Kampf gegen den Abstieg: Heidenheim jagt Wolfsburg und St. Pauli

Dreikampf gegen den Abstieg:Heidenheimer Jagd auf Wolfsburg und St. Pauli

von Andreas Morbach

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Heidenheim und St. Pauli kämpfen gegen den direkten Abstieg in die Zweite Liga, während Wolfsburg die Relegation droht. Wer rettet sich im dramatischen Saisonfinale?

Trainer Frank Schmidt des 1. FC Heidenheim am 02.05.2026 im Spiel gegen den FC Bayern München in München.

Heidenheim-Trainer Frank Schmidt schöpft nach der Leistung gegen die Bayern neue Hoffnung. (Archivbild)

Quelle: ddp

Der 1. FC Heidenheim hat im Kampf um den Klassenerhalt Blut geleckt: Kann das zwischenzeitlich fast abgeschriebene Ligaschlusslicht auf der Zielgeraden noch den FC St. Pauli überholen und den VfL Wolfsburg vom Relegationsplatz verdrängen? Nach dem kommenden Bundesliga-Wochenende könnte es im Tabellenkeller richtig eng zugehen. Auch der Tabellen-15. aus Bremen muss noch auf der Hut sein.

In Sachen Relegation haben die Wolfsburger seit dem Frühjahr 2018 einschlägige Erfahrungen. Damals hielten die Niedersachsen mit zwei Siegen über Kiel die Klasse, nun drohen ihnen erneut zwei Zitterpartien gegen den Dritten der zweiten Liga.

Realistische Wolfsburger

Theoretisch kann der VfL in den letzten zwei Runden die sechs Punkte Rückstand auf Köln und Bremen noch wettmachen. Betont realistisch gesteht Mittelfeldkraft Patrick Wimmer vor der Heimpartie gegen die Bayern aber: "Wir schielen auch ein bisschen auf das Endspiel."

Der Freiburger Mittelfeldspieler Yuito Suzuki schießt in der Bundesligapartie gegen den VfL Wolfsburg auf das gegnerische Tor

Dieser Punkt könnte für den VfL Wolfsburg noch sehr wichtig werden: Beim SC Freiburg spielen die vom Abstieg bedrohten Niedersachsen 1:1.

04.05.2026 | 7:35 min

Das Endspiel - das ist das Duell zwischen dem VfL und dem aktuell punktgleichen FC St. Pauli. Am letzten Spieltag, am Millerntor. Denn ein Remis oder gar ein Wolfsburger Sieg gegen die turmhoch über dem Rest der Liga thronenden Münchner scheint an diesem Wochenende ähnlich ambitioniert wie ein Erfolgserlebnis des Hamburger Konkurrenten in Leipzig.

St. Pauli zunehmend zweitligareif

Für den sicheren Sprung in die Champions League benötigen die Rasenballsportler noch einen Sieg. Und die Bayern wollen nach dem Halbfinal-Aus in der Königsklasse ihre Form noch bis zum nationalen Pokalendspiel am 23. Mai halten.

Nadiem Amiri (Mainz 05) und Arkadiusz Pyrka (St. Pauli) im Bundesliga-Spiel gegen Mainz 05.

Mainz 05 wird auch kommende Saison in der Bundesliga spielen. Mit dem 2:1 beim FC St. Pauli sind alle Zweifel beseitigt. Für die Hamburger bleibt die Lage äußerst brenzlig.

04.05.2026 | 8:04 min

Keine guten Vorzeichen also für das Duo, das die aufmüpfigen Heidenheimer am liebsten schon final abgehängt hätten. Im Gegensatz zu den zunehmend zweitligareif auftretenden St. Paulianern lecken die Kicker von der Ostalb mit jedem absolvierten Spieltag mehr Blut.

Heidenheim haarscharf an Sensation vorbei

Bei den Über-Bayern schnupperten die furchtlosen Schwaben am vergangenen Samstag bis zum 3:3 durch Münchens sagenhaften Franzosen Michael Olise Sekunden vor Schluss sogar an einer Sensation.

"Es ist wild, wenn man nach einem Spiel in München sagt: Es war viel mehr drin", seufzte Heidenheims Kapitän Patrick Mainka. Und Trainer Frank Schmidt zwinkerte, nachdem er den finalen Schockmoment etwas verdaut hatte, geheimnisvoll in die Runde: "Schau’n wir mal, was der Punkt heute noch wert war."

Torwart Diant Ramaj (Heidenheim) befördert den Ball unglücklich zum 3:3 ins eigene Tor gegen Bayern.

Der 1. FC Heidenheim hat eine faustdicke Überraschung in München in letzter Sekunde verpasst. Das 3:3 lässt einen Funken Hoffnung beim Schlusslicht trotzdem leben.

04.05.2026 | 9:52 min

Martialische Töne an der Brenz

Die Klassenkämpfer von der Brenz genießen ihre Rolle als wiederbelebte Jäger in vollen Zügen. "Wer uns beobachtet hat: Wir waren bereit, jemandem die Gurgel abzubeißen, um drei Punkte zu holen", erklärte Schmidt nach dem Beinahe-Coup bei den Bayern in martialischer Diktion.

Speziell nach dem Auftritt in München, führte der 52-Jährige weiter aus, "traue ich uns zu, dass wir die letzten zwei Spiele gewinnen." Der Sprung vorbei an Wolfsburg und St. Pauli, wo Trainer Alexander Blessin zuletzt von den eigenen Fans ausgepfiffen wurde, beim Liga-Showdown am 16. Mai ist also weiterhin möglich.

Werder-Kapitän Friedl beklagt "Scheiß-Saison"

Am Sonntag gastiert Heidenheim zunächst in Köln. Der Geißbockklub könnte bei zwei sehr hohen Niederlagen rechnerisch noch auf den Relegationsplatz plumpsen, ist aber dank seines vergleichsweise exzellenten Torverhältnisses im Grunde gerettet. Etwas anders ist die Lage auf der Schlussgeraden einer "Scheiß-Saison" (Kapitän Marco Friedl) in Bremen. Zur sicheren Vermeidung eines - nach 2021 - erneuten Abstiegs fehlt Werder nach dem jüngst vergebenen Matchball gegen Augsburg noch immer ein Punkt.

Anton Kade (FC Augsburg, Torschütze) jubelt mit Michael Gregoritsch (l.) im Spiel gegen Werder Bremen.

Werder Bremen muss weiter um den Klassenerhalt zittern: Mit dem 1:3 im Heimspiel gegen den FC Augsburg haben die Bremer den ersten Matchball vergeben.

04.05.2026 | 8:01 min

Wolfsburg-Coach Hecking schielt allein auf die Relegation

"Uns muss bewusst sein, dass wir uns auf keinen verlassen dürfen", beschreibt Sportchef Clemens Fritz die verzwickte Lage vor den finalen Partien in Hoffenheim und gegen Dortmund. Aus dem norddeutschen Klassenkämpfer-Trio haben es die Bremer freilich immer noch am besten.

Das weiß auch Dieter Hecking. "Es bleibt ein enges Rennen zwischen uns drei, ich nehm’ Heidenheim da bewusst mit rein", schielt Wolfsburgs Bank-Chef allein auf den Relegationsplatz - und ahnt: "Gerade das nächste Wochenende kann uns drei da noch enger zusammenrücken lassen."

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Über dieses Thema berichtete das ZDFsportstudio am 02.05.2026 ab 23 Uhr und in den Highlight-Clips am 04.05.2026 ab 0 Uhr.

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