Olympia 2026: Das sind die Gründe für die Krise im Biathlon

Schlechteste Bilanz seit 50 Jahren:Krise im deutschen Biathlon: Das sind die Gründe

von Lars Becker

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Mit einmal Bronze haben die deutschen Biathleten historisch schlechte Winterspiele erlebt. Der scheidende Sportdirektor Felix Bitterling sagt, wie man aus der Krise herauskommt.

Der deutsche Biathlon-Sportdirektor Felix Bitterling im ZDF-Interview nach dem letzten Olympiarennen in Antholz.

Der deutsche Biathlon-Sportdirektor Felix Bitterling über die magere Medaillenausbeute bei Olympia mit einmal Bronze und die Zukunft des deutschen Biathlonsports. Interview: Alexander Ruda.

21.02.2026 | 3:13 min

Zum Finale ihrer schlechtesten Olympischen Winterspiele seit 50 Jahren gab es bei den deutschen Biathleten noch einmal strahlende Gesichter. Der Großteil des Teams hatte sich mit großen Herzen auf Plakaten und einer goldenen Krone im Zielraum von Antholz versammelt, um "Danke Franzi" zu sagen. Weltmeisterin Franziska Preuß wurde nach dem letzten Rennen ihrer großen Karriere mit vielen Umarmungen und ein paar Tränen verabschiedet.

Franziska Preuß am 21.02.26

Ohne Einzelmedaille, aber mit einem Lächeln verabschiedet sich Franziska Preuß aus dem Profi-Biathlon. Im Massenstart, ihrem letzten Rennen, kommt sie als 28. ins Ziel. Gold holt sich die Französin Océane Michelon.

21.02.2026 | 5:35 min

Mit Platz 28 und sieben Schießfehlern im Massenstart hatte Preuß auch ihre letzte Chance auf die ersehnte olympische Einzelmedaille verpasst. Auch Vanessa Voigt entging die fast sichere Medaille mit einem Fehler im letzten Schuss. Das passte zum unglücklichen Olympia-Auftritt der deutschen Biathleten.

Unmut über Misserfolg sitzt tief

"Franzi hatte eine tolle Karriere, auch wenn es kein Happy End gab. Es gehört dazu, dass man so einer verdienten Athletin einen gebührenden Abschied bereitet", erklärte Sportdirektor Felix Bitterling und fügte hinzu:

Die Feier wäre sicher noch jauchzender gewesen, wenn wir unsere sportlichen Ziele erreicht hätten. Aber andere waren besser und das stinkt uns.

Felix Bitterling, Biathlon-Sportdirektor

Nur einmal Bronze gleich vom Olympia-Auftakt im Mixed steht am Ende im Medaillenspiegel. So schlecht waren deutsche Biathleten letztmals bei den Olympischen Winterspielen vor 50 Jahren in Innsbruck, als die DDR-Staffel Bronze gewann.

Franziska Preuß im ZDF-Interview nach dem letzten Rennen ihrer Biahtlon-Karriere bei Olympia in Antholz

Franziska Preuß zeigt sich nach ihrem letzten Rennen froh und gerührt über den Abschied, der ihr in Antholz bereitet wurde. Sie zieht ein zufriedenes Fazit ihrer Karriere, genau wie Dorothea Wierer. Interview: Alexander Ruda.

21.02.2026 | 3:45 min

Allerdings gab es damals nur zwei Entscheidungen, diesmal in Italien derer elf. Seit 1980 hatten die schwarz-rot-goldenen Skijäger bei Olympia zumindest immer zwei Medaillen und davon eine goldene gewonnen.

Ich würde nicht den Biathlon-Untergang vorhersagen, das wäre nicht passend. Es war genau eine Medaille weniger als vor vier Jahren. Da war es auch schon nicht so toll.

Felix Bitterling im ZDF

Dennoch schränkte Bitterling ein: "Das war eine Meisterschaft, wo Dinge nicht zusammengepasst haben und es uns nicht gelungen ist, nahe an 100 Prozent zu performen."

Frankreich (6x Gold) und Norwegen (3x Gold) sind weit enteilt. Wie ein roter Faden habe es sich durch die Winterspiele gezogen, dass den deutschen Biathleten immer der eine Schuss oder die entscheidenden Sekunden auf der Strecke gefehlt hätten.

Auch in Sachen Material war das deutsche Team nur in wenigen Rennen absolut konkurrenzfähig. Bitterling: "Vor allem läuferisch hat uns der letzte Punch gefehlt, da ist eine Lücke zur absoluten Weltspitze aufgegangen. Das darf uns beim nächsten Großereignis nicht mehr passieren."

Das soll sich im Biathlon ändern

Das deutsche Biathlon bekam bei Olympia in Italien auch die Quittung für Fehler in der Nachwuchsarbeit, wo laut Bitterling vor allem bei den Herren "ein oder zwei Athletengenerationen gefehlt" hätten. Mit der Gründung einer Schießakademie und einer Taskforce für die Trainerausbildung hat man bereits vor zweieinhalb Jahren die Strukturen geändert, um die Lücke zu den Topnationen wieder zu schließen.

Die Mannschaft braucht neue Gesichter und frisches Blut.

Felix Bitterling

Er sieht Licht am Ende des Tunnels: Junioren-Weltmeister Leonhard Pfund (22) sorgte bei seinem Weltcup-Debüt kurz vor Olympia in Tschechien für Aufsehen. Auch Elias Seidl (21) und Franz Schaser (23) haben viel Potenzial. Bei den Frauen sind die läuferisch überragende Staffel-Startläuferin Julia Tannheimer (20) und Selina Grotian (21) schon in der Weltspitze angekommen.

Unter diesen Talenten könnten laut Bitterling die "X-Faktor-Athleten" sein, die das deutsche Team momentan nicht hat. "Wir brauchen wieder AthletInnen, die mal eine Lücke schließen oder eine Strafrunde rauslaufen können", so der Sportdirektor.

Bitterling wird seinen Posten nach der Saison wie schon lange kommuniziert verlassen und zum Biathlon-Weltverband IBU wechseln. Mitte März soll ein Nachfolger oder eine Nachfolgerin vorgestellt werden. Die für das Olympia-Ergebnis mitverantwortlichen Bundestrainer Kristian Mehringer (Frauen) und Tobias Reiter (Männer) sollen laut Bitterling ihren Posten behalten.

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Quelle: Reuters

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Über die Olympischen Winterspiele in Mailand und Cortina berichtet das ZDF seit dem 04.02.2026 täglich bei "sportstudio live".

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