, mit dem die Eintracht nun gerade den Vertrag bis 2028 verlängerte, zuletzt gar nicht im Kader wieder. Ob er jetzt wieder eine Verwendung für den 33-Jährigen hat, wollte der Coach nicht bestätigen.
Gänsehaut pur - auch drei Jahre danach: Am 13. Juli 2014 trifft Mario Götze nach Flanke von André Schürrle zum 1:0 gegen Argentinien - und schießt Deutschland so zum WM-Titel. Ob Deutschland den Titel verteidigen kann, sehen Sie nächstes Jahr live in ARD und ZDF.
13.07.2017 | 0:30 minLieber erwähnte er Urgestein Timothy Chandler, der mit 36 Jahren auch "fantastisch" trainiere. Zugleich empfahl er den Journalisten, doch am besten gleich nach allen Spielern zu fragen.
Ratschläge an die Journalisten
Auch solche Belehrungen sorgen für Stirnrunzeln. Immerhin deutete Riera eine Systemumstellung mit zwei Stürmern an. Diese Option gebe es: Jonathan Burkardt und Arnaud Kalimuendo könnten eine solche Doppelspitze bilden, um mehr Durchschlagskraft zu erzeugen.
Zuletzt in Mainz, aber auch gegen den 1. FC Heidenheim (1:0) und beim FC St. Pauli (0:0) mangelte es an Tempo und Tiefgang. Stattdessen gab es Quer- und Rückpässe in Endlosschleife.
Dabei wollte Riera doch eigentlich "etwas Wunderschönes kreieren". Der zahlende Zuschauer müsste "eine Show" zu sehen bekommen, hatte er bei seiner Vorstellung angekündigt.
Vieles klingt nach Allgemeinplätzen
Natürlich, es sei seine Verantwortung, dass der Matchplan umgesetzt werde, rechtfertigte sich Riera. Dazu fiel am Karfreitag jener Allgemeinplatz, den der von NK Celje in Slowenien geholte Einpeitscher gerne nutzt: "Jeder auf dem Platz weiß, was er zu tun hat und was er besser machen muss."
Noch aber ist der Stil erst in Spurenelementen erkennbar. Dabei ist die treue Fangemeinde der Eintracht gar nicht so anspruchsvoll, wie Vorstandschef Axel Hellmann betont:
Es ist nicht so schwer, dieses Stadion zu entflammen. Auch die Mannschaft kann mal ein Zeichen setzen, nicht immer nur die Ränge.
Eintracht-Chef Axel Hellmann
Manager Markus Krösche schützt seinen Wunschtrainer
Sportvorstand Markus Krösche hat seinen Wunschkandidaten vorerst gegen die aufkommende Kritik geschützt. "Albert sagt, was er denkt. Das polarisiert. Er ist überzeugt von dem, was er tut und wie er Fußball spielen lassen will", sagte Krösche in der "Frankfurter Allgemeine Zeitung". Man werde den Coach nicht am Erreichen der internationalen Startplätze messen.
Markus Krösche, Sportvorstand von Eintracht Frankfurt, spricht im sportstudio-Interview mit Jochen Breyer über Transferstrategien und die veränderte Marktlage im Fußball.
21.03.2026 | 17:26 minMag ja sein, aber Platz sieben und damit wohl selbst die Conference League zu verpassen, käme den Klub teuer zu stehen. "Wir haben jetzt noch sieben Endspiele", hat Albert Riera noch gesagt.
Eintracht-Sportvorstand im sportstudio:Markus Krösche: "Der Markt hat sich verändert"
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