Nach Aus für Macklemore:Alle Vorgruppen verlassen Ed Sheerans Tour
Nach Kontroversen um pro-palästinensische Äußerungen von US-Rapper Macklemore muss er die Tour von Popstar Ed Sheeran verlassen. Aus Solidarität gehen auch die anderen Vorbands.
Ed Sheeran verliert nach Macklemores Ausschluss weitere Support-Acts. Lukas Graham, Beoga und Aaron Rowe sagen ihre Auftritte wegen des Umgangs mit pro-palästinensischen Äußerungen ab.
16.09.2026 | 0:57 minNach dem Ausschluss von US-Rapper Macklemore wegen pro-palästinensischer Äußerungen wollen die anderen vier Support-Acts nicht mehr bei der Tour von Popstar Ed Sheeran auftreten.
Sheeran hatte bei Instagram erklärt, der Ausschluss Macklemores aus dem Vorprogramm des Konzerts im US-Bundesstaat New Jersey sei nicht seine, sondern die alleinige Entscheidung der Veranstalter gewesen. Stunden später kündigten der irische Singer-Songwriter Aaron Rowe, die irische Band Beoga, die dänische Gruppe Lukas Graham sowie der US-Künstler Finneas - Bruder von Superstar Billie Eilish - an, aus Solidarität mit Macklemore auf ihre Auftritte zu verzichten.
Macklemore sollte ursprünglich bei acht der zehn noch ausstehenden Konzerte von Ed Sheerans US-Stadiontour auftreten. Rowe war als einer der Ersatz-Acts für Macklemore bei den verbleibenden US-Terminen vorgesehen. Beoga fungierte als Tourband des britischen Sängers. Finneas sollte Sheeran später im Jahr auf dessen Südamerika-Tour begleiten.
Finneas: Künstler dürfen nicht zum Schweigen gebracht werden
Rowe und Beoga verwiesen in ihren Erklärungen auf die Geschichte ihres Heimatlandes. "Wir sind Iren, die Kolonialismus verstehen", schrieb Beoga. Als Gründungsmitglieder der Bewegung "Irish Artists for Palestine" seien sie dem Einsatz für Gerechtigkeit verpflichtet.
Aber als Iren wissen wir nur allzu gut über Genozid, erzwungene Hungersnot und gewaltsame Besatzung Bescheid.
Aaron Rowe, Musiker
Finneas erklärte: "Künstler dürfen nicht zum Schweigen gebracht werden, wenn sie sich für Unterdrückte einsetzen." Er stehe "an der Seite Palästinas und seiner Bevölkerung".
Der Eurovision Song Contest will möglichst unpolitisch sein – doch für den nächsten ESC in Wien fordern manche Länder ein Teilnahmeverbot Israels. Bereits 2022 wurde Russland ausgeschlossen.
04.12.2025 | 1:53 minLukas Graham äußerte sich Sheeran gegenüber dankbar. Die Band sprach von einer "schwierigen Entscheidung". Der Kontostand eines Menschen dürfe nicht darüber entscheiden, wer sprechen dürfe oder welches Leid anerkannt werde. Die Äußerung bezog sich anscheinend auf die Rolle des Milliardärs Robert Kraft beim Ausschluss Macklemores.
Sheeran: Entscheidung allein von Organisatoren getroffen
Sheeran schrieb bei Instagram, Veranstaltungsorte hätten mitgeteilt, dass sie die Termine streichen würden, sollte Macklemore weiterhin Teil der Tour sein. Begründet worden sei das damit, wie der Rapper seine Haltung zum israelisch-palästinensischen Konflikt zum Ausdruck gebracht habe.
Im Dorf Dayr Jarir berichten Bewohner von Angriffen durch israelische Siedler. Während die Regierung von Einzelfällen spricht, dokumentieren UN-Zahlen so viele Übergriffe wie nie zuvor.
16.07.2026 | 2:28 minMacklemore habe einen Vertrag mit dem Tourveranstalter gehabt, nicht mit ihm, schrieb Sheeran. Er selbst habe versucht, in Gesprächen mit den Aufführungsstätten, Aktivisten und Verantwortlichen eine Lösung zu finden.
Ich würde niemals die Fans enttäuschen, die bereits Pläne gemacht hatten, noch würde ich die Tour-Crew sowie die anderen Support-Acts und Musiker im Stich lassen.
Ed Sheeran, Musiker
Sheeran schrieb, er respektiere Macklemores Entschlossenheit, öffentlich für seine Überzeugungen einzutreten. Es gebe aber unterschiedliche Wege zum selben Ziel, das Frieden heiße.
In Ramallah gibt es kaum Perspektiven für junge Leute. Die EU fördert einen Klub, der mit Sport und Kultur Hoffnung gibt, etwa durch eine Sportveranstaltung für Jugendliche aus dem Westjordanland
09.06.2026 | 2:10 minMacklemore hatte am Montag erklärt, er sei von Sheerans "Loop Tour" ausgeschlossen worden, nachdem er bei einem Konzert am 5. September im MetLife Stadium in New Jersey "Free Palestine!" gerufen hatte. Der Rapper machte die Äußerung bei der Ankündigung seines Protestsongs "Hind's Hall". An seine jüdischen Zuhörer gerichtet sagte der Musiker, Kritik an Israel, an Apartheid oder der Vorwurf eines Genozids richteten sich in keiner Weise gegen sie.
Rapper macht Milliardär Kraft für Ausschluss verantwortlich
Verantwortlich für seinen Ausschluss aus Ed Sheerans Programm machte der Rapper vor allem Robert Kraft. Der Milliardär selbst erklärte am Montag, die Entscheidung sei eine Folge seiner jüngsten Äußerungen sowie einer "umfassenderen Geschichte antisemitischer Rhetorik und Bildsprache", die aus Sicht seines Unternehmens für Jüdinnen und Juden zutiefst verletzend und beleidigend sei.
Mehr zum Nahost-Konflikt
- Exklusiv
Nach zehn Monaten Waffenruhe in Gaza:Israel und Gaza: Warum nun sogar der Krieg zurückkehren könnte
von Thomas Reichartmit Video6:20 Britische Hauptstadt im Ausnahmezustand:London: Rechte Großdemo und Pro-Palästina-Protest
mit Video1:45Nahost-Konflikt:Vermittlerstaaten verurteilen Israels Angriffe in Gaza
mit Video0:23Mehrere Palästinenser verletzt:Erneut Siedlergewalt im besetzten Westjordanland
mit Video0:23