Bundesliga: Vierkampf um die letzten Champions-League-Tickets

Endspurt in der Bundesliga:Vierkampf um die letzten zwei Champions-League-Tickets

von Andreas Morbach

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Zwei Runden vor dem Saisonende rangeln Leipzig, Leverkusen, Stuttgart und Hoffenheim um zwei offene Champions-League-Plätze. Der VfB und Bayer duellieren sich am Samstag direkt.

TSG Hoffenheim

TSG-Coach Christian Ilzer ist nur einer von vier Bundesliga-Trainern, die ihre Mannschaft auf den Showdown im Kampf um die letzten zwei Champions-League-Tickets einschwören müssen.

Quelle: Imago

Seit 18 Monaten werkelt Christian Ilzer mit dem Bundesliga-Ensemble der TSG Hoffenheim. Und neben dem sportlichen Erfolg mit der TSG hat sich der Mann aus der Oststeiermark auch auf dem Gebiet der Rhetorik einen Namen gemacht.

Christian Ilzer führt Hoffenheim im Rennen um Champions-League-Plätze

Als "Gott der Metaphern" adelte ein Medienvertreter den Fußballlehrer aus der 2.000-Seelen-Gemeinde Puch bei Weiz. Ein klangvoller Titel, den Ilzer erst kürzlich wieder untermauerte.

"Man kann sich das so vorstellen, dass wir in einem schönen Cadillac sitzen: Vor uns eine kurvenreiche Straße, in weiter Entfernung ein schöner, großer Berg mit Champions-League-Aura. Und auf dem Beifahrersitz läutet und blinkt permanent ein Handy auf mit Nachrichten von Mbappé, Haaland und der Champions League", malte der 48-Jährige mit Worten.

Stuttgart gegen Hoffenheim sorgt für Kritik

Bloß nicht auf das verlockend piepende Mobilgerät schauen, sonst droht ein Unfall - so lautete die Warnung von Hoffenheims Metaphern-Gott. Zwei Tage später vollführte seine Mannschaft trotzdem einen Crash, gestattete dem direkten Konkurrenten VfB Stuttgart trotz 3:1-Führung und Überzahl noch ein 3:3.

Hoffenheims Stürmer Andrej Kramarić (l.) erzielt das 3:1 gegen VfB-Torwart Alexander Nübel.

Die TSG Hoffenheim hat einen wichtigen Sieg im Kampf um die Champions League aus der Hand gegeben. Gegen den VfB Stuttgart reichte es trotz 3:1-Führung nur zu einem 3:3.

04.05.2026 | 9:36 min

Das gegenseitige Loblied der beteiligten Trainer auf das attraktive Offensivspiel beider Teams wollte Andrej Kramaric nicht mitsingen. Stattdessen schnaubte der ewige Goalgetter der TSG:

Das Spiel war schon wahnsinnig, sehr unreif und sehr chaotisch. So etwas habe ich selten erlebt.

Andrej Kramaric

Bayer schwankt im Kampf um Champions-League-Qualifikation

Den Kraichgauer Schlendrian nutzte Bayer Leverkusen drei Stunden später und zog beim 4:1 über RB Leipzig beeindruckend an beiden baden-württembergischen Widersachern vorbei. Doch weil sie beim Werksklub ihren Wundertüten-Charakter bestens kennen, trauen sie dem eigenen duftenden Braten nicht ganz.

"Leider gibt es bei uns in dieser Saison viele Ups und Downs. Nach einer guten Leistung machen wir dann kein gutes Spiel", klagt Mittelstürmer Patrik Schick, der vor den letzten beiden Partien entsprechend vorsichtig murmelt: "Ich glaube, dass jetzt alles offen ist."

Jubel nach dem 1:0 durch Patrik Schick (Bayer 04 Leverkusen) im Bundesliga-Spiel gegen RB Leipzig.

Dank Patrik Schick darf Bayer Leverkusen auf die Qualifikation für die Champions League hoffen. Der Stürmer steuerte drei Tore zum 4:1-Sieg gegen RB Leipzig bei.

04.05.2026 | 10:10 min

RB Leipzig kann gegen St. Pauli wichtigen Sieg holen

Die zuletzt besiegten Leipziger dürften so frei sein, dem formschwachen Abstiegskandidaten St. Pauli die final nötigen Punkte fürs Champions-League-Billet abzuknöpfen. Das verbleibende Ticket für Europas Kaviarklasse müssten dann die aktuell punktgleichen Leverkusener, Stuttgarter und Hoffenheimer unter sich ausmachen.

Die Jobs der Cheftrainer Kasper Hjulmand bei Bayer und - etwas erstaunlich - auch Ole Werner bei RB, deren Verträge jeweils bis Sommer 2027 laufen, scheinen dabei nicht ganz sattelfest. Wortakrobat Ilzer hingegen darf sich auf die Fahne schreiben, den personellen Umbruch in Hoffenheim exzellent gemeistert zu haben.

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:Wie viele Mannschaften sich noch qualifizieren können

Der SC Freiburg verpasst trotz des Europa-Pokal-Finaleinzugs den Sieg im UEFA‑Ranking. Jetzt entscheidet allein der 34. Spieltag über die Anzahl der internationalen Startplätze.
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VfB Stuttgart unter Druck im direkten Duell mit Leverkusen

Bleibt noch der Kollege Sebastian Hoeneß in Stuttgart. Der 43-Jährige liefert im Ländle seit seinem Einstieg im April 2023 exquisite Arbeit ab, sieht sich momentan aber mit einer speziellen Herausforderung konfrontiert.

VfB-Trainer Sebastian Hoeness mit Torwart Alexander Nuebel (33) und Tiago Tomas (08).

VfB-Trainer Sebastian Hoeness mit Torwart Alexander Nuebel (33) und Tiago Tomas (08).

Quelle: Eibner-Pressefoto

Im letzten Jahr etwa reichten Dortmund 57 Punkte für die Königsklasse - einer weniger, als Bayer, der VfB und die TSG zwei Runden vor Schluss bereits zusammengeklaubt haben. "Das heißt: Du hast Spannung bis zum Schluss", wirbt Hoeneß und fordert:

Gegen Leverkusen geht es um sehr viel. Da müssen wir richtig was abbrennen.

Sebastian Hoeneß, Trainer des VfB Stuttgart

TSG Hoffenheim kann sich Bundesliga-Platz vier sichern

Teilen Schwaben und Rheinländer wie zuletzt Hoffenheim und Stuttgart die Punkte, könnte das Team von Christian Ilzer nun seinerseits auf der Pole Position in die Schlussetappe am 16. Mai gehen.

Mit den ausstehenden Gegnern Bremen und Gladbach lockt Hoffenheim dabei ein Ende als lachender Vierter. Zudem ist für Deutschlands Beletage auch ein lachender Fünfter möglich: Das wäre dann der SC Freiburg - bei einem Sieg im Europa-League-Finale am 20. Mai.

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Über dieses Thema berichtete das ZDF im aktuellen sportstudio am 02.05.2026 ab 22:30 Uhr.
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