Tour de France: So stehen die Chancen für Lipowitz und Co.

Zwölf Deutsche starten:Tour de France: So stehen die Chancen für Lipowitz und Co.

von Tjard Häusling

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Die 113. Ausgabe der Tour de France startet in Barcelona. Die größten deutschen Hoffnungen ruhen auf Florian Lipowitz. Und wie sind die Aussichten der anderen deutschen Starter?

Florian Lipowitz auf der Zielgeraden.

Der deutsche Radfahrer Florian Lipowitz sitzt auf dem Rennrad auf der Zielgeraden.

Quelle: IMAGO / Sirotti

Florian Lipowitz (Red Bull-Bora-hansgrohe)

Die deutschen Radsport-Hoffnungen ruhen bei der Tour de France vor allem auf einem Namen: Florian Lipowitz brillierte in seinem Debütjahr 2025 mit dem dritten Platz und fährt jetzt seine zweite Tour.

Durch seinen erwartbaren Sieg bei der Slowenien-Rundfahrt Mitte Juni holte sich der 25-Jährige pünktlich zum Tour-Start Selbstbewusstsein. Lipowitz - ein starker Berg- und Rundfahrer - kann sich berechtigte Hoffnung auf einen Podiumsplatz machen.

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Nils Politt (UAE Team Emirates-XRG)

Der 32-Jährige startet in seine zehnte Tour in Serie. Im UAE Team Emirates-XRG ist das Aufgabenprofil von Politt zementiert: Der Kölner soll Topfavorit Tadej Pogačar auf den Flachetappen den Rücken freihalten und wird daher viel zu sehen sein.

Eine Fluchterlaubnis ist unwahrscheinlich, aber nicht unmöglich. So könnte für den Edel-Helfer ein Etappensieg herausspringen. 2021 gelang Politt der bis dato letzte deutsche Etappensieg beim wichtigsten Rennen der Welt.

Georg Zimmermann (Lotto Intermarché)

Der 28-Jährige, der mit dem Sieg von Eschborn-Frankfurt ein Statement setzte, startet schon in seine sechste Tour. Im Vorjahr fuhr Zimmermann im deutschen Meistertrikot, musste die Tour nach einem Sturz allerdings aufgeben.

Da Team-Kapitän Arnaud De Lie im Sprint brillieren dürfte, könnte dem Allrounder über eine Fluchterlaubnis auf einen Etappensieg schielen.

Felix Engelhardt (Jayco AlUla)

In diesem Jahr fährt Felix Engelhardt im deutschen Meistertrikot auf. Der für seine Willensstärke bekannte Allrounder hatte sich gerade erst bei Temperaturen um die 35 Grad mit einer famosen Aufholjagd überraschend das Meistertrikot gesichert und sich bestens auf seine Premiere bei der Tour de France eingestimmt.

Jetzt startet der 25-jährige mit einem positiven Momentum in seine erste Tour und bringt das Potenzial zum Überraschen mit.

Georg Steinhauser (EF Education-EasyPost)

Trotz seiner Körperlänge von 1,89 Metern ist der Süddeutsche ein starker Kletterer. Der Neffe der Radsport-Ikone Jan Ullrich steht vor seiner ersten Tour.

Bei Paris-Nizza im März wurde er Etappen-Dritter und bringt ein gewisses Überraschungs-Potenzial für einen Etappensieg mit.

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Nico Denz (Red Bull-Bora-hansgrohe)

"Nico ist immer eine Bank bei einer Grand Tour", sagt RB-Teamchef Ralph Denk über Denz. Der Mann vom Hochrhein wird seinen Job vor allem auf den mittelschweren Etappen erledigen.

Vielleicht kann der dreimalige Giro-Etappensieger bei seiner zweiten Tour-Teilnahme versuchen, über eine Fluchtgruppe einen Etappensieg einzufahren. Dies ist jedoch eher unrealistisch, da es in dem Team mit Florian Lipowitz und Remco Evenepoel zwei Kapitäne gibt.

Max Kanter (XDS Astana)

Nach bisher fünf Grand-Tour-Teilnahmen feiert der 28-jährige nun sein Debüt bei der Tour. Der mit 1,76 Metern verhältnismäßig kleine Sprinter legte im vergangenen Jahr einen Entwicklungsschritt hin und feierte als Etappensieger bei Paris-Nizza den größten Erfolg seiner Karriere.

Bei seiner Tour-Premiere bringt er Überraschungspotenzial mit, eine Top-10-Platzierung im Sprint wäre ein Erfolg.

John Degenkolb (Team Picnic PostNL)

Routinier John Degenkolb startet zum elften Mal bei der Tour. 2013 debütierte "Dege" und gewann 2018 die spektakuläre Kopfsteinpflaster-Etappe nach Roubaix.

2025 hatte der einstige Träger des Grünen Trikots nach seinem schweren Sturz bei der Flandern-Rundfahrt aussetzen müssen. Nun tritt der 37-Jährige Allrounder noch einmal für seine vermutlich letzte Tour an.

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Phil Bauhaus (Bahrain Victorious)

Bauhaus feiert bei der Tour seinen 32. Geburtatg. In der Vergangenheit schnupperte der Sprinter mehrere Male am Etappensieg, wurde drei Mal Dritter und zwei Mal Zweiter.

Das Potenzial für den Etappensieg hat er allemal. Wegen seiner zuletzt dürftigen Form wäre ein Etappensieg dennoch überraschend.

Pascal Ackermann (Jayco AlUla)

2019 war der Sprinter der erste Deutsche, der beim Giro d’Italia die Punktewertung gewann. An derartige Leistungen konnte Ackermann nicht mehr anknüpfen. Im Vorjahr wurde er seinen hohen Ambitionen nicht gerecht.

Die Aussichten des Wandervogels (vier Teamwechsel in fünf Jahren) sind diesmal nicht besser: Ackermann wartet seit mehr als einem Jahr auf einen Profisieg.

Michel Heßmann (Movistar) und Niklas Märkl (Picnic PostNL)

Der 27-Jährige Märkl tritt zum zweiten Mal in Folge bei der Tour an. Heßmann, der 21 Monate wegen Dopings gesperrt war, feiert seine Premiere. Beide Fahrer agieren in ihren Teams als Helfer und werden bei dieser Tour fernab des großen Rampenlichts fahren.

Über dieses Thema berichtete das ZDF im Beitrag "Tour de France: Auf der Suche nach dem Überflieger" am 01.07.2026 um 18:12 Uhr.

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