Gewaltschutz für Frauen:Bundestag beschließt elektronische Fußfessel für Täter
Um Frauen besser vor häuslicher Gewalt zu schützen, sollen Täter künftig eine elektronische Fußfessel tragen. Das hat der Bundestag beschlossen.
Der Bundestag stimmt über eine Reform des Gewaltschutz-Gesetzes ab. Opfer von häuslicher Gewalt und Stalking sollen besser geschützt werden.
08.05.2026 | 0:23 minDer Bundestag hat am Freitag einer Änderung des Gewaltschutzgesetzes zugestimmt. Nach der Vorlage der Bundesregierung sollen Gerichte potenzielle Gewalttäter zum Tragen einer solchen Fußfessel verpflichten können. Kommt der Täter zu nahe, wird das Opfer über ein Empfangsgerät gewarnt und kann sich in Sicherheit bringen.
Zudem wird damit eine Rechtsgrundlage geschaffen, wonach Familiengerichte Täter zur Teilnahme an Anti-Gewaltkursen verpflichten können. Der Strafrahmen für Verstöße gegen Gewaltschutzanordnungen wird erhöht. Außerdem wird für Familiengerichte die Möglichkeit geschaffen, sich Auskünfte aus dem Waffenregister zu holen, um die Gefährdung besser analysieren zu können.
Fast jeden Tag stirbt eine Frau durch einen Mann. In Spanien geht die Polizei gezielt mit einer Risikobewertungs-Software, viel Berufserfahrung und Fußfesseln gegen drohende Femizide vor.
21.11.2025 | 1:56 minTäter ganz überwiegend Männer
Geschützt werden sollen vor allem Frauen. Denn bei Partnerschaftsgewalt sind fast 80 Prozent der Opfer weiblich. 2024 waren es nach Daten des Bundeskriminalamts rund 136.000 von insgesamt 171.000 Opfern.
Gewalt gegen Frauen ist keine Privatsache, sie ist ein Angriff auf die Gleichberechtigung und damit auf unseren Rechtsstaat.
Carmen Wegge, SPD-Rechtsexpertin
Das sagte Wegge der Deutschen Presse-Agentur. Im Jahr 2024 gab es laut Bundeskriminalamt in Deutschland fast 266.000 Opfer häuslicher Gewalt, darunter 187.000 Frauen und Mädchen. Das entsprach einem Anstieg um 3,8 Prozent im Vorjahresvergleich sowie um 17,8 Prozent im Vergleich zu 2022.
Für einen besseren Opferschutz hat das Bundeskabinett ein Gesetz verabschiedet, welches Gewalttäter zum Tragen einer elektronischen Fußfessel verpflichten kann.
19.11.2025 | 1:36 minHubig: Zunehmend "Verachtung gegenüber Frauen"
Gewalt gegen Frauen ist nach Worten von Bundesjustizministerin Stefanie Hubig (SPD) kein Einzelphänomen. In der Gesellschaft liege ein fehlendes Problembewusstsein vor, wenn häusliche Gewalt oder die Tötung von Frauen aufgrund ihres Geschlechts als bloße Familiendramen angesehen würden, sagte Hubig am Freitag im Deutschlandfunk.
Stattdessen handele es sich bei Gewalt gegen Frauen um ein "Massenphänomen". In der Gesellschaft werde Gewalt stärker akzeptiert, und die "Verachtung gegenüber Frauen" nehme zu, sagte die SPD-Politikerin. Sie ergänzte: "Es ist tatsächlich auch ein Problem der Männer", und es sei ein Problem, "das sich durch die gesamte Gesellschaft zieht". Hubig bezeichnete daher die Einführung der elektronischen Fußfessel als einen ersten Schritt, "um dieses Problem besser in den Griff zu bekommen".
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