Gold-Favorit bei Olympia:Felix Loch: "Rodeln macht mir mehr Spaß als je zuvor"
Rodler Felix Loch zählt zu den deutschen Gold-Favoriten bei Olympia. Im Interview spricht er über seine starke Saison, die Bahn in Cortina - und seine weiteren Karriereziele.
Felix Loch zählt auf der Olympia-Bahn in Cortina zu den Mitfavoriten auf Gold.
Quelle: ImagoZDFheute: Herr Loch, Sie starten am heutigen Samstag (ab 16:55 Uhr im ZDF-Livestream) mit den ersten beiden Läufen des Rodel-Wettkampfs in Ihre fünften Olympischen Winterspiele. Sind Sie bereit?
Felix Loch: Gesundheitlich passt alles, der Körper spielt mit. Mir tut nichts weh, ist ja nicht selbstverständlich mit 36 Jahren.
ZDFheute: Sportlich spielten Sie in diesem Winter wieder eine Hauptrolle, Sie führen die Weltcup-Gesamtwertung mit vier Tagessiegen gegen den Österreicher Jonas Müller an. Hätten Sie vor der Saison mit diesem Leistungsschub gerechnet?
Die Liebe zum Rodeln hat Felix Loch vom Vater geerbt und gibt sie an seine Söhne weiter. Der Rodel-Altmeister will es in der Olympia-Saison der Konkurrenz noch mal zeigen.
07.12.2025 | 6:27 minLoch: Generell macht mir dieser Sport einfach unglaublich viel Spaß. Im Moment sogar mehr als je zuvor. Das ist komisch, ich weiß, aber es ist so. Von der Motivation her war diese Saison deshalb ein Selbstläufer. Außerdem passt mein Setup und ich habe gerade ein sehr gutes Gefühl im Schlitten.
ZDFheute: Sie sagen, dass Ihr Setup passt - haben Sie lange getüftelt, bis es perfekt auf Sie abgestimmt war?
Loch: Dieser Prozess läuft bei mir jetzt seit drei Jahren, in denen wir wirklich viel probiert haben - und jetzt zahlt es sich zum Glück aus. Dass es gleich so gut läuft, war letztlich nicht zu erwarten, aber es freut mich natürlich umso mehr. Ich bin mir zwar schon sehr sicher, welches Material ich in Cortina einsetzen werde. Aber wir Rodler können nicht anders - wir schrauben, feilen und schleifen immer irgendwie an dem Schlitten herum.
Im Bob, Rodeln und Skeleton zählen die deutschen Olympiastarter zu den Goldfavoriten und sind das Fundament für vielleicht weitere Medaillen-Coups.
05.02.2026 | 3:34 minZDFheute: 2010 starteten Sie gleich mit einem Sieg in Vancouver in Ihre olympische Laufbahn. Damals waren Sie 20 Jahre alt. Wie haben Sie diesen Erfolg wahrgenommen?
Loch: Das war ein Wahnsinnsstart. Ich war damals zum Glück schon sehr gut beraten, das hat mir sehr geholfen, den richtigen Weg zu finden. Du brauchst Menschen, denen du blind vertrauen kannst. Diese Leute hatte ich zum Glück immer an meiner Seite.
ZDFheute: 2014 haben Sie diese Leistung in Sotschi bestätigt: Gold im Einzel und mit dem Team…
Loch: … ja, mir war wichtig, dass ich keine olympische Eintagsfliege bin.
Rodel-Star Felix Loch freut sich im Talk mit Jochen Breyer vor allem deswegen auf die Winterspiele in Cortina, weil diesmal seine ganze Familie und seine Freunde dabei sein können.
24.01.2026 | 18:58 minZDFheute: 2018 lagen Sie nach drei Läufen vorne, im vierten und letzten Durchgang passierte Ihnen ein entscheidender Fehler - Platz vier statt Platz eins. Wie war das damals?
Loch: Das war eine riesengroße Enttäuschung. Ich hätte nur gerade runterfahren müssen und es hätte gereicht. Dann kam der Fehler, den ich sogar noch geschickter hätte korrigieren können. Letztlich hat mich dieser Rückschlag aber weitergebracht. Es ging danach ja noch sehr erfolgreich für mich weiter, auch wenn ich 2022 bei den Olympischen Spielen in Peking mit Rang fünf wieder an den Medaillen vorbeigefahren bin.
In Rekordzeit wurde die Olympiabahn in Cortina gebaut. Die Athleten sind begeistert. Olympiasieger und ZDF-Experte Johannes Ludwig erklärt die Herausforderungen der Bahn.
01.12.2025 | 1:52 minZDFheute: Was ist für Sie auf der neuen Bahn von Cortina möglich?
Loch: Die Bahn ist eine super Anlage. Wir waren im November zum Training dort, ich bin sofort sehr gut zurechtgekommen. Die Bahn ist nicht die allerschwerste, allerdings ist sie im oberen Teil sehr speziell. Kurve drei und vier musst du ganz genau treffen, sonst verlierst du später viel Zeit. Mein Ziel ist eine Medaille, das kann nach meinen Vorleistungen auch gar nicht anders sein.
ZDFheute: Wird es ein Zweikampf mit Jonas Müller um Gold?
Loch: Wir dürfen meinen Teamkollegen Max Langenhan nicht vergessen und auch nicht den Italiener Dominik Fischnaller, der sehr viel und oft auf seiner Heimbahn trainieren konnte und sie bestens kennt.
ZDFheute: Machen Sie auch nach den Spielen noch weiter?
Loch: Ja, auf jeden Fall. Ich war ja erfolgreich in dieser Saison, deshalb habe ich nicht vor, aufzuhören. 2028 ist eine WM bei mir daheim am Königssee geplant, das ist sehr interessant für mich.
Das Interview führte Stephan Klemm.
Olympische Spiele:Olympische Winterspiele 2026
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