100. Rheinderby in Fußball-Bundesliga:Endspiel für Kwasniok gegen Gladbach
von Stephan Klemm
Kölns Trainer steht bei einer Niederlage oder einem Unentschieden im 100. Rheinderby wohl vor dem Aus. Seine Mannschaft stagniert seit Wochen.
Kämpft um seinen Trainerjob beim 1. FC Köln: Lukas Kwasniok.
Quelle: ddpAm Samstagnachmittag (15:30 Uhr) ist in Köln-Müngersdorf das 100. Rheinderby in der Fußball-Bundesliga zu sehen, die Tradition dieser Duelle reicht zurück bis ins Jahr 1965. Damals gewann der 1. FC Köln am 20. November 1965 mit 3:2 auf dem Gladbacher Bökelberg, unter den Torschützen waren Jupp Heynckes für den damaligen Aufsteiger vom Niederrhein und Hannes Löhr für den FC.
Die Bilanz dieses Duells jedoch spricht für Mönchengladbach: Die Borussia gewann von den bisher 99 Ligaspielen gegen Köln 53 und verlor 28-mal. 18 Partien der beiden endeten unentschieden.
Nach gutem Start rutscht der 1. FC Köln immer tiefer in den Tabellenkeller. Welche Rolle spielt der polarisierende Lukas Kwasniok? Und steht der Trainer in seiner ersten Saison schon vor dem Aus?
12.03.2026 | 15:41 minKwasniok will um seinen Job kämpfen
Ein Remis gegen den direkten Konkurrenten im Kampf gegen den Abstieg wäre nach Lage der Dinge für Kölns Trainer Lukas Kwasniok allerdings zu wenig. Angesichts einer schwarzen Serie von gerade mal zwei Siegen aus den elf Bundesliga-Partien dieses Jahres steht der vor dieser Saison verpflichtete Coach unter Siegzwang.
Denn der mit viel Schwung und Erfolg in die Saison gestartete Aufsteiger nähert sich gefühlt Wochenende für Wochenende mehr der roten Zone. Der Vorsprung auf Relegationsplatz 16 und den FC St. Pauli beträgt vor dem Spiel gegen Gladbach nur noch einen Punkt.
Der 1. FC Köln überwindet seinen Topspiel-Fluch - zumindest ein bisschen. Nach sieben Niederlagen in sieben Spielen am Samstagabend ergattert Köln beim HSV einen Punkt.
16.03.2026 | 11:50 minDas Not-Szenario für den Fall von Kwasnioks Aus am besonders hitzigen Bundesliga-Standort Köln ist auch bereits erdacht: Zunächst soll Assistenztrainer René Wagner die Mannschaft übernehmen, ehe dann ein erfahrener Coach übernehmen würde. Doch gegen sein mögliches Aus wehrt sich Kwasniok verbal derzeit vehement. Am Donnerstag sagte er:
Ich werde alles dafür tun, dauerhaft Trainer des 1. FC Köln bleiben zu können. Dafür kämpfe ich.
Lukas Kwasniok
Kölns Trainer sieht den Klassenerhalt "schon vor Augen"
Und obwohl die Tabellensituation ernst ist, sehe Kwasniok das Erreichen des Saisonziels Klassenerhalt "schon vor Augen. Dass wir das am 34. Spieltag feiern können. Ich vernehme aus dem Kreis der Mannschaft kein Gejammer. Das ist der Geist, der uns zum Klassenerhalt tragen wird."
Gleichwohl hat der Kölner Absturz in der Tabelle auch mit Kwasnioks permanenter Rotation zu tun, die ein Einstudieren von Abläufen verhindert. Hinzu kommen viele Verletzungen und Formschwankungen einzelner Spieler. Andererseits war das Team des FC auch bei seinen Niederlagen stets konkurrenzfähig, die Punkte aber sammelten die anderen.
Borussia Mönchengladbach setzt sich gegen den zuletzt formstarken FC St. Pauli durch und verschafft Trainer Eugen Polanski ein wenig Luft. Kevin Stöger sorgt für den Höhepunkt der Partie.
16.03.2026 | 7:23 minGladbachs Defensive ist ein Trumpf im Abstiegskampf
Die Gladbacher haben bisher 28 Punkte eingespielt, drei mehr als der FC. Borussias Trainer Eugen Polanski hat nicht nur wegen des 2:0-Erfolges am vergangenen Spieltag gegen St. Pauli das Gefühl, dass seine Mannschaft auflebt, "lauter wird, sich mehr wehrt" als zuletzt:
Ich habe das Gefühl, dass wir gerade da und bereit sind, egal, was kommt.
Gladbach-Trainer Eugen Polanski
Vor allem Gladbachs Defensive könnte sich im Abstiegskampf als Trumpf erweisen, bisher spielte das Team von Trainer Eugen Polanski zehnmal zu null, was auch Kwasniok sehr beeindruckt, wie er einräumte.
Polanski erklärte am Donnerstag, dass er keinen Druck vor dem wichtigen Spiel in Köln verspüre, "sondern Vorfreude". Er gebe derzeit das Motto aus: "Zufrieden sein, aber sich nicht zufrieden geben".
Viele Diskussionen über Kölns El Mala
Kölns Trainer Kwasniok erläuterte zudem, dass Said El Mala trotz eines kurzfristigen Trainingsabbruchs am Mittwoch ein Startelfkandidat sei. Ihn verwundern die großen Diskussionen um seinen Linksaußen, der einstweilen weiter für die U-21-Nationalelf nominiert wurde und nicht für die A-Auswahl.
Viele sehen Lennart Karl, Saïd El Mala und Assan Ouédraogo schon bei der WM. Aber können sie die riesigen Erwartungen erfüllen und welche Gefahren bringt der Hype um Spieler in so jungen Jahren?
04.12.2025 | 16:18 minVor allem die Meldungen, wonach El Mala mit einem Wechsel nach Brighton kokettieren soll, verstimmen Kwasniok. El Mala sei ein ausgezeichneter Dribbler, habe zuletzt aber eine Entwicklung durchgemacht, sagt Kwasniok: "Said arbeitet nun mehr. Aber er dribbelt nicht mehr."
Vor dem Match gegen Gladbach dürfte Kwasniok gewiss noch mindestens ein Einzelgespräch mit El Mala führen. Denn im 100. rheinischen Derby benötigt er vor allem den Dribbler und Torschützen El Mala.
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