ZDF-Politbarometer:Hohe Unzufriedenheit mit Bundesregierung und Bundeskanzler
Regierung und Kanzler verlieren weiter an Zustimmung. Laut aktuellem ZDF-Politbarometer sind die Werte so niedrig wie nie zuvor, während die AfD ihren Vorsprung zur Union ausbaut.
Das ZDF-Politbarometer erfragt regelmäßig, wie Nutzer die zehn wichtigsten Politiker bewerten. Verteidigungsminister Pistorius ist weiter an der Spitze. Kanzler Merz rutscht nochmals ab.
08.05.2026 | 1:16 minEin Jahr nach Amtsantritt erreicht die Unzufriedenheit mit der Bundesregierung einen neuen Höchststand: 69 Prozent der Befragten bescheinigen der schwarz-roten Koalition eine eher schlechte Arbeit, nur 26 Prozent eine eher gute, darunter mehrheitlich lediglich die Anhänger der CDU/CSU (Rest zu 100 Prozent hier und im Folgenden jeweils "weiß nicht").



































Kurz nach Amtsbeginn Ende Mai 2025 äußerten sich insgesamt 51 Prozent der Befragten zufrieden mit der Bundesregierung und 32 Prozent unzufrieden. Ein ähnliches Bild zeigt sich beim Bundeskanzler: Nach 47 Prozent vor einem Jahr stellen aktuell nur noch 28 Prozent der Deutschen Friedrich Merz ein eher gutes Zeugnis aus, für 68 Prozent (Ende Mai 25: 35 Prozent), ebenfalls der höchste Wert bisher, macht er einen eher schlechten Job.
Ein Jahr schwarz-rote Regierung: Zustimmungswerte von Parteien und Kanzler im Keller, Kritik wächst selbst in den eigenen Reihen. Eine Bilanz des ersten Regierungsjahres.
06.05.2026 | 3:00 minDamit stehen die aktuelle Bundesregierung und ihr Kanzler in der Bevölkerung deutlich schlechter da als die Ampel-Koalition und Olaf Scholz nach ihrem ersten Regierungsjahr.
Zudem wachsen die Zweifel am Fortbestand von Schwarz-Rot: Erwarteten im März noch 66 Prozent, dass die Regierung aus Union und SPD bis zur nächsten Bundestagswahl 2029 bestehen bleibt, sind es jetzt noch 47 Prozent. 48 Prozent rechnen mit einem vorzeitigen Aus (März: 30 Prozent).
Wie wird Bundeskanzler Friedrich Merz in Umfragen ein Jahr nach seinem Amtsantritt bewertet? Der Vergleich seiner Arbeit mit den Vorgängern Angela Merkel und Olaf Scholz.
06.05.2026 | 0:22 minBundesregierung: Einfluss der SPD
In der Diskussion um die Rolle der SPD in der Bundesregierung sind 35 Prozent der Befragten der Meinung, die SPD habe zu viel Einfluss in der Koalition, für 27 Prozent hat sie zu wenig Einfluss und für 29 Prozent ist das so gerade richtig.
Während im Lager der Union 59 Prozent den Einfluss der SPD für zu groß erachten (zu klein: zehn Prozent; gerade richtig: 28 Prozent), ist für 49 Prozent der SPD-Anhänger das politische Gewicht ihrer Partei in der Regierung zu gering (zu groß: drei Prozent; gerade richtig: 47 Prozent).
Nach einem Jahr im Amt hätte die schwarz-rote Bundesregierung laut aktuellen Umfragen keine Mehrheit mehr. Wegen des Reformstreits mit der SPD steht besonders Bundeskanzler Merz unter Druck.
06.05.2026 | 0:24 minProjektion: AfD weiter vor Union
Die große Unzufriedenheit mit der Bundesregierung spiegelt sich auch in der anhaltend geringen Zustimmung zu Union und SPD wider: Wenn am nächsten Sonntag wirklich Bundestagswahl wäre, läge die CDU/CSU mit unveränderten 25 Prozent weiter hinter der AfD, die ihren Vorsprung mit 27 Prozent (plus eins) leicht ausbauen könnte.
Die SPD bliebe bei ihrem Tiefstwert von zwölf Prozent, die Grünen würden sich mit 13 Prozent (minus eins) leicht verschlechtern. Die Linke käme nach wie vor auf elf Prozent und die FDP erneut auf drei Prozent.
Alle anderen Parteien bekämen zusammen neun Prozent (unverändert), darunter keine Partei, die mindestens drei Prozent erreichen würde. Mit diesem Ergebnis hätte Schwarz-Rot weiterhin keine Mehrheit im Bundestag.
Woran das liegt - und was ihr darüber denkt.
05.05.2026 | 0:58 minTop Ten: Merz mit Tiefstwert
Bei der Beurteilung von Politikerinnen und Politikern nach Sympathie und Leistung ("Was halten Sie von?") liegt Verteidigungsminister Boris Pistorius nach wie vor auf dem ersten Platz. Er wird auf der Skala von +5 bis -5 mit einem Durchschnittswert von 1,8 (hier und im Folgenden Vergleichswert von April: 1,7) bewertet. Mit Abstand folgen Cem Özdemir mit 1,0 (0,9) und Johann Wadephul mit 0,4 (0,3).
