Trifft es auch die Fußball-WM?:Iran-Krieg stellt den Sport ins Abseits
Der Iran-Krieg hat auch Auswirkungen auf den Sport: Athleten sitzen fest, Wettbewerbe fallen aus oder sind akut gefährdet. Auch die Fußball-WM könnte es treffen.
Mehrere iranische Fußballerinnen hatten beim ersten Gruppenspiel des Asien-Cup zur Nationalhymne geschwiegen. Beobachter befürchten Konsequenzen für die Frauen in Iran. Australien gewährte ihnen unterdessen Asyl.
09.03.2026 | 1:38 minIn Iran steht der Sport angesichts der Angriffe durch die USA und Israel komplett still, und die iranischen Vergeltungsaktionen mit Raketen und Drohnen sorgen im Nahen Osten für Chaos. Wettkämpfe werden abgesagt oder stehen auf der Kippe, Sportler flüchten oder stranden auf abenteuerliche Weise - und auf die Fußball-WM im kommenden Sommer fällt schon jetzt ein großer Schatten.
Absagen von Sportevents hat es schon einige gegeben: ein hochdotiertes Reitturnier in Katar, Spiele in der Basketball-Euroleague mit Teams aus Tel Aviv und Dubai, der Saisonstart der Langstrecken-WM im Motorsport in Doha, Fußballspiele wie die des saudischen Klubs Al Nassr mit Cristiano Ronaldo. Dazu pausieren die Fußball- und Handballliga in Katar auf unbestimmte Zeit.
Die ersten Fluggesellschaften nehmen den Betrieb trotz des Krieges in Nahost wieder auf. In Frankfurt ist ein zweiter Evakuierungsflug der Bundesregierung gelandet.
06.03.2026 | 1:41 minOb die Formel 1 in Bahrain und Saudi-Arabien (12. und 19. April) fährt, soll Mitte März entschieden werden.
Fraglich ist auch die "Finalissima" im Fußball zwischen Copa-America-Sieger Argentinien und Europameister Spanien am 27. März in Doha. Eine Entscheidung über eine Absage oder örtliche Verlegung des Prestige-Duells soll bald folgen.
Medwedew sitzt fest, iranische Fußballerinnen finden Asyl
Nach seinem Turniersieg in Dubai saß der russische Tennisstar Daniil Medwedew mit anderen Profis aufgrund eines Flugverbots in der Wüstenmetropole fest. Nach langer Warterei und bangen Momenten fuhr er mit dem Auto in den Oman, von wo aus noch Flieger starteten. "Du fühlst dich wie in einem Hollywood-Film", sagte Medwedew.
Nach dem Aus beim Asien-Cup haben mehrere iranische Fußballerinnen in Australien Asyl erhalten. Der Fall sorgte weltweit für Schlagzeilen, zumal sich US-Präsident Donald Trump mit markigen Worten einmischte. Beobachter befürchten, dass den zurückgekehrten Spielerinnen und ihren Familien Konsequenzen drohen könnten, weil sie im ersten Gruppenspiel zur Nationalhymne geschwiegen hatten. Das wurde als Protest gegen die iranische Führung gewertet.
Zerstörungen in Iran und Libanon. Nach UN-Angaben sind im Libanon fast 700.000 Menschen auf der Flucht. Derweil spitzt sich die Lage auch in der Straße von Hormus weiter zu.
12.03.2026 | 2:14 minFußball-WM mit dem Iran?
Bis zur Fußball-WM in den USA, Mexiko und Kanada sind es zwar noch drei Monate hin. Doch angesichts des andauernden Krieges ist kaum vorstellbar, dass Iran antritt. Ihm sei es "wirklich egal", ob Iran teilnehmen werde oder nicht, sagte Trump zwar kürzlich. FIFA-Präsident Gianni Infantino berichtete nun aber, der US-Präsident habe "bekräftigt, dass die iranische Nationalmannschaft natürlich herzlich eingeladen" sei.
Irans Sportminister Ahmad Donjamali schloss eine Teilnahme seines Landes in den USA zuletzt aber aus. Damit würde das Land einen Ausschluss von der WM 2030 riskieren.
Die WM 2026 wird groß, laut und politischer als je zuvor. Während FIFA-Boss Infantino in den höchsten Tönen schwärmt, gibt es gleichzeitig jede Menge Kritik. Was kommt da auf uns zu?
11.12.2025 | 18:09 minIrak als Nachrücker für Iran?
Nachrücker für Iran könnte der Irak sein. Der soll zunächst am 31. März gegen den Sieger der Partie Bolivien - Surinam sein entscheidendes WM-Playoff spielen. Luftraumsperrungen und fehlende Visa erschweren die Planungen des irakischen Teams jedoch erheblich.
Klar ist aber: Sollte der Krieg nicht vor dem WM-Start am 11. Juni beendet sein, läge auf dem Turnier ein riesengroßer Schatten - begleitet von gesellschaftspolitischen Diskussionen, Protesten und großen Sicherheitsbedenken.
"Absoluter Albtraum" für Golfstaaten
Kuwait, Katar, Bahrain, Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate haben in den vergangenen Jahren Unmengen an Geld ausgegeben, um wichtige Sportevents in ihr Land zu holen.
Die jüngsten Absagen der Sportevents seien "für die 'Marke Golf' reputations- und geschäftsschädigend", sagte der Islamwissenschaftler Sebastian Sons der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung". Das sei für diese Länder "ein absoluter Albtraum - vor allem, was ihr Image als Zentrum des globalen Sports angeht".