Start der Eishockey-WM: DEB-Team auf der Suche nach sich selbst

Start der WM:Deutsches Eishockey-Team auf der Suche nach sich selbst

von Bernd Schwickerath

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Nach enttäuschenden Turnieren braucht der DEB bei der WM in der Schweiz ein Erfolgserlebnis. Zwar fehlen viele Stars, aber das könnte helfen, zur alten Identität zurückzufinden.

Lukas Reichel, Lukas Kalble und Moritz Muller am 17.02.26

Nach dem enttäuschenden Viertelfinal-Aus bei Olympia peilt das DEB-Team bei der WM mindestens Platz vier an. (Archivbild)

Quelle: AFP

Am Donnerstagmittag erreichte den Deutschen Eishockey-Bund (DEB) eine unverhoffte wie gute Nachricht. NHL-Stürmer Lukas Reichel hat seinen Vertrag bei den Boston Bruins doch noch früh genug verlängert. Der 23-Jährige wird also zur WM in der Schweiz nachreisen, was die Qualität in der deutschen Offensive deutlich steigern wird.

Ansonsten sind Spieler aus der stärksten Eishockey-Liga der Welt nämlich rar gesät. Das ist bei Weltmeisterschaften in Olympiajahren zwar immer so, aber den DEB hat es jetzt in Zürich besonders hart erwischt: Leon Draisaitl, Tim Stützle und JJ Peterka - die mit Abstand besten deutschen Stürmer - haben allesamt abgesagt.

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"Unser Minimalziel ist das Viertelfinale, und ab da ist alles möglich", sagt Eishockey-Bundestrainer Harold Kreis im moma-Gespräch mit Lena Kesting.

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Die Absagen der NHL-Stars als Chance

Jammern will darüber aber niemand. Auch nicht Bundestrainer Harold Kreis, der dazu den Satz sagt, den er immer sagt, wenn etwas passiert, das er nicht kontrollieren kann: "Wir nehmen das zur Kenntnis." Was anderes bleibt ihm gar nicht übrig. Und vielleicht liegt darin ja sogar eine Chance.

Natürlich würden Draisaitl, Stützle und Peterka das deutsche Team auf ein anderes Level heben. Aber sie würden eben auch die Statik des Kaders verändern. Zu sehen war das beim enttäuschenden Viertelfinal-Aus bei Olympia, als alles auf die NHL-Stars zugeschnitten war und sich der Rest wie Beiwerk vorgekommen sein muss.

2015: Vorrundenaus (Platz 10)
2016: Viertelfinale (Platz 7)
2017: Viertelfinale (Platz (8)
2018: Vorrundenaus (Platz 11)
2019: Viertelfinale (Platz 6)
2021: Halbfinale (Platz 4)
2022: Viertelfinale (Platz 7)
2023: Vizeweltmeister (Platz 2)
2024: Viertelfinale (Platz 6)
2025: Vorrundenaus (Platz 9)


Bei Olympia stand kein echtes Team auf dem Eis

Kapitän Moritz Müller, in Zürich ebenfalls nicht auf dem Eis, sondern als TV-Experte dabei, hat das dieser Tage nochmal bei Magentasport erzählt. Manche Spieler hätten "auf bestimmte Jungs" geschaut, die wiederum hätten das Gefühl gehabt, "es alleine richten zu müssen". Gemeint waren natürlich die NHL-Stars. Was auch an Bundestrainer Kreis lag, der seinen Topspielern deutlich mehr Eiszeit gab als dem Rest.

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Jetzt in der Schweiz soll das wieder anders laufen. Schon beim Auftakt an diesem Freitag (16:20 Uhr) gegen Finnland. Aber auch in den anderen sechs Spielen in der Gruppe A. Am Ende soll mindestens Platz vier herauskommen, dann wären die Deutschen im Viertelfinale. Was auch für Kreis wichtig wäre.

Deutschland - Finnland (15.05., 16:20 Uhr)
Deutschland - Lettland (17.05., 20:20 Uhr)
Deutschland - Schweiz (18.05., 20:20 Uhr)
Deutschland - USA (20.05., 20:20 Uhr)
Deutschland - Ungarn (22.05., 16:20 Uhr)
Deutschland - Österreich (23.05., 20:20 Uhr)
Deutschland - Großbritannien (25.05., 20:20 Uhr)


Ein Jahr vor der Heim-WM braucht es einen Stimmungsaufheller

Nach der Silbermedaille 2023 wurde Bundestrainer Kreis noch gefeiert, nun in Zürich steht er unter Druck. Denn schon die WM 2025 in Dänemark war enttäuschend, da reichte es nicht mal für die K.O.-Phase. Olympia tat sein Übriges. Ein Jahr vor der Heim-WM in Mannheim und Düsseldorf braucht es wieder ein Erfolgserlebnis für den DEB.

Auch Stürmer Dominik Kahun hat festgestellt, dass "die Leistungen runtergegangen" sind. Was eben auch an der veränderten Spielweise durch die höhere individuelle Qualität lag: "Das Kompakte, das uns sonst ausmacht, war nicht so da", sagt Kahun.

Spektakel oder harte Arbeit?

Die "Identität" ist spätestens seit Olympia das große Thema der Nationalmannschaft. Hat Deutschland nun ein Team, das Gegner spielerisch besiegen kann, oder ist die Grundlage trotz all der Hochbegabten nach wie vor harte Arbeit?

Unsere Tugenden sind Leidenschaft, Kampfgeist, Zusammenhalt - die sind ja nicht verloren gegangen, sie waren vielleicht ein bisschen eingestaubt, weil man sie nicht immer wieder in Erinnerung gerufen hat.

Bundestrainer Harold Kreis

Leidenschaft als Voraussetzung, nicht als Ziel

Geht es nach Kapitän Müller braucht es die richtige Mischung. Nur weil es zuletzt nicht lief, solle man jetzt nicht wieder nur auf Kampf setzen. "Ich habe die Sorge, dass man den Schritt zu stark zurückgeht und man dem Gegner das Spiel mit der Scheibe überlässt." Man könne nach wie vor mit jeder Nation mitspielen - Leidenschaft und Defensivbewusstsein seien nur die Voraussetzungen, nicht die obersten Ziele.

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In der Tat ist das kein Kader, der nur über die Arbeit kommt. Und der durchaus Qualität hat - allen voran durch NHL-Spieler wie Torwart Philipp Grubauer und Abwehrchef Moritz Seider. Und seit Donnerstag auch durch Torjäger Lukas Reichel.

Über dieses Thema berichtete ZDFsportstudio in dem Beitrag "Kreis: "Unser Team ist eine starke Einheit" am 13.05.2026 um 5:30 Uhr.

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