Bundesliga: Die Gründe für das Kwasniok-Aus beim 1. FC Köln

Geißböcke ziehen die Reißleine:Die Gründe für das Kwasniok-Aus beim 1. FC Köln

von Stephan Klemm

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Lukas Kwasniok hatte als Trainer des 1. FC Köln eine negative Serie zu verantworten und mit ständiger Rotation seine Mannschaft verunsichert. Es übernimmt Co-Trainer René Wagner.

Trainer Lukas Kwasniok (1. FC Köln).

Zwei Siege in 18 Spielen waren zu wenig: Trainer Lukas Kwasniok muss gehen.

Quelle: firo Sportphoto

Am Sonntagvormittag erschien Lukas Kwasniok am Geißbockheim im Kölner Grüngürtel, so wie er es immer macht nach Samstagsspielen im nicht weit entfernten Stadion. Doch das angesetzte Training für die Reservisten fiel aus. Kwasniok kreuzte mit Jeans und T-Shirt auf. Die ihn Beobachtenden begrüßte er mit einem klassischen Kwasniok-Späßchen: "Picknick? Bin gar nicht eingeladen."

Eingeladen war der Trainer des 1. FC Köln stattdessen zur Besprechung mit seinen Chefs. Dabei ging es vor allem um die Klärung der Frage, warum der Aufsteiger in den vergangenen 18 Spielen nur zwei Siege hinbekommen hat. Eine Anleitung zur Wende hatte Kwasniok offenbar nicht in petto. Denn am Sonntagabend wurde er von seinen Aufgaben freigestellt. Es passte nicht mehr.

Trennung auf Empfehlung von Kessler

Die Trennung verkündete der Klub um 19 Uhr nach einem Sonntag der langen Sitzungen. In Köln kann der Sport-Geschäftsführer, in diesem Fall Thomas Kessler, nicht ohne das Ja-Wort des Gemeinsamen Ausschusses eine Personalentscheidung dieser Tragweite treffen. Das siebenköpfige Gremium kam am frühen Abend schließlich Kesslers Empfehlung nach, die Trennung mit sofortiger Wirkung zu vollziehen. Kessler sagt in der Pressemitteilung des Klubs:

Wir sind zu der Entscheidung gekommen, für die letzte Phase der Saison auf der Cheftrainer-Position einen Impuls zu setzen. Wir haben zu wenige Punkte geholt - das ist die Realität.

Thomas Kessler in der Pressemitteilung des 1. FC Köln

Mit Kwasniok muss auch Frank Kaspari gehen, einer seiner Co-Trainer. Den Aufsteiger übernimmt nun, zumindest vorerst, mit René Wagner ein weiterer Assistenztrainer. Kessler vertraut Wagner die Mannschaft dem Vernehmen nach mindestens für die nächsten Spiele in Frankfurt und in den direkten Abstiegskampf-Duellen gegen Bremen und in St. Pauli an.

Sollte die von Kessler erhoffte Wende nicht eintreten, könnte er für den Schlussspurt auf einen Nothelfer wie den in dieser Rolle in Köln bereits erprobten Friedhelm Funkel zurückgreifen, der einstweilen aber keine Rolle in den Überlegungen der Klubchefs spielt.

Co-Trainer Wagner springt ein

Wagner hatte bereits bei Union Berlin und dem Hamburger SV als Co-Trainer gearbeitet. Außerdem hat er in England die UEFA Pro Licence erworben. Wichtig für Kessler war vor allem dieser Punkt: "René Wagner kennt die Mannschaft und hat einen guten Zugang zu den Spielern." Das vor allem sprach zuletzt für den Trainerwechsel.

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Der 1. FC Köln bleibt auch im sechsten Spiel in Folge ohne Sieg. Gegen den HSV spielt der Effzeh 1:1. Das befeuert die Kritik an Trainer Lukas Kwasniok.

14.03.2026 | 3:44 min

Kwasniok hatte seine Mannschaft durch ständige Rotation verunsichert. Außerdem hatte er in dem Verlangen, besondere Dinge zu machen, bisweilen U19-Spieler in die Startelf berufen und damit erfahrene Bundesliga-Spieler brüskiert. Daraufhin monierten einige von ihnen fehlende Wertschätzung von Seiten Kwasnioks.

Kwasniok brüskierte Chefs mit Selbstlob

Als Kwasniok zu Saisonbeginn als neuer Trainer in Köln erschien, hatte er sich schnell an diesen emotionalen Standort adaptiert. Er schlüpfte in die Rolle des Volkstribuns, lieferte knackige, geistreiche Sprüche, coachte am Spielfeldrand im Trikot seines Klubs und hatte sein Team auch fußballerisch entwickelt.

Hohes Pressing, mutiges Mitspielen und sieben Punkte aus den ersten drei Spielen schienen das Ergebnis eines richtigen Trainer-Castings zu sein. Doch mit den fehlenden Siegen und der Verstimmtheit von weiten Teilen der Mannschaft fielen auch Kwasnioks selbstbewusste Sprüche mehr und mehr negativ auf.

Co-Trainer Rene Wagner (1.FC Köln).
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1. FC Köln

René Wagner (geb. am 17.07.1988) hat als bisheriger Co-Trainer am 22. März 2026 die Nachfolge vom entlassenen Trainer Lukas Kwasniok übernommen.

Quelle: Imago

Allerdings war seine Mannschaft wie am Samstag beim 3:3 im Derby gegen Borussia Mönchengladbach immer wieder als kämpferisch stark und resistent aufgefallen. Was fehlte, waren gleichwohl drei Punkte. Und nach dem Spiel übertrieb es Kwasniok wieder einmal mit seiner Einschätzung, man müsse erst mal jemanden finden, der mehr Überzeugung in sich trage. Dieses Selbstlob in einer verfahrenen Situation dürfte seine Chefs mehr brüskiert als von ihrem Ex-Trainer überzeugt haben.

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Über dieses Thema berichtete das ZDF in den heute-Nachrichten am 22.03.2026 um 19 Uhr.

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