Schlotterbeck-Vertrag: BVB kritisiert Fans für Pfiffe

Nach Vertragsverlängerung:Pfiffe gegen Schlotterbeck: BVB kritisiert Fans

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Nico Schlotterbeck bekommt Pfiffe von den BVB-Fans, weil ihnen eine Klausel in seinem Vertrag nicht gefällt. "Ein Unding", findet Mitspieler Waldemar Anton.

Fußball, Bundesliga, Borussia Dortmund - Bayer Leverkusen: Nico Schlotterbeck (l, Borussia Dortmund) reagiert nach dem Spiel neben Maximilian Beier (Borussia Dortmund).

Musste sich Pfiffe von der Südtribüne anhören lassen: Nico Schlotterbeck.

Quelle: dpa

Seinen Vertrag bei Borussia Dortmund hatte Nico Schlotterbeck unter der Woche langfristig bis Sommer 2031 verlängert. Doch die Reaktion, die sich der Nationalspieler und Borussia Dortmund erhofft hatten, trat nicht ein. Unmittelbar vor Anpfiff des Heimspiels gegen Bayer Leverkusen (0:1) bekam Schlotterbeck von den Fans auf der Südtribüne statt warmem Applaus lautstarke Pfiffe.

Ausstiegsklausel für bestimmte Klubs

Heikel ist nicht nur, dass Schlotterbeck wochenlang mit dem BVB verhandelt hat, bis eine Einigung erzielt wurde. Sondern auch die Vertragsinhalte, die trotz des Schweigens der Dortmunder Verantwortlichen durchgesickert sind. So soll der 26 Jahre alte Verteidiger eine Ausstiegsklausel haben, die schon ab diesem Sommer für bestimmte Klubs greifen würde.

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11.04.2026 | 80:11 min

Nach einer starken WM mit dem DFB-Team könnte sich Schlotterbeck noch vor der neuen Saison verabschieden. So hat der BVB mit der Verlängerung zwar seine Verhandlungsposition nachhaltig verbessert und einen drohenden ablösefreien Abgang im Sommer 2027 verhindert.

FC Bayern angeblich kein Aspirant

Wirklich Planungssicherheit gibt die neue Situation den Verantwortlichen um Sportchef Lars Ricken aber nicht.

Dem Vernehmen nach soll die Ausstiegsklausel bei einer Summe zwischen 50 und 60 Millionen Euro liegen und vor allem die europäischen Topklubs beinhalten. Nach Informationen der "Bild" ist der FC Bayern explizit nicht aufgeführt. Wenn die Münchner aktuell ernstes Interesse an Schlotterbeck hätten, wären sie wohl schon vor dessen Verlängerung an den BVB und den Spieler herangetreten.

Mitspieler und Verantwortlich verteidigen Schlotterbeck

Verständnis für die unzufriedenen Fans haben Verantwortliche und Mitspieler beim BVB nicht. "Der Junge hat sich zum BVB bekannt. Wenn es mal ein bisschen länger dauert, heißt das ja nicht, dass es schlecht sein muss", sagte Cheftrainer Niko Kovac.

Natürlich geht sowas nicht.

Trainer Niko Kovac über Pfiffe gegen Nico Schlotterbeck

Dortmunds Klubchef Carsten Cramer findet: "Spieler im Trikot von Borussia Dortmund verdienen mit dem Betreten des Rasens die Unterstützung. Für mich als Verantwortlichen fühlt sich das nicht gut an."

Schlotterbecks Kollegen verteidigten nach dem Leverkusen-Spiel ihren Mitspieler. "Keiner hat es verdient, ausgepfiffen zu werden, und vor allem auch nicht hier im eigenen Stadion", sagte Verteidiger Waldemar Anton. Pfiffe gegen eigene Spieler seien "ein Unding".

Für den Verein ist es sensationell, dass es hinbekommen wurde, eine Lösung zu finden. Alles andere sind dann immer ein paar Echos, die dazugehören.

Julian Brandt, Borussia Dortmund

Schlotterbeck selbst hatte bei der Verlängerung betont, er habe sich "bewusst" Zeit für die Entscheidung genommen. "Die Verantwortlichen haben mir einen guten Plan aufgezeigt und ich weiß, was ich an dem Verein habe."

Mein Ziel ist es, gemeinsam mit Borussia Dortmund Titel zu gewinnen.

Nico Schlotterbeck, Borussia Dortmund

Schlotterbeck entschwand am Spieltag wortlos in der Kabine. Das breite Lächeln, das er tags zuvor bei Verkündung des neuen Vertrags noch gezeigt hatte, war nicht mehr zu sehen.

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Quelle: dpa
Über das Thema berichtete das ZDF im aktuellen sportstudio am 11.04.2026 ab 22:30 Uhr.

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