Randale bei Dynamo Dresden - Hertha BSC: "Kein Pardon mehr"

Randale bei Dynamo - Hertha:Sachsens Innenminister Schuster: "Kein Pardon mehr"

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Die Randale im Spiel Dynamo Dresden - Hertha BSC werden die Politik ausführlich beschäftigen, kündigt Sachsens Innenminister Schuster an. Die Fanszene dürfte da den Atem anhalten.

Polizisten stehen während einer Spielunterbrechung im Stadion vor dem K-Block mit Dresdner Fans am 04.04.2026 in Dresden.

Spielunterbrechung nach Randale: Der DFB will nach Ostern Ermittlungsverfahren gegen Dynamo Dresden und Hertha BSC einleiten.

Quelle: dpa

Der Schock bei Dynamo Dresden sitzt tief, die Folgen des Fan-Platzsturms im Spiel gegen Hertha BSC könnten für den gesamten deutschen Fußball gravierend sein.

"Nach diesem erneuten Skandalspiel kann es für die weiteren Verhandlungen oder Gespräche kein Pardon mehr geben", sagte Sachsens Innenminister Armin Schuster (CDU) der Deutschen Presse-Agentur (dpa).

Meine Geduld hat hier endgültig ein Ende.

Sachsens Innenminister Armin Schuster

Krawalle Thema der Innenministerkonferenz

Die Vorkommnisse stünden symbolisch für eine "Gewaltfolklore" in deutschen Fußballstadien und stellten den gesamten bisherigen Verhandlungsweg mit dem DFB und der Deutschen Fußball Liga (DFL) infrage, erklärte Schuster weiter.

Tjark Ernst (Hertha BSC) hält den Strafstoß, Elfmeter.

Die Paraden von Hertha-Keeper Ernst und Winklers 1:0-Siegtor sind die sportlichen Highlights des Spiels Dynamo Dresden - Hertha BSC. Überschattet wird Herthas Sieg von einem Platzsturm.

06.04.2026 | 9:05 min

"Die Ergebnisse einer präzisen Aufarbeitung dieses Spiels durch die Vereine und die Stadt in Zusammenarbeit mit der Polizei lasse ich mir persönlich vorlegen", so Schuster. Der Charakter einer kommenden Innenministerkonferenz werde auch maßgeblich davon geprägt sein, "wie drakonisch die Konsequenzen sind, die aus diesen Krawallexzessen gezogen werden".

DFB: Fankultur gerät durch Gewalttäter in Verruf

DFB und DFL verurteilten die Geschehnisse in großer Deutlichkeit. "Die einzigartige Fankultur in Deutschland gerät durch Gewalttäter wie beim Spiel zwischen Dynamo Dresden und Hertha BSC Berlin in Verruf", sagte DFB-Präsident Bernd Neuendorf der dpa.

Die DFL stellte fest, man setze sich seit Monaten für sinnvolle und vertretbare Sicherheitsmaßnahmen ein, um die hohe Sicherheit in den Stadien zu stärken und die positive Fankultur zu wahren. "Diese Vorfälle gefährden Fankultur und den gesamten Fußball", unterstrich der Dachverband.

"Unsere Kurve" gegen Verallgemeinerung

Die Fan-Organisation "Unsere Kurve" verwahrte sich dagegen, Pyrotechnik als Waffe einzusetzen. "Auch Gewalt ist im Stadion nicht zu tolerieren", hieß es in einer Stellungnahme an die Deutsche Presse-Agentur. Es könne aber ebenfalls nicht sein, dass das Verhalten einiger weniger zum Maßstab für 25 Millionen Fußballfans in den Stadien gemacht werde.

750 Polizisten im Einsatz

Am Samstagabend verhinderten 750 Polizisten aus Bayern und Thüringen sowie der Bereitschaftspolizei Sachsen Schlimmeres, auch einen möglichen Abbruch in der ersten Hälfte. Das Spiel wurde fortgesetzt, die Gäste aus Berlin gewannen 1:0.

Blick von der Seite auf eine Tribüne: Ultras vom FC St.Pauli zünden Pyrotechnik während des Spiels gegen den FC Hansa Rostock.

Tausende vereint in Jubel, Wut und Enttäuschung: Fußball im Stadion bedeutet Emotion und Spannung pur. Die meisten sammeln sich dort friedlich. Doch wo überschreitet die Leidenschaft Grenzen?

13.08.2024 | 43:43 min

Bei der Polizei sind mehrere Ermittlungsverfahren gegen Fans anhängig. Der DFB kündigte an, nach den Osterfeiertagen Ermittlungsverfahren gegen die Klubs einzuleiten.

Dynamo: Schwer, für Faninteressen einzustehen

Dynamos Sport-Geschäftsführer Sören Gonther reagierte geschockt. "Alle arbeiten seit Monaten daran, ein sicheres Stadionerlebnis zu garantieren. Und das nimmt uns als Verein jegliche Argumentation, für Faninteressen einzustehen", sagte Gonther im Sport1-"Doppelpass":

Es torpediert, was wir uns rundherum erarbeiten, mit Fanvertretern, Vereinsvertretern, DFL, Polizei und so weiter.

Dynamos Sport-Geschäftsführer Sören Gonther

Bei dem Spiel wurde zunächst von beiden Seiten Pyrotechnik gezündet. Danach kletterten Anhänger beider Teams über die Zäune. Dresdner rannten vermummt entlang des Spielfeldes zum Hertha-Fanblock. Dabei gab es ein kurzen Aufeinandertreffen beider Fangruppen, bei dem es zum Einsatz von Pyrotechnik als Wurfgeschossen kam.

Trainer von Hertha BSC Stefan Leitl

Herthas Trainer Stefan Leitl zu den Krawallen im Spiel gegen Dynamo.

06.04.2026 | 0:31 min

Auch Hertha-Fans randalierten

Schiedsrichter Sven Jablonski schickte die Teams nach den Krawallen in die Kabine. Eine Hundertschaft Polizisten drängte dann die Dynamo-Anhänger zurück in ihren Block. Dort wurde eine Hertha-Fahne abgebrannt.

Auch das Fehlverhalten der Berliner Fans, die über die Absperrungen sprangen und zuerst Pyrotechnik zündeten, war offenkundig. "Das ist natürlich Wasser auf die Mühlen der großen Kritiker. Das ist uns bewusst", sagte Hertha-Geschäftsführer Peter Görlich. Hertha-Trainer Stefan Leitl bezeichnete die Vorkommnisse als "Schande für den deutschen Fußball".

Sven Voss im aktuellen sportstudio

Die Fußball-Bundesliga mit dem Abendspiel VfB Stuttgart - Borussia Dortmund und weiteren Spielen. Studiogast ist Vincenzo Grifo, italienischer Nationalspieler des SC Freiburg.

04.04.2026 | 86:32 min

Quelle: dpa
Über dieses Thema berichtet die Sendung "das aktuelle sportstudio" am 04.04.2026 ab 22:30 Uhr.
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