Nach Machtdemonstration gegen Stuttgart:Wird der FC Bayern in dieser Saison noch dominanter?
von Maik Rosner
Durch den klaren Auftaktsieg des FC Bayern könnte es erneut zu einem Start-Ziel-Sieg in der Bundesliga kommen. Kimmich sieht den Meister noch längst nicht auf dem besten Level.
Am Abend startete die Bundesliga in die neue Saison. Der FC Bayern trifft auf den VfB Stuttgart.
28.08.2026 | 1:33 minWenn es noch eines Symbolbildes für die Übermacht des FC Bayern am Ende des Bundesliga-Auftakts gegen den VfB Stuttgart bedurft hätte, dann hätte dieses Bild ein Moment in der Schlussphase geliefert. Für Harry Kane, Aleksander Pavlovic und Min-jae Kim wechselte Trainer Vincent Kompany die deutschen Nationalspieler Lennart Karl, Tom Bischof und Jonathan Tah ein, damit sie auch noch ein paar Minuten Spielzeit bekommen.
Nötig gewesen wäre das nicht mehr, um den sehr deutlichen Sieg einzufahren. Es stand ja schon 4:1. Damit war viel erzählt über das Potenzial und die Dominanz der Münchner Mannschaft, in der am Freitagabend ja sogar noch die deutschen Nationalspieler Jamal Musiala und Serge Gnabry gefehlt hatten.
Letzte Saison 6:0 gegen RB Leipzig
Umso furchteinflößender musste der am Ende sehr deutliche 5:1-Sieg auf die Konkurrenz wirken und auch auf all jene Fans, die sich ein spannendes Titelrennen in der Bundesliga wünschen. Stattdessen deutet viel auf einen erneut unangefochtenen Start-Ziel-Sieg des Titelverteidigers hin.
In die vergangene Saison waren die Münchner mit einem 6:0-Sieg gegen RB Leipzig gestartet und hatten die am ersten Spieltag eroberte Tabellenführung bis zum Saisonende nach 34 Spieltagen nicht mehr abgegeben. Am Ende waren sie mit 16 Punkten Vorsprung auf den Zweiten Borussia Dortmund Meister geworden.
Erstes Pflichtspiel, erster Titel in der neuen Saison. Die Bayern machen da weiter, wo sie aufgehört haben und holen gegen Dortmund den Supercup.
23.08.2026 | 11:57 minEberl: "Duftmarke gesetzt"
Wenn die ersten Eindrücke nicht täuschen, könnte das in dieser Saison ganz ähnlich laufen. Oder werden die Bayern dank ihrer noch größeren Flexibilität durch die Zugänge Nathaniel Brown und Ismael Saibari nun sogar noch dominanter?
Zumindest hat Kompanys Mannschaft nach dem 2:1-Sieg in Dortmund im Franz-Beckenbauer-Supercup am vergangenen Samstag mit dem klaren Auftaktsieg gegen Stuttgart im Wiedersehen der beiden Pokalfinalisten eine weitere "Duftmarke gesetzt", wie es Max Eberl formulierte. Man habe in der zweiten Halbzeit "gemerkt, dass die Mannschaft wieder in den Flow reinkommt", befand der Sportvorstand.
Vorhang auf zur neuen Bundesliga-Saison. Ganz viel spricht wieder für den FC Bayern als haushoher Meister-Favorit. ZDF-Experte René Adler im Interview mit Florian Zschiedrich.
28.08.2026 | 5:30 minBesser durch Brown und Saibari
Zudem sei man vor allem durch die Zugänge Brown und Saibari "jünger" und "noch dynamischer" im Vergleich zur vergangenen Saison, außerdem habe man vielleicht "noch mehr Kreativität" im Team, sagte Eberl. Mit einem gewissen Stolz über den weiter verfeinerten Kader urteilte er:
Vom technischen Fußballvermögen her haben wir uns gut aufgestellt.
Max Eberl, Sportvorstand des FC Bayern
Und weil er gerade schon einmal dabei war, zu schwelgen, erfreute er sich auch daran, dass man dank der Tore von Dayot Upamecano, Michael Olise, Pavlovic und Luis Díaz sowie einem Eigentor von Josha Vagnoman diesmal sehr gut ohne einen Treffer des sonstigen Torjägers Kane ausgekommen war.
Bayern-Stürmer Harry Kane ist vom Sportmagazin Kicker zum Fußballer des Jahres gewählt worden. Auch die FC-Bayern-Spielerin Giulia Gwinn und Trainer Vincent Kompany wurden geehrt.
23.08.2026 | 0:13 minKimmich sieht Lücke zu "unserem besten Level"
Für die Konkurrenten in der Bundesliga war es auch keine besonders gute Nachricht, dass Joshua Kimmich bei sich und den Kollegen noch viel Verbesserungspotenzial erkannte. "Wir haben wieder ein Gegentor bekommen, wieder nach einer Flanke, daran müssen wir arbeiten", sagte der defensive Mittelfeldspieler.
Und auch wenn dieser Sieg im Vergleich zum Erfolg beim BVB ein Schritt in die richtige Richtung gewesen sei, hielt Kimmich fest:
Trotzdem wissen wir alle, dass wir noch ein Stück von unserem besten Level entfernt sind.
Joshua Kimmich, Mittelfeldspieler beim FC Bayern
Viele Traditionsklubs waren schon bei der Geburtsstunde der Fußball-Bundesliga dabei - der FC Bayern München nicht. Wieso das so ist.
26.08.2026 | 0:28 minMittwoch im DFB-Pokal beim VfL Osnabrück
Es sind natürlich erst zwei Pflichtspiele absolviert worden. Aber dass diese ziemlich souverän gegen jene zwei Mannschaften gewonnen wurden, die von vielen Experten als die beiden besten deutschen Teams nach dem FC Bayern eingeschätzt werden, verdeutlicht die sich erneut abzeichnende nationale Dominanz der Münchner.
Eine Überraschung ist das selbstredend nicht, und es wäre nicht einmal eine, wenn der FC Bayern sogar die vergangene Rekordsaison noch übertreffen würde. Zunächst aber wartet am Mittwoch auch im DFB-Pokal der erste Schritt zur angepeilten Titelverteidigung. Dann geht es zum Zweitliga-Aufsteiger VfL Osnabrück.