DSV-Sparten Biathlon und Nordisch:Stühlerücken nach Olympia: Nicht nur Horngacher geht
von Lars Becker
Mit drei Olympia-Medaillen - 2022 waren es noch neun - hat die Sparte Nordisch/Biathlon im Deutschen Skiverband bei Olympia enttäuscht. Was sich ändern soll.
Die Goldmedaille von Philipp Raimund rettete zumindest ihm die Olympia-Bilanz: DSV-Skisprung-Bundestrainer Stefan Horngacher. Zum Saisonende räumt er seinen Posten.
Quelle: ZDFSkisprung-Bundestrainer Stefan Horngacher hat immerhin einen goldenen Abschied bekommen. Sein Schützling Philipp Raimund flog zum Olympiasieg, dem einzigen für die Sparte Nordisch/Biathlon im Deutschen Skiverband (DSV) bei den Olympischen Winterspielen in Italien.
Das olympische Skisprung-Finale endet mit einem Abbruch - bitter für die deutschen Springer, die eine Medaille denkbar knapp verpassen. Auch durch fragwürdige Jury-Entscheidungen.
16.02.2026 | 10:35 minDie Gesamtbilanz ist mit drei Podestplätzen enttäuschend - 2022 in Peking hatten Skispringer, Nordische Kombinierer, Skilangläufer und Biathleten noch neun Olympia-Medaillen gewonnen. Davon drei in Gold.
Wir müssen das Olympia-Ergebnis umfassend analysieren und die richtigen Schlüsse daraus ziehen.
Horst Hüttel, Sportchef der Skispringer und Kombinierer
Zwei Favoriten auf Horngacher-Nachfolge
Horst Hüttel, Sportchef der Skispringer und Kombinierer, ist in der Endphase der Suche nach dem Nachfolger für Flieger-Chefcoach Horngacher. Dieser wird seinen Posten zum Saisonende nach sieben Jahren räumen. Als Favorit werden momentan zwei Österreicher gehandelt: Alexander Stöckl und Thomas Thurnbichler.
Stöckl hat viele Jahre sehr erfolgreich die norwegischen Skispringer trainiert, schied dort aber genauso im Streit wie zuletzt von seinem Posten als Sportdirektor bei Polens Fliegern. Stöckl gilt als ausgewiesener Experte - nicht nur mit einem guten Draht zu Entscheider Hüttel. Legendär ist seine Gesangseinlage im Deutschen Haus nach dem Olympiasieg seines norwegischen Teams 2018 in Pyeongchang. Die silbernen deutschen Flieger mit den heute immer noch aktiven Andreas Wellinger und Karl Geiger hatten Stöckl und Co. einfach mitgeschleppt.
Der deutsche Sport befindet sich aktuell in einem Abwärtstrend. Die Bundesregierung will das mit einem neuen Gesetz ändern. Kann das klappen?
20.02.2026 | 11:13 minHüttel lobt aber auch den zweiten Kandidaten Thurnbichler. Er ist derzeit für den (wenig erfolgreichen) Nachwuchs im DSV zuständig, nachdem er zuvor nach anfänglichen Erfolgen als polnischer Cheftrainer gefeuert worden war.
Eine Entscheidung soll im März fallen. Der neue Boss soll A- und B-Team strukturell näher zusammenführen und wieder junge Talente in die Weltspitze führen.
Erstmals fahren Deutschlands Skispringerinnen bei Winterspielen ohne Medaille nach Hause. Das Team um Katharina Schmid ging im ersten olympischen Springen der Frauen von der Großschanze leer aus.
16.02.2026 | 1:44 minTrotz Absturz: Kuttin und Frenzel sollen bleiben
Fest steht, dass Damen-Bundestrainer Heinz Kuttin seinen Posten behalten soll. Obwohl es erstmals seit der Olympia-Premiere der fliegenden Frauen 2014 keine deutsche Medaille gab.
Die WM 2025 war mit zwei Einzelmedaillen sehr erfolgreich, Heinz hat einen unbefristeten Vertrag, wir wollen das so weiterlaufen lassen.
Horst Hüttel
Die Nordischen Kombinierer beenden Olympische Winterspiele erstmals seit 1998 ohne Medaille. Bundestrainer Eric Frenzel zieht ein Fazit.
19.02.2026 | 3:55 min
Das gleiche gilt auch für die Nordische Kombination mit Bundestrainer Eric Frenzel, nachdem es erstmals seit 28 Jahren keinen deutschen Olympia-Podestplatz gegeben hatte. "Die Spiele sind maximal unglücklich gelaufen. Wir wollen das Team zusammenhalten, alles andere wäre Harakiri", so Hüttel.
Das könnte sich freilich alles ändern, wenn das Internationale Olympische Komitee (IOC) die Nordische Kombination im Mai aus dem Olympia-Programm streicht und damit viele Fördergelder gestrichen werden.
Der deutsche Biathlon-Sportdirektor Felix Bitterling über die magere Medaillenausbeute bei Olympia mit einmal Bronze und die Zukunft des deutschen Biathlonsports. Interview: Alexander Ruda.
21.02.2026 | 3:13 minBiathlon: Sportdirektor Bitterling räumt Posten am Saisonende
Das steht in der TV-Sportart Biathlon nicht zu befürchten, in der Deutschland spätestens mit diesen Winterspielen in die Krise gerutscht ist. Keine Goldmedaille, nur Bronze im Mixed - so schlecht waren die deutschen Skijäger zuletzt bei Olympia vor 50 Jahren in Innsbruck.
Es ist bereits seit längerem bekannt, dass Felix Bitterling seinen Posten als Sportdirektor räumen und nach dem Saisonende zur Internationalen Biathlon-Union (IBU) wechseln wird. Die Bundestrainer Kristian Mehringer (Frauen) und Tobias Reiter (Männer) sollen bleiben.
Langlauf: Schlickenrieder vor Abschied 2027
Im deutschen Skilanglauf - einmal Bronze in Italien statt Gold und Silber 2022 - soll es dagegen 2027 eine personelle Veränderung geben. Peter Schlickenrieder will dann nach neun Jahren seinen Posten als Bundestrainer der Langläufer räumen und nur noch als Berater im Hintergrund agieren. "Wir haben uns so vereinbart, dass wir nach Olympia bis zur WM in Falun den Übergang organisieren", so Schlickenrieder und fügt hinzu:
Nur für das Medaillen-Gewinnen habe ich keine Lust, meine Lebenszeit zu opfern. Ich will eine Kultur etablieren, wo der Mensch im Zentrum steht.
Peter Schlickenrieder, Langlauf-Bundestrainer
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