Trump vor Israels Parlament: Neuanfang für Nahen Osten

US-Präsident vor Israels Parlament:Trump: "Historischer Aufbruch eines neuen Nahen Ostens"

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US-Präsident Donald Trump hat vor Israels Parlament eine Aussöhnung Israels und der arabischen Staaten angemahnt - und einen Neuanfang für den gesamten Nahen Osten beschworen.

Trump hält seine Rede anlässlich der Geiselfreilassung

Sehen Sie die ganze Rede von US-Präsident Trump vor der Knesset hier im Video.

13.10.2025 | 65:44 min

Für Donald Trump markiert der heutige Tag das Ende des Krieges - und einen "historischen Aufbruch eines neuen Nahen Ostens". Das sagte der US-Präsident in seiner Rede vor dem israelischen Parlament, der Knesset.

In Zukunft wird dies als der Moment in Erinnerung bleiben, in dem sich alles zu verändern begann - und zwar zum Besseren.

US-Präsident Donald Trump

Israel habe alles gewonnen, was mit Waffengewalt erreicht werden könne. Nun sei es an der Zeit, den "Siegen gegen Terroristen" Frieden und Wohlstand für den gesamten Nahen Osten folgen zu lassen, warb Trump für eine Aussöhnung Israels und der arabischen Staaten. Von Gaza bis zum Iran hätten die bitteren Feindschaften nichts als "Elend, Leid und Misserfolg" gebracht. "Die verantwortungsbewussten Nationen dieser Region sollten Freunde sein", sagte Trump.

"Die Redenschreiber haben ihm eine große, historische, konzentrierte Rede aufgeschrieben - und dann kam Donald Trump", sagt ZDF-Korrespondent Elmar Theveßen. Trump habe die Rede mit Anekdoten und Spott über Netanjahu angereichert, auch mit Seitenhieben auf den politischen Gegner. "Das wirkt aber dann eben auch authentisch, weil das ist Donald Trump, damit ist er glaubwürdig", sagt Theveßen.

Das Risiko dabei sei, dass Trumps Botschaft verwässere - die Vision von einem "neuen Nahen Osten, von einer großen Friedensordnung, von einer Region, die vernetzt ist miteinander, die nicht mehr in Feindschaft lebt, sondern zueinander findet", sagt Theveßen. "Und er will alle Beteiligten in die Pflicht nehmen." Trump habe sowohl Israel als auch die arabischen Staaten in die Pflicht genommen, Kompromisse einzugehen und aufeinander zuzugehen.

ZDF-Reporter Luc Walpot hebt auch die ausgestreckte Hand an den Iran hervor. Trump habe sich zwar nicht an das Regime gewandt, aber dem iranischen Volk klar gesagt, man könne sich auch mit ihnen eine Zukunft vorstellen. "Das war eine große Vision", ordnet Walpot ein, "aber der Teufel steckt natürlich im Detail - und die Details werden uns in den kommenden Monaten und wahrscheinlich Jahren noch beschäftigen."

Elmar Theveßen ist ZDF-Korrespondent und hat die Trump-Rede in Jerusalem verfolgt. Luc Walpot ist ZDF-Reporter und berichtet seit vielen Jahren aus Nahost.


Donald Trump sprach heute im israelischen Parlament. Welche Signale er senden will und welche Bedeutung der Tag für Israel hat - Elmar Theveßen und Thomas Reichart ordnen ein.

Donald Trump sprach im israelischen Parlament. Welche Signale er sendete und welche Bedeutung der Tag für Israel hat - Elmar Theveßen und Thomas Reichart ordnen ein.

13.10.2025 | 2:40 min

Trump streckt Iran die Hand aus

Der US-Präsident richtete sich auch direkt an den Iran, der Israel nicht anerkennt und islamistische Terrororganisationen wie die Hamas im Kampf gegen Israel unterstützt. Selbst dem Regime in Teheran, das der Region so viel Tod und Verhängnis bringe, sei die "Hand der Freundschaft und Zusammenarbeit immer geöffnet", sagte Trump vor der Knesset.

