Bundestag beschließt elektronische Fußfessel - Schutz für Frauen

Gewaltschutz für Frauen:Bundestag beschließt elektronische Fußfessel für Täter

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Um Frauen besser vor häuslicher Gewalt zu schützen, sollen Täter künftig eine elektronische Fußfessel tragen. Das hat der Bundestag beschlossen.

Bundestag in Berlin

Der Bundestag stimmt über eine Reform des Gewaltschutz-Gesetzes ab. Opfer von häuslicher Gewalt und Stalking sollen besser geschützt werden.

08.05.2026 | 0:23 min

Der Bundestag hat am Freitag einer Änderung des Gewaltschutzgesetzes zugestimmt. Nach der Vorlage der Bundesregierung sollen Gerichte potenzielle Gewalttäter zum Tragen einer solchen Fußfessel verpflichten können. Kommt der Täter zu nahe, wird das Opfer über ein Empfangsgerät gewarnt und kann sich in Sicherheit bringen.

Zudem wird damit eine Rechtsgrundlage geschaffen, wonach Familiengerichte Täter zur Teilnahme an Anti-Gewaltkursen verpflichten können. Der Strafrahmen für Verstöße gegen Gewaltschutzanordnungen wird erhöht. Außerdem wird für Familiengerichte die Möglichkeit geschaffen, sich Auskünfte aus dem Waffenregister zu holen, um die Gefährdung besser analysieren zu können.

Archiv: Ein Mann mit Fußfessel, aufgenommen am 29.08.2011

Fast jeden Tag stirbt eine Frau durch einen Mann. In Spanien geht die Polizei gezielt mit einer Risikobewertungs-Software, viel Berufserfahrung und Fußfesseln gegen drohende Femizide vor.

21.11.2025 | 1:56 min

Täter ganz überwiegend Männer

Geschützt werden sollen vor allem Frauen. Denn bei Partnerschaftsgewalt sind fast 80 Prozent der Opfer weiblich. 2024 waren es nach Daten des Bundeskriminalamts rund 136.000 von insgesamt 171.000 Opfern.

Gewalt gegen Frauen ist keine Privatsache, sie ist ein Angriff auf die Gleichberechtigung und damit auf unseren Rechtsstaat.

Carmen Wegge, SPD-Rechtsexpertin

Das sagte Wegge der Deutschen Presse-Agentur. Im Jahr 2024 gab es laut Bundeskriminalamt in Deutschland fast 266.000 Opfer häuslicher Gewalt, darunter 187.000 Frauen und Mädchen. Das entsprach einem Anstieg um 3,8 Prozent im Vorjahresvergleich sowie um 17,8 Prozent im Vergleich zu 2022.

Ein Mann hält zu Demonstrationszwecken eine elektronische Aufenthaltsüberwachung, bekannt als elektronische Fußfessel, vor das Bein eines Probanden.

Für einen besseren Opferschutz hat das Bundeskabinett ein Gesetz verabschiedet, welches Gewalttäter zum Tragen einer elektronischen Fußfessel verpflichten kann.

19.11.2025 | 1:36 min

Hubig: Zunehmend "Verachtung gegenüber Frauen"

Gewalt gegen Frauen ist nach Worten von Bundesjustizministerin Stefanie Hubig (SPD) kein Einzelphänomen. In der Gesellschaft liege ein fehlendes Problembewusstsein vor, wenn häusliche Gewalt oder die Tötung von Frauen aufgrund ihres Geschlechts als bloße Familiendramen angesehen würden, sagte Hubig am Freitag im Deutschlandfunk.

Stattdessen handele es sich bei Gewalt gegen Frauen um ein "Massenphänomen". In der Gesellschaft werde Gewalt stärker akzeptiert, und die "Verachtung gegenüber Frauen" nehme zu, sagte die SPD-Politikerin. Sie ergänzte: "Es ist tatsächlich auch ein Problem der Männer", und es sei ein Problem, "das sich durch die gesamte Gesellschaft zieht". Hubig bezeichnete daher die Einführung der elektronischen Fußfessel als einen ersten Schritt, "um dieses Problem besser in den Griff zu bekommen".

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Quelle: AFP, dpa, KNA
Darüber berichtete ZDFheute Xpress am 08.05.2026 um 09:00 Uhr.

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