Merz verurteilt Ben-Gvirs Forderung nach toten Palästinensern

Forderung nach Palästinenser-Tötungen:"Nicht hinnehmbar": Merz verurteilt Ben-Gvirs Äußerungen

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Bundeskanzler Merz hat auf die jüngsten Äußerungen von Israels Minister Itamar Ben-Gvir reagiert. Die Forderung nach täglichen Tötungen von Palästinensern sei menschenverachtend.

Jürgen Hardt spricht auf der 80. Sitzung des 21. Deutschen Bundestages am Rednerpult

Unions-Außenpolitiker Jürgen Hardt fordert EU-Sanktionen gegen den israelischen Sicherheitsminister Ben-Gvir. Dieser hatte gezielte Tötungen von Menschen im Gazastreifen gefordert.

18.08.2026 | 1:34 min

Die Bundesregierung hat Äußerungen des rechtsextremen israelischen Ministers Itamar Ben-Gvir als "nicht hinnehmbar" verurteilt. Sie seien menschenverachtend und gingen gegen das Völkerrecht, sagte ein Sprecher der Bundesregierung in Berlin. Israel müsse als Besatzungsmacht Palästinenser menschenwürdig behandeln und ihr Eigentum schützen. Auch dürfe es keine weiteren Annexionsschritte im Westjordanland geben.

Empörung nach Ben-Gvirs Forderung von Tötungen von Palästinensern

Der israelische Minister für nationale Sicherheit hatte sich für gezielte Tötungen von Palästinensern im Gazastreifen ausgesprochen. Man solle dort jede Nacht 30 bis 40 töten. Außerdem hatte Ben-Gvir gesagt, es gebe im Gazastreifen Menschen, die es nicht verdienten zu leben und die "nicht einmal Menschen" seien. Weiter warb er für einen Bevölkerungsaustausch in dem Küstenstreifen.

Aktivisten sammeln Lebensmittel- und Wasservorräte vor israelischen Soldaten, die die Straße zu den Häusern von drei palästinensischen Familien blockieren.

Im Westjordanland wachsen Armut und Arbeitslosigkeit, die medizinische Versorgung droht zu kollabieren. Israel hält seit mehr als einem Jahr wichtige Gelder für die palästinensische Autonomiebehörde zurück.

15.08.2026 | 1:35 min

Seine Worte stießen auf empörte Reaktionen. Nach der Entscheidung des jüngsten EU-Gipfels, gezielte Maßnahmen gegen radikale Politiker vorzubereiten, werde dieses Thema beim nächsten informellen EU-Außenministertreffen Anfang September behandelt, sagte Merz' Sprecher weiter.

Anitta Hipper, Sprecherin der EU-Kommission, sagte gegenüber dem ZDF, dass Israel die Wahrung der Menschenrechte und den Schutz von Zivilisten "jederzeit sicherstellen" müsse.

Ich möchte daran erinnern, dass wir einen Vorschlag derzeit im EU-Rat haben, Ben-Gvir auf die Sanktionsliste zu setzen. Die EU-Sanktionen müssen von allen 27 Mitgliedstaaten einstimmig angenommen werden und diese Diskussionen im Rat sind vertraulich.

Anitta Hipper, Sprecherin der EU-Kommission

Itamar Ben-Gvir, Minister für nationale Sicherheit von Israel, nimmt an der wöchentlichen Kabinettssitzung teil.

Der israelische Polizeiminister Ben-Gvir hat ein Video gepostet, das seinen harten Umgang mit Gaza-Aktivisten zeigt. Das sorgt international für Kritik.

20.05.2026 | 1:06 min

Grünen-Appell an Bundesregierung

Grünen-Chefin Franziska Brantner hat nach den Äußerungen des israelischen Sicherheitsministers scharfe Sanktionen gefordert. "Ich fordere die Bundesregierung auf, gegen diesen Mann ein Einreiseverbot zu verhängen und sich dafür einzusetzen, dass ähnliche Sanktionen auch auf europäischer Ebene verhängt werden", sagte Brantner dem Nachrichtenmagazin Politico. Die Äußerungen Ben Gvirs seien "zutiefst verstörend und menschenverachtend".

Zuvor hatten bereits SPD-Chef Lars Klingbeil und der außenpolitische Sprecher der Unionsfraktion im Bundestag, Jürgen Hardt, EU-Sanktionen gefordert.

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Quelle: KNA, AFP
Über dieses Thema berichtete heute Xpress am 19.08.2026 ab 15 Uhr.

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