Israel: Ben-Gvir will mehr Tötungen in Gaza - "jede Nacht 30, 40"

Israels rechtsextremer Polizeiminister:Ben-Gvir will gezielte Tötungen in Gaza: "Jede Nacht 30, 40"

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Israels ultrarechter Sicherheitsminister Ben-Gvir will nächtliche Tötungen im Gazastreifen: "Jede Nacht 30, 40", so die Forderung. Dies gelte nicht nur für militante Palästinenser.

Israels Minister für Nationale Sicherheit, Itamar Ben-Gvir, im Israelischen Parlament. (Archiv)

Gehört zu den einflussreichsten Politikern in Israel: Sicherheitsminister Itamar Ben-Gvir. (Archiv)

Quelle: AP

Vor Gesprächen über die Nachkriegsordnung im Gazastreifen hat Israels rechtsextremer Polizeiminister zur Tötung von noch mehr Palästinensern in dem Küstenstreifen aufgerufen. Es sei kein Geheimnis, dass er in dieser Frage Meinungsverschiedenheiten mit Ministerpräsident Benjamin Netanjahu habe, sagte Itamar Ben-Gvir in einem Podcast mit der ehemaligen Gaza-Geisel Rom Braslavski.

Ich finde, es sollten in Gaza gezielte Tötungen ausgeführt werden, wobei jede Nacht 30 bis 40 ausgeschaltet werden.

Itamar Ben-Gvir, Sicherheitsminister in Israel

Er beziehe sich dabei nicht nur auf militante Palästinenser, die eine unmittelbare Gefahr darstellten, erklärte der Polizeiminister mit Blick auf den Gazastreifen. "Es gibt dort Menschen, die es nicht verdient haben, zu leben. Sie sollten nicht am Leben sein. Sie sind nicht einmal Menschen."

Ein Mann arbeitet zwischen Trümmern in Gaza Stadt nach israelischen Angriffen.

Nachdem der US-Sondergesandte Kushner mit Hamas-Chef Chalil al-Haya gesprochen hat, will er US-Pläne für Frieden in Gaza mit Benjamin Netanjahu besprechen. Dieser lehnte bislang ab.

17.08.2026 | 0:26 min

Unionsfraktion fordert Sanktionen gegen Ben-Gvir

Der außenpolitische Sprecher der Unionsfraktion im Bundestag, Jürgen Hardt (CDU), forderte nach den Äußerungen EU-Sanktionen gegen Ben-Gvir.

Ben-Gvirs menschenverachtende Äußerungen kann jeder Mensch nur verurteilen.

Jürgen Hardt (CDU)

Die EU solle "ihn sanktionieren als Zeichen für die weltweite Geltung von Menschenwürde und Menschenrechten", sagte Hardt "Politico". Zudem sei er davon überzeugt, dass ein israelisches Kabinett ohne Ben-Gvir Europa und Israel wieder näher zusammenführen würde.

Iran: "Zionistische Verbrecher"

Irans Vizeaußenminister Kasem Gharibabadi verurteilte die Äußerungen Ben-Gvirs in einem Post auf der Plattform X. "Dieser zionistische Verbrecher spricht gleichzeitig von der Vertreibung der Palästinenser und vom Siedlungsbau im gesamten Gazastreifen", schrieb er. Es seien "Geständnisse", die "für den Tag der Abrechnung und für den Prozess gegen diese Verbrecher aufgezeichnet und aufbewahrt werden" müssten.

Zerstörtes brennendes Auto nach einem israelischen Luftangriff im Süden von Gaza-Stadt.

Türkei, Katar und Ägypten kritisieren Israels jüngste Angriffe im Gazastreifen als Verstoß gegen das Völkerrecht.

04.08.2026 | 0:23 min

Äußerungen vor Gesprächen von USA und Hamas

Die Äußerungen Ben-Gvirs kamen vor neuen Vermittlungsgesprächen von Jared Kushner, US-Unterhändler und Schwiegersohn von US-Präsident Donald Trump, in der Region. Am Sonntag hatte er bereits in Ägypten mit dem Präsidenten Abdel Fattah al-Sisi sowie Repräsentanten der islamistischen Terrororganisation Hamas Gespräche über die Zukunft des Gazastreifens geführt.

Heute traf er in Israel laut einer mit der Angelegenheit vertrauten Quelle Netanjahu. Auch der ehemalige britische Premierminister Tony Blair und der Hohe Vertreter des Friedensrats, Nikolaj Mladenow, sollten an dem Treffen teilnehmen.

Archiv: Palästinenser begutachten zerstörte Gebäude nach einem israelischen Luftangriff im zentralen Gazastreifen.

US-Präsident Donald Trump zufolge hat ein von den USA angestoßener Friedensrat eine Einigung zur Entwaffnung der Hamas im Gazastreifen erzielt.

31.07.2026 | 0:20 min

Israel pocht auf Entwaffnung der Hamas

Netanjahu hatte vor gut einer Woche gesagt, Israel lehne einen Fahrplan des sogenannten "Board of Peace" für den im Krieg großflächig zerstörten Gazastreifen ab. "Die israelische Armee wird keinerlei Abzug vollziehen, bis die Hamas entwaffnet ist", sagte Netanjahu.

Der ehemalige israelische Sicherheitsberater Meir Ben-Schabat kritisierte, der Gaza-Fahrplan stelle eine Abschwächung des ursprünglichen Friedensplans von Trump dar. Dabei nannte er die Entwaffnung der Hamas durch ein palästinensisches Gremium und die geplante Lagerung der Waffen im Gazastreifen.

Israel fordert dagegen eine komplette Entfernung der Waffen aus dem Küstenstreifen, weil es befürchtet, sie könnten der Hamas sonst in Zukunft wieder in die Hände fallen.

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Quelle: dpa, AP
Über dieses Thema berichtete heute Xpress am 17.08.2026 ab 08:30 Uhr.

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