Irans Außenminister Abbas Araghtschi lehnte eine Teilnahme am Friedensgipfel in Ägypten jedoch schon vor Trumps Rede ab. Auf X schrieb Araghtschi, er könne nicht mit Amtskollegen zusammentreffen, die das iranische Volk angegriffen hätten und es weiterhin bedrohten und sanktionierten.

Mendel

Wie kann der Friedensplan gelingen? Das erklärt der Historiker Meron Mendel im Gespräch mit ZDFheute live.

12.10.2025 | 11:09 min

Trump: Gaza-Abkommen "unglaublicher Triumph" für Israel

In seiner Rede nannte Trump das Gaza-Abkommen einen "unglaublichen Triumph" für Israel. Gegen alle Widerstände sei das "Unmögliche" geschafft und die Geiseln nach Hause geholt worden.

Dabei lobte Trump ausführlich den von ihm ernannten Sondervermittler Steve Witkoff und weitere Beteiligte. Auch seine Rolle als Friedensbringer hob Trump hervor. Gestern habe er noch gesagt, er habe sieben Kriege beendet - nun könne er sagen, er habe acht Kriege beendet, "weil die Geiseln nun zurück sind". "Die Geiseln sind zurück - es fühlt sich so gut an, das zu sagen", fügte Trump hinzu.

Die Behauptung des US-Präsidenten ist in dieser verkürzten Darstellung nicht belegbar. Belegbar ist der Einfluss der USA unter Trumps Führung bei fünf Kriegen und Konflikten: Israel und Gaza, Israel und Iran, Kongo und Ruanda, Thailand und Kambodscha, Armenien und Aserbaidschan. Teilweise handelt es dabei jedoch nicht um Kriege, sondern um Konflikte oder Spannungen.

Gleichzeitig wird mit der Aussage Trumps die Rolle anderer Staaten bei den Verhandlungen unterschlagen. Bei den "erfolgreichen Fällen" zweifeln Experten an, dass langfristig Frieden erreicht wurde.

Quelle: ZDF


Trump erinnert an "Grausamkeiten des 7. Oktobers"

Der US-Präsident erinnerte auch an die "Grausamkeiten des 7. Oktobers". Die USA hätten mit den Angehörigen der Opfer des Terrorangriffs der Hamas mitgefühlt. "Ich möchte dem israelischen Volk sagen: Amerika steht an Ihrer Seite in Ihrem Leiden."

Niemals werden wir das vergessen und ich sage: nie wieder!

US-Präsident Donald Trump

Die Palästinenser hätten nun die Chance, für immer vom Pfad der Gewalt abzukommen, sagte Trump.

Nahost: "Große Friedensordnung" geplant

Trump setze auf "bereits existierende Zusammenarbeit", berichtet ZDF-USA-Korrespondent Elmar Theveßen. ZDF-Korrespondentin Golineh Atai berichtet aus Ägypten über die Verhandlungen.

13.10.2025 | 6:17 min

Israel laut Trump zurück auf der Weltbühne

Trump richtete sich in seiner Rede auch direkt an Israels Premierminister Benjamin Netanjahu. Die Zustimmung zum amerikanischen Friedensplan habe Israel auf der Weltbühne rehabilitiert. Die vergangenen Monate hätten das Ansehen des Landes in der Welt beschädigt, doch ein persönliches Gespräch mit Netanjahu habe die Wende eingeleitet, sagte Trump.

"Ich habe gesagt: 'Bibi, hieran werden sich die Leute viel mehr erinnern, als wenn du diese Sache weiter, weiter und weiter laufen lässt'", sagte Trump. "Und jetzt möchte ich dich dafür beglückwünschen, den Mut gehabt zu haben: 'Das war's, wir haben gewonnen, und jetzt lass uns unser Leben genießen.'"

Menschen jubeln in Tel Aviv während der Live-Übertragung der Geiselfreilassung.

Alle 20 lebenden israelischen Geiseln sind von der Hamas freigelassen worden und zurück in Israel. Unterdessen ließ sich US-Präsident Trump vor der Knesset feiern.

