Olympische Winterspiele 2026:Emma Aicher: Pisten-Juwel mit rosiger Zukunft
von Stephan Klemm
Skirennfahrerin Emma Aicher ist jung und bereits eine Siegfahrerin. Ihr Trainer traut der 21-Jährigen zu, in der Zukunft auch den Gesamtweltcup gewinnen zu können.
Jung, vielseitig und vor allem schnell: Emma Aicher
Quelle: dpaDie alpine Skirennläuferin Emma Aicher ist seit drei Jahren Teil der Weltcup-Mannschaft des Deutschen Skiverbandes (DSV), ihr Debüt gab sie am 13. November 2021, das war der Tag ihres 18. Geburtstages. Damals belegte sie Rang 19 im Parallelslalom von Lech/Zuers in Österreich.
Mittlerweile gehört Aicher zu den Vielfahrerinnen der Szene, denn sie ist derart breit aufgestellt, dass sie sich in allen vier alpinen Disziplinen versucht. Diese hochbegabte Athletin auf diese Weise auszubilden, war das dringende Anliegen des deutschen Frauen-Trainers Andreas Puelacher, der Aicher in diesem Winter seit drei Jahren betreut:
Meine Meinung ist, dass eine Spezialisierung nicht gut für Emmas Zukunft ist.
Andreas Puelacher, DSV-Trainer der alpinen Frauen
Tochter einer Schwedin und eines Deutschen
Denn diese Zukunft stellt sich Puelacher durchaus rosig vor für seine Athletin. "Wenn alles nach Plan läuft", könne Emma Aicher in geraumer Zeit durchaus "so weit sein, um den Gesamtweltcup mitzufahren". Das bedingt in der Tat Starts in allen Spielarten dieses Sports, um möglichst viele Punkte zu sammeln.
Emma Aicher feiert bei der Abfahrt in St. Moritz ihren dritten Weltcupsieg und blickt einer großen Zukunft entgegen. Auch Superstar Lindsey Vonn ist beeindruckt.
13.12.2025 | 1:00 minIn der Gegenwart aber wird Aicher, die Tochter einer schwedischen Mutter und eines deutschen Vaters, sukzessive und mit Erfolg aufgebaut. Am 1. März gewann sie die Abfahrt von Kvitfell in Norwegen, einen Tag zuvor gelang ihr mit Rang zwei in derselben Disziplin erstmals der Sprung aufs Podest. Am 13. März siegte Aicher in La Thuile, Italien, in einem Super-G-Rennen, und belegte damit ihre Vielseitigkeit.
Die hatte sie zuvor schon bei den alpinen Weltmeisterschaften in Saalbach-Hinterglemm im Februar mit Rang sechs in Abfahrt und Super-G angedeutet. Spätestens nach ihrem Abfahrtssieg in St. Moritz im Dezember ist sie ganz oben in der Weltspitze angekommen und eine Kandidatin für eine olympische Medaille.
Aicher ist Vertreterin der jungen Generation
Aicher ist, anders als die 41-Jährige Lindsey Vonn, eine Aktie für die neue, junge Generation um die Kroatin Zrinka Ljutic oder die für Albanien startende Lara Colturi. Im Gegensatz zu diesen Konkurrentinnen jedoch ist Aicher in allen Disziplinen vertreten. Und das mit herausragendem Erfolg.
Emma Aicher ist beim Slalom von Courchevel Dritte geworden, ihr zweiter Podestplatz innerhalb von drei Tagen. Nur Mikaela Shiffrin (USA) und Camille Rast (Schweiz) waren schneller.
17.12.2025 | 0:41 minBei Junioren-Weltmeisterschaften hat sie insgesamt vier Silbermedaillen gewonnen, und zwar in vier Disziplinen: Abfahrt, Riesenslalom, Slalom und Team-Kombination. Im Slalom gehört Aicher durchaus auch schon zur Weltspitze, dort hatte sie partiell schon Laufbestzeiten erreicht. Einzig im Riesenslalom habe Aicher laut Puelacher noch Aufholbedarf.
Erst seit 2020 startet sie für den DSV
Aicher begann in Schweden mit dem Skifahren und startet erst seit 2020 für den DSV. In Deutschland besitze sie bessere Trainingsmöglichkeiten in den Alpen, sagte sie damals. Puelacher traf in der Folge auf eine Athletin, "die einen sehr guten Schwung fährt".
Sie ist zudem mit einem großartigen Gefühl auf Skiern ausgestattet, vor allem im Bereich langer Radien. Das kannst du nur schwer lernen." Außerdem verfüge Aicher "über eine große innere Ruhe. Sie lässt sich nicht aus der Fassung bringen, wenn sie zweimal hintereinander ausscheidet."
Emma Aicher ist mit dem Skifahren in Schweden aufgewachsen, ehe sie zum DSV wechselte. 2025 kam der Durchbruch. Die Allrounderin will an die Spitze - und andere motivieren.
25.10.2025 | 2:54 minGleichwohl habe er mit seinem Trainerteam zunächst "einiges umstellen" müssen in Aichers Fahrweise, "damit sie im Weltcup konkurrenzfähig ist. Das hat ein bisschen gedauert." Mit anderen Fahrerinnen möchte Puelacher seine Athletin nicht vergleichen: "Das ist nicht gut. Und das wird der Emma auch nicht gerecht."
Aicher ist eine zurückhaltende Athletin
Grundsätzlich ist Aicher eine sehr zurückhaltende Sportlerin, bei Interviews ist sie zumeist sehr wortkarg. Das aber hänge mit ihrer schwedischen Vergangenheit zusammen, sagt Puelacher. Aber so langsam ändere sich das. Auf den Pisten hat sie die Zurückhaltung schon längst abgelegt.
Sie spricht, weil sie in Schweden aufgewachsen ist, zurzeit noch besser Englisch als Deutsch. Aber sie taut jetzt immer mehr auf.
Andreas Puelacher, DSV-Trainer der alpinen Frauen
Übersicht der Wettkämpfe:Zeitplan, Ergebnisse und Medaillenspiegel
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