Bundesliga: 1. FC Köln gegen Bayer 04 Leverkusen im Derby

Bundesliga-Derby:Köln gegen Leverkusen: Gewinnen ist Pflicht

von Stephan Klemm

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Köln gegen Leverkusen - diese Partie gab es bisher 73-mal in der Bundesliga. Diesmal ist die Brisanz groß: Beide Teams müssen gewinnen, um ihre Saisonziele erreichen zu können.

Cheftrainer Kasper Hjulmand von Bayer Leverkusen spricht auf einer Pressekonferenz.

Das Derby am Samstag ist für beide Teams entscheidend - und könnte auch über die Zukunft von Leverkusen-Trainer Kasper Hjulmand entscheiden.

Quelle: ddp

Bisher gab es 73 Duelle des Teams von der linken Rheinseite, 1. FC Köln, gegen das von der rechten, Bayer 04 Leverkusen. Die Stadien der Klubs sind gerade mal 22 Kilometer und eine Flussüberquerung voneinander entfernt, das sind klassische Ingredienzen für das, was in der Fußballfachsprache als Derby bezeichnet wird.

Doch der traditionsbewusste 1. FC Köln betrachtet vielmehr die Spiele gegen den alten Rivalen Borussia Mönchengladbach als sein "echtes" Derby. Fragt man einen Köln-Fan, so spricht er vor der Partie gegen Leverkusen mehr von einem "Nachbarschaftsduell".

Parade von Torwart Finn Dahmen (FC Augsburg) am 18.04.2026 in Leverkusen.

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20.04.2026 | 9:16 min

Köln gegen Leverkusen: Statistik spricht klar für Bayer

Doch große Brisanz liegt traditionell auch auf diesem Duell. Die Fans des FC betrachten Leverkusen mit Gehässigkeit weiterhin als weniger wichtigen Klub am Rhein. Doch der hat die Kölner längst in den für diesen Sport wichtigen Kategorien Beständigkeit, Leistungsvermögen, Spielermaterial und Infrastruktur um Längen überholt.

Auch die Bundesliga-Bilanz der beiden Klubs spricht klar für Leverkusen: 30 Siege, 18-mal gewann Köln, 25 Partien endeten unentschieden.

An diesem Samstag ist die Situation aufgrund der Tabellenkonstellation eindeutig: Beide Teams benötigen einen Sieg, um ihre Saisonziele erreichen zu können. Für Köln geht es im heimischen Müngersdorfer Stadion darum, mehr Luft zwischen sich und die rote Abstiegszone zu bringen.

Leverkusen braucht aus den verbleibenden vier Saisonspielen zwölf Punkte, um noch eine Chance auf Platz vier und die Qualifikation für die Champions League zu wahren.

Lars Ritzka (FC St. Pauli, 21) und Marvin Schwäbe (1. FC Köln, 1) in Aktion am 17.04.2026 in Hamburg.

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20.04.2026 | 7:15 min

Kasper Hjulmands Zukunft vor Köln-Spiel offen

Der FC hat in der für ihn bedrohlichen Situation bereits den Trainer gewechselt. Und die Bilanz des neuen Coachs René Wagner kann sich sehen lassen: 2:2 in Frankfurt, 3:1 gegen Bremen, 1:1 in St. Pauli. Wagner sagt vor dem Spiel gegen den Tabellen-Sechsten: "Ich glaube, dass die Leverkusener mit Intensität immer mal Probleme hatten."

"Daher müssen wir uns trauen, im eigenen Stadion die richtigen Mittel zu wählen", so Wagner. Also intensiv zu spielen, "den Ball behalten, die Laufwege weit machen".

Wagners Leverkusener Kollege Kasper Hjulmand ist zwar noch im Amt, doch hinter den Kulissen werden bereits die Namen von Nachfolgern gespielt. Fabian Hürzeler ist einer davon. Er trainiert derzeit in der Premier League Brighton & Hove Albion. Hjulmand wiederum werden Probleme mit der Spielerkommunikation nachgesagt.

Simon Rolfes

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Er selbst sagt zu diesem Thema: "Mit Gedanken dazu verbringe ich wirklich nicht viel Zeit. Ich bin vielmehr darauf fokussiert, das nächste Spiel zu gewinnen. Vom Aufstehen bis zu dem Zeitpunkt, wenn ich zu Bett gehe, mit jedem Atemzug denke ich daran, wie ich dem Team helfen kann, die verbleibenden vier Spiele zu gewinnen."

Hjulmand verteidigt Entwicklung trotz Ergebniskrise bei Leverkusen

Die verbleibenden vier Spiele beinhalten für Leverkusen nach dem Termin in Köln Partien gegen Leipzig sowie in Stuttgart - zwei direkte Konkurrenten im Kampf um Platz vier - und gegen den Hamburger SV. Bei dieser Konstellation den Zwölf-Punkte-Traum zu verwirklichen, ist eine sehr schwere Aufgabe. Zumal Bayer 04 am Mittwoch im Pokal gegen den FC Bayern enttäuschend schwach und harmlos auftrat. Mit dem 0:2 kam Hjulmands Elf noch sehr passabel davon.

Kasper Hjulmand (Bayer 04 Leverkusen, Cheftrainer)

Die Münchner wollten endlich wieder ins Finale des DFB-Pokals einziehen - das letzte Mal waren sie dort 2020.

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Während René Wagner zuletzt viel Werbung für sich, seinen Führungsstil und seine Spielweise gemacht hat, betont Hjulmand Dinge, die nicht jeder im Umfeld seines Klubs so sieht: Eine Entwicklung seiner Mannschaft. Dazu sagt er: "Das klingt so, als wolle ich mich verteidigen. Aber das Ziel ist es doch, mehr Chancen als der Gegner zu produzieren. Es gab wenige Spiele von uns, in denen das nicht der Fall war."

Was am Ende zählt, das weiß Wagners Vorgänger Lukas Kwasniok genauso gut wie Hjulmand, sind positive Ergebnisse. Die aber fehlen Leverkusen derzeit.

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Über dieses Thema berichtet das ZDF im aktuellen Sportstudio am 25.04.2026 ab 22:30 Uhr.

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