Olympia 2026: Transport-Probleme in Cortina

Mängel in der Verkehrs-Organisation:Olympisches Transport-Chaos rund um Cortina

von Lars Becker

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Schmale Straßen, ahnungslose Busfahrer, chaotische Organisation - das Thema Transport sorgt in den Bergen um Cortina für Probleme. Die ersten Athleten sind frustriert.

Busse sind auf dem Platz für die Olympischen Winterspiele in Cortina, Mailand, geparkt.

Ein Teil der olympischen Busflotte. Noch läuft nicht alles rund.

Quelle: Imago

Dass es Probleme bei diesen Olympischen Winterspielen in Italien geben würde, war IOC-Präsidentin Kirsty Coventry schon vorher klar. Zwar habe man mit der Entscheidung für ein dezentraleres Modell der Spiele die richtige Wahl getroffen, "aber das hat auch zusätzliche Komplikationen mit sich gebracht". Die wohl größte ist das Thema Transport, was sich nach einem Wintereinbruch in den Bergen rund um Cortina schon vor dem Start der Spiele bestätigt hat.

Olympia-Busse kommen nicht

Viele der in der offiziellen Olympia-Transport-App angegebenen Busse kommen einfach nicht oder die Fahrer fahren an wartenden Menschen an den Haltestellen einfach vorbei. "Das haben sie überhaupt nicht im Griff. Alles, was ich bis jetzt erlebt habe, war katastrophal“, schimpft Rennrodlerin Anna Berreiter.

Die Olympiazweite von 2022 wohnt im Olympischen Dorf in Fiames vor den Toren von Cortina. Bis zu ihrem "Arbeitsplatz" an der olympischen Eisrinne sollte es eigentlich nur eine gute Viertelstunde Fahrt sein.

Amelie Stiefvatter

ZDF-Reporterin Amelie Stiefvatter und Reporter Gari Paubandt über die letzten Vorbereitungen auf die Eröffnungsfeiern und die Olympia-Atmosphäre in Mailand und Cortina.

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An den Trainingstagen erlebte Berreiter jedoch etwas ganz anderes: "Ich habe einmal eine Stunde gewartet, weil die Busse gar nicht kamen. Dann bin ich übers das Curling-Stadion zur Rodelbahn gefahren." Besonders bitter ist die Situation, weil sie ihren Hightech-Schlitten bei den Transfers immer mitschleppen muss. Dazu einen Riesenrucksack, Berreiter ist also bepackt wie ein Lastesel.

Und dann muss ich eine halbe Weltreise machen, das ist schon nervig.

Anna Berreiter

Verschiedene Firmen

Das ist beileibe kein Einzelfall. Kurz vor Beginn der Spiele fielen auch auf der wichtigen Strecke vom Verkehrs-Knotenpunkt Toblach nach Cortina reihenweise Busse aus. Auf dem Parkplatz daneben standen zwar Ersatzgefährte, aber die konnten nicht eingesetzt werden.

Hintergrund: Für die unterschiedlichen Olympia-Linien beispielsweise für TV-Rechteinhaber, Akkreditierte oder Zuschauer mit Tickets wurden verschiedene Busfirmen unter Vertrag genommen. Und die dürfen jeweils nur für "ihre" Klientel fahren.

Cortina

Olympia 2026 findet auch im Skiort in Cortina d’Ampezzo in den Dolomiten statt. Dort wurden die Winterspiele schon einmal 1956 ausgetragen. Seitdem hat sich nicht nur der Wintersport verändert.

06.02.2026 | 1:33 min

Dazu kommt ein weiteres hausgemachtes Problem. "Alles ist schlecht organisiert. Die Busfahrer kommen aus ganz Italien, teilweise aus Rom", erklärt ein Helfer in Toblach: "Die kennen den Weg zum Colloseum, aber nicht nach Cortina." Fast verständlich, dass sie deshalb an Haltestellen einfach vorbeifahren. Zudem haben die ortsunkundigen Lenker Probleme mit der herausfordernden Fahrt auf engen Bergstraßen mit eisigem Untergrund.

Verkehrs-Chaos rund um Cortina

Auch auf den engen Straßen in Cortina regiert das Verkehrs-Chaos. Busse müssen anhalten, wenn sie Fahrgäste herauslassen wollen, weil es keine Haltebuchten gibt. Fußgänger stören den Verkehr, weil es mancherorts keine Fußwege gibt.

Insgesamt sind viel zu viele Autos für die Kapazitäten in einem Bergort unterwegs, obwohl man ein ausgeklügeltes Verkehrskonzept mit vielen Sperrungen für die Olympia-Zeit und horrend teuren Shuttle-Parkplätzen für 40 Euro pro Tag aufgesetzt hat.

Probleme auch für die Dopingfahnder

Fragt man bei den Organisatoren nach, spricht man lapidar von kleineren Startproblemen. Die übrigens auch die Dopingfahnder betreffen.

"Was den Transport betrifft, so bringt eine so weitläufige Veranstaltung in den Bergen natürlich einige Herausforderungen mit sich. Wir müssen sicherstellen, dass die Transportmechanismen reibungslos funktionieren“,  so Matteo Vallini von der Internationalen Doping-Testagentur: "Dies erfordert einige Tage Vorbereitungszeit."

Markus Harm | ZDF-Reporter in Mailand

Im Gespräch mit Florian Zschiedrich spricht ZDF-Reporter Markus Harm über seinen Eindruck von IOC-Chefin Kirsty Coventry und zu ihrer Meinung zu den russischen und belarussischen Athleten.

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Diese ist mit Start der Winterspiele allerdings vorbei. Es wird spannend zu sehen sein, was passiert, wenn zusätzlich zum derzeit schon überlasteten Verkehr noch die ganzen Zuschauer zu den Events in den Bergen strömen. Ihre Zahl wurde ohnehin vorher schon reduziert - weil ein massives Transport-Chaos befürchtet wurde,

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Quelle: Reuters

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Über die Olympischen Winterspiele in Mailand und Cortina berichtet das ZDF ab dem 04.02.2026 täglich bei "sportstudio live".

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