Musiala vor Comeback:Topspiel RB gegen Bayern: Warum die Rivalität verblasst ist
von Maik Rosner
Hoeneß warnte einst vor Leipzig als neuem Rivalen neben Dortmund. Von dieser Sorge der Bayern ist vor dem Topspiel und Musialas voraussichtlichem Comeback nicht mehr viel übrig.
Steht vor seinem Comeback: Jamal Musiala hatte sich bei der Klub-WM im Sommer einen Wadenbeinbruch zugezogen.
Quelle: IMAGO / Sven SimonBevor der FC Bayern am Samstag in Leipzig zum Topspiel der Bundesliga antritt, ist von RB Leipzig als Titelkonkurrenten gerade keine Rede. Nach ihrer Rekord-Hinrunde thronen die Münchner mit elf Punkten Vorsprung auf Borussia Dortmund ja einsam an der Spitze, der Dritte Leipzig liegt 15 Zähler zurück.
Auch wenn RB noch das Nachspiel bei St. Pauli hat, geht von den roten Bullen für das Ziel der Bayern, ihren Meistertitel erfolgreich zu verteidigen, nur noch das Bedrohungspotenzial gewöhnlicher Milchkühe aus. Das Hinspiel in München hatte RB 0:6 verloren.
Serge Gnabrys Zaubertor und Min-Jae Kims Kopfball nach einstudierter Ecke: So drehen die Bayern das Spiel in Köln. Lennart Karl macht gegen Ende mit dem 3:1 den Arbeitssieg perfekt.
15.01.2026 | 9:45 minTrainer Kompany erwartet "ein tolles Spiel"
"Leipzig hat eine junge Mannschaft, dann kann das mal passieren", sagte Vincent Kompany am Freitag in München. Doch wie seine Bayern sei RB eine "offensiv starke Mannschaft", befand der Trainer, "das kann ein tolles Spiel werden." Das musste als Respektsbekundung reichen.
Ohnehin ging es in München eher am Rande um den Gegner. Im Vordergrund standen die eigenen Personalien, allen voran Jamal Musialas voraussichtliches Comeback nach seinem Wadenbeinbruch bei der Klub-WM im vergangenen Sommer.
Kompany kündigt Musialas Rückkehr an
"Wenn alles gut läuft, ist der Plan, dass er dabei ist", kündigte Kompany an. Joshua Kimmich könnte nach seinen anhaltenden Beschwerden am Sprunggelenk sogar in die Startelf zurückkehren, nach Konrad Laimers Faserriss womöglich als Rechtsverteidiger.
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16.01.2026 | 1:33 minVor knapp zehn Jahren war beim FC Bayern noch die Sorge umgegangen, dass Leipzig "mittelfristig ein gefährlicher Gegner" werden könne, wie es Uli Hoeneß formulierte. "Wir haben neben Dortmund einen zweiten Feind, den wir jetzt endlich wieder attackieren können", rief Hoeneß im November 2016 auf der Jahreshauptversammlung den Bayern-Mitgliedern zu.
Als Uli Hoeneß wegen RB die Fäuste ballte
Sorge vor dem dank Red Bull sehr finanzstarken Rivalen schwang mit. Hoeneß sprach lieber von einem hilfreichen Ansporn. "Denn wenn man ehrlich ist, mussten wir unsere Motivation die letzten Jahre immer aus uns selbst holen, weil uns keiner gereizt hat, weil uns keiner geärgert hat. Und es ist höchste Zeit, dass ein paar kommen, dass wir sie wieder richtig bekämpfen können", rief Hoeneß und ballte die Fäuste.
Auf dem ersten Konvent nach seiner Haftstrafe wegen Steuerhinterziehung war das. Damals führte Leipzig als Aufsteiger die Tabelle mit drei Punkten Vorsprung vor den Bayern an. Diese wurden zwar am Ende mit 15 Punkten Vorsprung vor RB Meister, doch der Respekt vor den Kickern mit den Brause-Milliarden im Hintergrund schien begründet. Für die Bezeichnung Feind entschuldigte sich Hoeneß zwar rasch, seine Angriffslust aber blieb.
Überläufer von Kimmich bis Nagelsmann
Dass von einer Rivalität zu Leipzig nun kaum noch die Rede ist, hat viel damit zu tun, wie die Bayern die Bullen gezähmt haben. Reihenweise warben sie Personal von den Sachsen ab, darunter die aktuellen Bayern-Profis Kimmich, Laimer und Dayot Upamecano sowie ihren Sportvorstand Max Eberl. Sportdirektor Christoph Freund lief aus der Red-Bull-Zentrale zu den Münchnern über.
Aus Leipzig wechselten zwischendurch zudem Marcel Sabitzer und der heutige Bundestrainer Julian Nagelsmann zum FC Bayern. Mit ihm zogen seine damaligen Assistenten Xaver Zembrod, Dino Toppmöller und Benjamin Glück sowie der Psychologe Maximilian Pelka nach München um.
Nach zuletzt zwei Niederlagen drohte Leipzig aus den Europacup-Plätzen zu fliegen, gegen Freiburg schaffen die Sachsen die Trendwende. Nach dem 2:0 steht vorerst Platz 3 zu Buche.
15.01.2026 | 6:44 minNagelsmanns Warnung vor Leipzig
Etwas mehr als ein halbes Jahr später stand im Februar 2022 das Topspiel zwischen dem FC Bayern und Leipzig an. "Der Klub und die Mannschaft haben riesiges Potenzial", sagte Nagelsmann damals über seinen vorherigen Arbeitgeber, Leipzig habe "eine der interessantesten Mannschaften in Europa".
Doch zu mehr als den Pokaltiteln 2022 und 2023 hat es für RB bisher nicht gereicht. 2020 war Nagelsmann mit Leipzig noch ins Halbfinale der Champions League eingezogen. In dieser Saison ist RB nach Platz sieben in der vergangenen Spielzeit international gar nicht vertreten.
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