Danach kommt - bereits im Negativbereich - Lars Klingbeil mit minus 0,2 (minus 0,4), dann Markus Söder mit minus 0,6 (minus 0,9), Bärbel Bas mit minus 0,7 (minus 0,6), Heidi Reichinnek mit minus 0,8 (minus 0,8), Friedrich Merz mit einem neuen Tiefstwert von minus 1,3 (minus 1,1) und Katherina Reiche mit minus 1,5 (minus 1,6). Schlusslicht bleibt Alice Weidel mit minus 2,2 (minus 2,4).
In einem ausführlichen ZDF-Interview zieht Friedrich Merz eine Bilanz zum ersten Regierungsjahr seiner Koalition. Er räumt ein, hinter seinen Ansprüchen geblieben zu sein.
06.05.2026 | 1:27 minGesundheitsreform der Bundesregierung
Wegen der finanziellen Probleme im Gesundheitswesen hat die Bundesregierung letzte Woche mehrere Maßnahmen beschlossen, mit denen in verschiedenen Bereichen wie bei den Versicherten, den Krankenkassen, den Ärzten, den Krankenhäusern und der Pharmaindustrie gespart werden soll.
Dass die vorgesehenen Belastungen eher gerecht zwischen den betroffenen Akteuren verteilt sind, meint nur eine Minderheit von 14 Prozent, 80 Prozent bewerten die Verteilung der Lasten als eher ungerecht.
Zudem gibt es große Zweifel an dem Effekt des Reformpakets: 80 Prozent und klare Mehrheiten in allen Parteianhängergruppen glauben nicht, dass die geplanten Maßnahmen einen wichtigen Beitrag zur Lösung der finanziellen Probleme im Gesundheitswesen leisten werden, 15 Prozent äußern sich diesbezüglich optimistisch.
Stärkere Besteuerung hoher Einkommen
Hinsichtlich einer möglichen Steuerreform befürworten zwei Drittel (66 Prozent) der Deutschen, darunter mehrheitlich die Anhängerschaften von CDU/CSU, AfD, SPD, Grüne und Linke, eine stärkere Besteuerung hoher Einkommen, insgesamt 28 Prozent sind dagegen.
Sowohl die Gesundheitsreform als auch der Haushalt für das kommende Jahr sollen im Kabinett auf den Weg gebracht werden. Letzte Abstimmungen fordern die Koalition.
28.04.2026 | 3:02 minUS-Zollerhöhungen auf Autos: Reaktion der EU
US-Präsident Donald Trump will die Zölle auf europäische Autos bei der Einfuhr in die USA deutlich erhöhen. 51 Prozent der Befragten sprechen sich dafür aus, dass die EU darauf jetzt mit Gegenzöllen reagiert, für 41 Prozent sollte die EU hingegen versuchen, mit Trump zu verhandeln.
Die angekündigte Anhebung der US-Zölle auf Autoimporte sorgt für Verunsicherung in Wirtschaft und Finanzwelt. ZDF-Börsenexpertin Stephanie Barrett ordnet ein.
04.05.2026 | 2:22 minUS-Sicherheitsgarantien für Europa
Nach der Ankündigung Donald Trumps, mindestens 5.000 US-Soldaten aus Deutschland abziehen zu wollen, bezweifeln aktuell 77 Prozent, dass die USA unter Trump als Teil der Nato weiterhin die Sicherheit Europas garantieren werden (werden sie: 19 Prozent). Damit ist die Skepsis gegenüber der amerikanischen Sicherheitsgarantien ähnlich groß wie im vergangenen Jahr.
Iran-Krieg: Durchsetzung von US-Interessen
Was den Krieg zwischen den USA und Iran angeht, ist nur etwa ein Drittel (32 Prozent) der Deutschen der Meinung, dass die USA in diesem militärischen Konflikt am Ende ihre Interessen weitgehend durchsetzen werden, 60 Prozent sind gegenteiliger Ansicht.
Die Umfrage zum Politbarometer wurde wie immer von der Mannheimer Forschungsgruppe Wahlen durchgeführt. Die Interviews wurden in der Zeit vom 05. bis 07. Mai 2026 bei 1.240 zufällig ausgewählten Wahlberechtigten telefonisch und online erhoben. Dabei wurden sowohl Festnetz- als auch Mobilfunknummern berücksichtigt. Die Befragung ist repräsentativ für die wahlberechtigte Bevölkerung in Deutschland. Der Fehlerbereich beträgt bei einem Anteilswert von 40 Prozent rund +/- drei Prozentpunkte und bei einem Anteilswert von zehn Prozent rund +/-zwei Prozentpunkte. Daten zur politischen Stimmung: CDU/CSU 25 Prozent, AfD 23 Prozent, SPD 13 Prozent, Grüne 18 Prozent, Linke zwölf Prozent, FDP drei Prozent. Das nächste Politbarometer sendet das ZDF am Freitag, den 22. Mai 2026. Informationen zur Methodik der Umfrage sowie zu den genauen Frageformulierungen finden Sie unter www.forschungsgruppe.de.
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