13.10.2025 | 2:10 min

Zudem bat Trump Israels Präsidenten Izchak Herzog um Gnade für Netanjahu, der derzeit wegen Korruptionsvorwürfen vor Gericht steht. "Ich habe eine Idee: Warum begnadigen Sie Netanjahu nicht einfach?"

Knesset feiert Trump als "Gigant der Geschichte"

Trump wurde mit Applaus und Jubelrufen von den Abgeordneten der Knesset empfangen und gefeiert. Netanjahu dankte Trump vor dessen Rede im Namen der ganzen Nation für seine Rolle bei der Rückführung der Geiseln. Er äußerte auch die Hoffnung, mit Trumps Hilfe Annäherungsabkommen mit weiteren arabischen und muslimischen Staaten schließen zu können.

Die Kinder Abrahams werden zusammenarbeiten, um eine bessere Zukunft zu schaffen.

Israels Premierminister Benjamin Netanjahu

"Ich glaube, dass dies unter Präsident Trumps Führung viel schneller passieren wird, als die Leute denken", sagte Netanjahu.

Standing Ovation für den amerikanischen Präsidenten Donald Trump im Knesset am 13.10.2025 in Jerusalem.

"Gigant der Geschichte": Knesset-Sprecher Amir Ohana (Mitte) würdigt US-Präsident Donald Trump (links).

Quelle: AP

Knesset-Sprecher Amir Ohana sagte, das jüdische Volk werde sich noch in 1.000 Jahren an Trump erinnern. Trump stehe hier nicht einfach als weiterer Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika, sondern als "Präsident des Friedens", als "Gigant der Geschichte". Die Knesset werde Trump für den Friedensnobelpreis im kommenden Jahr nominieren. "Niemand verdient diesen Preis mehr als Sie", sagte Ohana.

ZDF-Korrespondent Thomas Reichart berichtet aus Tel Aviv.

Auf dem Platz der Geiseln brach immer wieder Jubel aus, berichtet Korrespondent Thomas Reichart aus Tel Aviv. Für die Familien der toten Geiseln sei es jedoch ein "bitterer Tag".

13.10.2025 | 1:10 min

Zwei Abgeordnete der Knesset verwiesen

Kurz unterbrochen wurde Trumps Rede von zwei linksgerichteten Abgeordneten der Knesset. Sie wurden plötzlich unter lauten Rufen von Sicherheitskräften aus dem Saal entfernt. Die israelische Nachrichtenseite "ynet" berichtete, sie hätten Schilder in die Höhe gehalten, auf denen die Anerkennung eines unabhängigen Palästinenser-Staates gefordert wurde. Trump sagte zur Entfernung der Störer: "Das war sehr effizient."

Donald Trump vor einer Israel-Flagge.

Am Tag der Freilassung der letzten israelischen Geiseln spricht US-Präsident Trump vor dem Parlament in Jerusalem. Seine Rede und Einschätzungen zur Lage bei ZDFheute live.

13.10.2025 | 289:09 min

Bereits vor der Rede hatten zwei Abgeordnete angekündigt, Trumps Rede zu boykottieren. Dessen Friedensplan sei das Gegenteil eines Sieges im Krieg, wurde der Abgeordnete Amit Halevi in israelischen Medien zitiert. Halevi gehört zur Likud-Partei von Regierungschef Benjamin Netanjahu an.

In Teilen von Netanjahus Regierungskoalition ist die Vereinbarung umstritten, da sie neben der Rückkehr der Geiseln auch die Freilassung von rund 2.000 palästinensischen Häftlingen vorsieht, darunter auch lebenslänglich verurteilte.

Alle aktuellen Entwicklungen im Liveblog.

Friedensplan für Gazastreifen
:Liveblog: Aktuelle Nachrichten zum Nahost-Konflikt

Seit dem 10. Oktober herrscht eine Waffenruhe zwischen Israel und der Hamas - und hat damit den Krieg in Nahost unterbrochen. Doch die Feuerpause scheint fragil. Die News im Blog.
26.01.2022, Berlin: Die Fahnen von Israel und Deutschland wehen vor dem Abgeordnetenhaus Berlin.
Liveblog
Quelle: ksch, mit Material von AP, dpa und Reuters

Aktuelle Nachrichten zum Nahost-Konflikt