Routinierte Schweizer auf historischer Mission

Sechzehntelfinale gegen Algerien:Schweizer als Favorit auf historischer Mission

von Andreas Morbach

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Nach Achtungserfolgen bei vorangegangen EM-Turnieren strebt die Schweiz ihr bestes WM-Ergebnis an. Im Sechzehntelfinale gibt es ein Duell mit Ex-Coach Vladimir Petkovic.

Johan Manzambi feiert sein Tor mit Mitspieler Ricardo Rodriguez

Johan Manzambi (links) sorgt bei der Schweiz für Tore, Routinier Ricardo Rodriguez (rechts) für Ordnung im Spielaufbau.

Quelle: Frederic J. Brown / AFP

In einem Punkt sind die Schweizer Fußballer bei der Endrunde in Nordamerika schon mal Spitze: Mehr als acht Tage hatten die Eidgenossen nach dem finalen Gruppenspiel gegen Kanada Zeit, um sich auf das Sechzehntelfinale gegen Algerien (Freitag, 5 Uhr MESZ / ZDF) vorzubereiten.

Eine längere Pause zwischen zwei WM-Partien hatten zuletzt die Brasilianer, vor 44 Jahren. Spötter könnten nun sagen, die ausgedehnte Ruhephase komme gerade den Schweizern, eines der Teams mit dem höchsten Durchschnittsalter bei diesem Turnier, zupass.

Trainer Yakin spricht nicht von Alter, sondern von Erfahrung

Statt über die Anzahl der Lebensjahre seiner Spieler spricht Murat Yakin aber lieber über deren Erfahrung. Dabei klar auf der Pole Position liegt Granit Xhaka. Und Nationaltrainer Yakin ist nicht der erste Coach des gebürtigen Baslers, der den Kapitän der Nati als seinen "verlängerten Arm auf dem Spielfeld" bezeichnet.

Dass Xhaka (33) nach seiner aktiven Zeit selbst als Trainer arbeiten möchte, ist schon länger klar. Ein Jahr nach seinem Wechsel von Leverkusen zu Aufsteiger Sunderland steht ihm in diesem Sommer aber wohl erst einmal ein Wechsel innerhalb der Premier League ins Haus.

Der schweizer Nationalspieler Johan Manzambi jubelt nach seinem Treffer zum 2:0 im WM-Spiel gegen Kanada

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Mit Xabi Alonso, dem neuen Coach des FC Chelsea, könnte Xhaka bei den Blues an die sehr fruchtbare Zusammenarbeit beim Werksklub anknüpfen. Vorher aber legt der extrem ehrgeizige Mittelfeldakteur seine ganze Energie in die laufende historische Mission.

Große Ziele dank großer Routine

Ins Viertelfinale einer WM schaffte es die Schweiz nur beim Heimspiel 1954. Damals standen die Mannschaften nach überstandener Vorrunde direkt unter den Top acht, nun betont Yakin: "Danach hat es die Schweiz bei einer WM nie weiter als ins Achtelfinale geschafft. Das möchten wir toppen."

Die beste WM einer eidgenössischen Auswahl hinzulegen, lautet das erklärte Ziel. Ihre große Routine soll den Schweizern dabei den Weg dorthin ebnen.

Der schweizer Nationalspieler Johan Manzambi jubelt nach seinem Treffer zum 3:0 gegen Bosnien & Herzegowina

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Nur Manzambi und Jaquez drücken den Altersdurchschnitt

Neben Xhaka, der auch in Nordamerika öffentlichen Tadel an Mitspielern nicht scheut, bildeten in den Spielen gegen Katar (1:1), Bosnien-Herzegowina (4:1) und Kanada (2:1) Torhüter Gregor Kobel (28), der solide Innenverteidiger Nico Elvedi (29), dessen tiefenentspannter Abwehrkollege Ricardo Rodriguez (33) und Mittelstürmer Breel Embolo (29) bislang die entscheidenden Ruhepole im Team.

Kehrseite der Medaille: Gegen Co-Gastgeber Kanada waren in der Schweizer Startelf zuletzt nur Freiburgs technischer versierter Wirbelwind Johan Manzambi (20) und Defensivkraft Luca Jaquez (23) vom VfB Stuttgart jünger als 27.

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Duell mit früherem Nati-Coach Petkovic

In den ersten zwei Partien nur Einwechselspieler, ist Manzambi mit drei Toren und einem Assist mittlerweile in Yakins Anfangsformation gestürmt. Im Sechzehntelfinale gegen Algerien dürfte der Allrounder des Sport-Clubs erneut erste Wahl sein.

Betreut werden die Nordafrikaner seit Februar 2024 von Yakins Vorgänger Vladimir Petkovic. Verantwortlich war der gebürtige Jugoslawe dabei unter anderem für den Schweizer Achtelfinal-Triumph über Frankreich bei der EM 2021.

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Seit 20 Jahren bei jeder WM dabei

Der glatte Achtelfinal-Erfolg gegen Italien und der im Duell mit England nur haarscharf verpasste Sprung ins Halbfinale beim letzten Kontinentalturnier in Deutschland waren dann Yakins Werk.

Der jetzige Herausforderer kennt die jüngsten Erfolgsgeschichten dieser - gerade angesichts einer Einwohnerzahl von 9,1 Millionen - sehr respektablen Fußballnation. Daher betont Petkovic auch: "Die Schweizer haben ein großartiges Team. Sie sind seit 20 Jahren bei jeder WM dabei - und sie haben starke Spieler."

Nicht unerwähnt ließ der Wahl-Tessiner vor dem Duell in Vancouver allerdings auch dies: "Ich kenne sie gut." Wie gut, das wird sich am Freitagmorgen an der kanadischen Pazifikküste zeigen.

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