Dreikampf um Champions-League-Platz vier:Vorteil für Stuttgarts Widerstandskämpfer
von Andreas Morbach
Das letzte Ticket für die Champions League dürften Stuttgart und Hoffenheim im Fernduell untereinander ausmachen. Den Leverkusenern bleibt dagegen nur noch eine winzige Chance.
Deniz Undav und sein VfB wollen gegen Frankfurt die Champions League klarmachen.
Geld war im Leben von Simon Rolfes, Sport-Chef von Bayer Leverkusen, schon früh ein Thema. Vor 33 Jahren, mit gerade mal elf, kaufte der gebürtige Westfale zum Beispiel für 75 Mark Gold. Eine zehntel Unze des Edelmetalls bekam der Schüler des Fürstenberg-Gymnasiums in Recke damals dafür.
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Umgerechnet sind das gut drei Gramm - und heute 400 Euro wert. Sollte Rolfes die 1993 erstandene Münze noch aufbewahren, hätte der geschäftstüchtige Vater von drei Töchtern seinen Gewinn mehr als verzehnfacht.
Schlechte Aussichten für die Werkself
In Rolfes' eigentlichem Beruf ist die aktuelle Lage weniger rosig. Eine Minimalchance, es in diesem Jahr in die Champions League zu schaffen, hat die Werkself zwar noch. Die Aussichten auf den erneuten Zutritt zur kontinentalen Geldvermehrungsmaschinerie jedoch stehen schlecht.
Das weiß auch Simon Rolfes, der vor dem finalen Heimspiel gegen Aufsteiger Hamburger SV sagt: "Normalerweise müssen Stuttgart oder Hoffenheim das machen."
Vorteil Stuttgart und Hoffenheim
Selbst ein Kantersieg dürfte Leverkusen, wo Trainer Kasper Hjulmand vor dem Aus steht, beim Rangeln um Rang vier kaum helfen: Der letzte freie Champions-League-Platz ist für Bayer futsch, sobald einer der beiden Konkurrenten in Frankfurt (VfB) oder Gladbach (TSG) auch nur einen Punkt holt.
Hoffenheims Coach Ilzer auf alles vorbereitet
Wahrscheinlicher ist, dass die beiden baden-württembergischen Teams ihre Partien gewinnen und die ebenso spiel- wie formstarken Stuttgarter ihren Fünf-Tore-Vorsprung gegenüber den punktgleichen Hoffenheimern verteidigen.
"Wenn es so kommt, hat es Stuttgart eben minimal mehr verdient als wir", ist Christian Ilzer auf dieses Szenario vorbereitet. Der österreichische Coach der TSG Hoffenheim übernahm den Bundesligisten aus dem Kraichgau vor 18 Monaten auf Platz 15.
Beim spektakulären 4:3 gegen Leipzig gelang ihm in der vergangenen Saison ein fulminanter Einstieg, am Ende bewahrte nur Heidenheims Heimpleite gegen Bremen die Hoffenheimer vor dem Sturz auf den Relegationsplatz.
Vergangene Saison Kampf gegen den Abstieg, jetzt geht's um die Champions League: Die TSG Hoffenheim ist nach dem 1:0-Zittersieg gegen Bremen punktgleich mit dem Viertplatzierten VfB Stuttgart.
11.05.2026 | 8:07 minIlzer durfte bleiben, coachte die Mannschaft binnen eines Jahres ans Tor zur kontinentalen Eliteklasse - und blickt nun entsprechend entspannt auf Samstag:
Ob's die Champions oder die Europa League wird - beim Blick in den Rückspiegel wissen wir, dass wir eine großartige Saison gespielt haben.
Christian Ilzer, Trainer von TSG Hoffenheim
Bayer kramt schon mal in der Vergangenheit
Anders sieht es unter dem Bayer-Kreuz aus. Dort kramen sie vorsichtshalber schon mal dezent in der Vergangenheit: 2023 schaffte es Leverkusen ins Halbfinale, 2024 ins Finale der Europa League. Jeweils unter dem charismatischen Bankchef Xabi Alonso, dessen Entdecker Rolfes bereits ankündigt: "Wenn Europa League, dann greifen wir da an."
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Stuttgarts bizarre Auswärtsbilanz
Am angriffslustigsten waren in dieser Saison, nach den Über-Bayern, die Stuttgarter. Mit der Eintracht hat der VfB Stuttgart aus dem Trio der Königsklassenkämpfer beim Liga-Finale die formal schwierigste Aufgabe erwischt. Zudem bringen die Schwaben eine bizarre Auswärtsbilanz mit in die Bankenmetropole.
Der VfB Stuttgart schießt sich fürs Rennen um den letzten freien Champions-League-Platz in die Top-Position. Beim 3:1 gegen Bayer Leverkusen überragt Ermedin Demirović.
11.05.2026 | 10:44 minNur 22 seiner 61 Punkte holte Sebastian Hoeneß' widerstandsfähiges Ensemble auf fremdem Terrain. Parallel dazu erzielte Stuttgart in gegnerischen Stadien allerdings deutlich mehr Tore als zu Hause.
Und noch ein Endspiel für den VfB
In Frankfurt, das trotz einer schwachen Runde noch immer mit der Conference League liebäugeln darf, könnte das Publikum also ein Finale furioso erwarten. Und zumindest auf den VfB wartet sieben Tage später noch ein weiteres Endspiel.
Titelverteidiger VfB Stuttgart steht wieder im Pokalfinale. Gegen den SC Freiburg drehten die Schwaben die Partie und kam zuhause in der Verlängerung zu einem 2:1. Im Endspiel wartet der FCB.
23.04.2026 | 5:59 minDann geht es in Berlin gegen die Bayern um den DFB-Pokal - und Übungsleiter Hoeneß blickt dem Final-Double recht beschwingt entgegen. "Das Ziel ist natürlich", betont der gebürtige Münchner, "beides zu erreichen." Erst die Champions League und dann den Triumph im nationalen Cup.
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