Champions League der Frauen: Brand will Historisches schaffen

Champions-League-Finale der Frauen:Von Brands Entwicklung bei Lyon profitiert auch DFB-Elf

von Frank Hellmann

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Vor dem Champions-League-Finale zwischen Lyon und Barcelona würdigt UEFA-Direktorin Nadine Keßler die Entwicklung von Jule Brand, der deutschen Topspielerin bei den Französinnen.

Bolzplatz: CL-Finale Frauen

Der Rekord-Champion gegen die neue Supermacht. Das CL-Finale der Frauen steht an: OL Lyonnes gegen den FC Barcelona und mittendrin die deutsche Ausnahmespielerin Jule Brand.

14.05.2026 | 15:52 min

Es war am 22. Mai 2014 nur ein bedingt würdiger Schauplatz, als Nadine Keßler im zugigen Estadio do Restelo in Lissabon das Spiel ihres Lebens machte. Im Finale der Women’s Champions League behielt der VfL Wolfsburg gegen den schwedischen Topklub Tyresö FF damals spektakulär (4:3) die Oberhand.

Niemand fightete bei den "Wölfinnen" bei der Aufholjagd gegen Weltstar Marta so verbissen wie die Mittelfeldspielerin Keßler, die später zur Weltfußballerin gewählt wurde. Ein Jahr zuvor hatte sie mit dem Werksverein den ersten Titel in der Königsklasse geholt - und war im selben Sommer in Schweden mit der deutschen Nationalelf zum bislang letzten Male Europameisterin geworden.

Die deutsche Fussballspielerin Jule Brand bejubelt ihren Treffer für Olympique Lyon im Champions League Spiel gegen Arsenal London

Olympique Lyon steht im Finale der Champions League der Frauen. Im Rückspiel gegen Titelverteidiger FC Arsenal wurde Jule Brand zur Matchwinnerin.

02.05.2026 | 2:38 min

Die UEFA-Direktorin für Fußball der Frauen weiß, welche Außenwirkung ein solches Endspiel erzeugt, wenn sich jetzt in Oslo im Ullevaal Stadion OL Lyonnes und der FC Barcelona (Samstag, 18 Uhr/ab 17:55 Uhr ZDF-Livestream) um Europas Krone duellieren.

Finalisten Lyon und Barcelona setzen Maßstäbe

"Wir sehen die beiden besten Mannschaften der letzten Jahre", sagte die 38-Jährige in einer Medienrunde aus der UEFA-Zentrale. Das Format mit 18 Teams aus neun Nationen in einer Ligaphase habe geholfen, den europäischen Vereinsfußball "nachhaltig zu stärken". Doch am Ende waren Topklubs aus Frankreich, Spanien, Deutschland und England unter sich.

Salma Paralluelo (FC Barcelona) jubelt über das 1:0 gegen Bayern im Champions-League-Halbfinale.

Die Frauen des FC Bayern haben das Finale der Champions League verpasst. Barcelona war lange überlegen, erst gegen Ende wachten die Münchnerinnen auf.

03.05.2026 | 9:25 min

Während die Katalaninnen oft mit spielerischer Leichtigkeit wie im Halbfinale gegen den FC Bayern (1:1, 4:2) dominierten, zeigte sich die gebürtige Pfälzerin von den Comeback-Qualitäten der Französinnen beeindruckt: "Sie haben unglaubliche Widerstände überwunden." Auch dank Jule Brand, die vergangenen Sommer von Keßlers Ex-Klub Wolfsburg gekommen war.

Die 23-jährige Jule Brand macht den Unterschied

"Es ist ein Traum von mir, die Champions League zu gewinnen und jetzt im Finale zu stehen", sagte die 23-Jährige, die sich in der lebenswerten Metropole am Zusammenfluss von Rhône und Saône immer besser eingelebt hat. Sie wollte raus aus der Komfortzone und reifte in Lyon mit Verzögerung zur Leistungsträgerin.

Die aus Dudenhofen in der Pfalz stammende Offensivspielerin markierte im Halbfinalrückspiel gegen den FC Arsenal (1:2, 3:1) den letzten Treffer. Auf internationaler Bühne ist aus dem OL-Starensemble nur Melchie Dumornay besser als Brand mit ihren drei Toren und drei Vorlagen.

Die Schritte, die sie jetzt unternommen hat, zeigen wirklich, dass sie hungrig ist. Sie will nicht nur Teil sein, sondern eine Schlüsselrolle in einer absoluten Spitzenmannschaft spielen.

UEFA-Direktorin Nadine Keßler über Jule Brand

"Sie ist eine hervorragende Spielerin, und ich glaube, dass von ihrem Schritt, ins Ausland zu gehen, auch die deutsche Nationalmannschaft profitieren wird", sagte Keßler dem ZDF. Am besten schon im entscheidenden WM-Qualifikationsspiel gegen Norwegen (5. Juni).

Das DFB-Team jubelt über den gehaltenden Elfmeter von Keeperin Ann-Katrin Berger

Das EM-Viertelfinale 2025 zwischen Frankreich und Deutschland: ein Drama in 138 Minuten. In Unterzahl kämpft sich das DFB-Team bis ins entscheidende Elfmeterschießen

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Brand auf einmal kämpferisches Vorbild

Die 73-fache Nationalspielerin beeindruckte - nach einer missratenen WM 2023 in Australien und eher durchwachsenen Olympischen Spielen 2024 in Frankreich - bereits bei der EM 2025 in der Schweiz. Dabei bestach sie trotz zweier Vorrundentreffer weniger durch ihre Finesse als durch ihren Willen.

Als Bundestrainer Christian Wück das Turnier analysierte, fiel ihm auf, wie viele Ballgewinne in der eigenen Hälfte und Sprints gegen den Ball seine Tempodribblerin eingelegt hatte. Wer hätte gedacht, dass diese Fußballerin noch mal kämpferisches Vorbild sein würde? Herausragend ihre Haltung beim EM-Viertelfinalthriller gegen Frankreich.

Viele ihrer heutigen Mitspielerinnen schlichen damals in Basel tief enttäuscht vom Feld. Nun will Brand mit ihnen etwas Historisches schaffen.

Ich glaube, ich war gefühlt nie glücklicher in meinem Leben.

Jule Brand, Olympique Lyon

"Gerade auch, weil es am Anfang nicht so lief." Ein neues Umfeld und ein anderes Anspruchsdenken wollten erst einmal verinnerlicht werden. Nun wartet ein würdiges Finale in der Hauptstadt Norwegens; "in einem Mutterland des Frauenfußballs", wie Nadine Keßler findet.

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Quelle: Reuters

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Über dieses Thema berichtete ZDFsportstudio im "Bolzplatz" am 14.05.2026 ab 17 Uhr.

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