Merz: "Explodierende Gewalt" - auch von Zuwanderern

Kanzler-Befragung im Bundestag:Merz: "Explodierende Gewalt" - auch von Zuwanderern

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Zum ersten Mal in diesem Jahr hat sich der Kanzler bei der Regierungsbefragung den Fragen der Abgeordneten gestellt. Dabei ging es auch um Gewaltkriminalität - und Zuwanderung.

Friedrich Merz

Im Bundestag stellte sich Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) den Fragen der Abgeordneten.

25.03.2026 | 71:50 min

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hat einen Zusammenhang zwischen der Zuwanderung von Menschen aus dem Ausland und der steigenden Gewaltkriminalität in Deutschland hergestellt. "Wir haben eine explodierende Gewalt in unserer Gesellschaft, und zwar im analogen wie im digitalen Raum", sagte Merz in der Regierungsbefragung im Bundestag.

Und dann müssen wir auch ansprechen, dass ein beachtlicher Teil dieser Gewalt aus den Gruppen der Zuwanderer in die Bundesrepublik Deutschland kommt.

Friedrich Merz, Bundeskanzler

Dieser Hinweis gehöre "zur Vollständigkeit des Bildes dazu", betonte der Kanzler. Damit wolle er "das Problem keinesfalls relativieren", sagte Merz begleitet von empörten Zwischenrufen aus dem Plenum. Merz' Äußerungen erfolgten in Erwiderung der Frage einer Abgeordneten nach den Vorhaben der Regierung gegen digitale Gewalt.

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Merz erwartet Kabinettsbeschluss zu IP-Adressen

Den Vorwurf, dass er sich selbst zum Thema digitale Gewalt nicht äußere, wies Merz zurück. Er wolle "festhalten, dass nicht nur die Frauen in diesem Land über dieses Thema diskutieren und sprechen, sondern auch viele Männer - und ich gehöre dazu".

Merz verwies auf Gesetzesvorhaben seiner Regierung in diesem Bereich. So habe das Kabinett bereits eine Regelung zur elektronischen Aufenthaltsüberwachung, der sogenannten elektronischen Fußfessel, auf den Weg gebracht. Zudem sei ein Gesetz zur Speicherung von IP-Adressen in Vorbereitung, um die Strafverfolgung von Kriminellen im digitalen Raum zu erleichtern.

Auswirkungen des Iran-Kriegs: Merz offen für weitere Maßnahmen

Mit Blick auf die Auswirkungen des Iran-Kriegs stellte der Kanzler bei der Regierungsbefragung außerdem weitere Maßnahmen gegen steigende Energie- und Spritpreise in Aussicht.

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Ein erstes Paket, das unter anderem Regelungen zur Preisfestsetzung an Tankstellen umfasst, könne noch in dieser Woche in Bundestag und Bundesrat beschlossen werden, sagte Merz. Dieses werde jedoch "nicht ausreichen, um die Preise so zu dämpfen, dass sie wieder verträglich werden für die Verbraucherinnen und Verbraucher".

Und deswegen sind durchaus weitere Maßnahmen denkbar.

Friedrich Merz, Bundeskanzler

Eine Übergewinnsteuer zur Abschöpfung von Konzerngewinnen sieht Merz jedoch skeptisch. "Wir können nicht jede Preisentwicklung durch steuerliche Maßnahmen oder durch Maßnahmen aus dem Bundeshaushalt heraus ausgleichen."

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Kanzler verteidigt Verwendung des Sondervermögens

Zugleich verteidigte der Kanzler die Verwendung des milliardenschweren Sondervermögens für Infrastruktur und Klimaneutralität. Kritik von Wirtschaftsforschungsinstituten wies er zurück. Laut dem Institut der deutschen Wirtschaft Köln und dem Münchner Ifo-Institut werden große Teile der Mittel zweckentfremdet.

Er lese diese Berichte, sagte Merz, zeigte sich aber gelassen mit Blick auf mögliche Klagen.

Merz verteidigt Streichung von Mitteln für Demokratieförderung

Mögliche Kürzungen bei der Förderung bestimmter zivilgesellschaftlicher Organisationen durch den Bund begrüßte der Kanzler. "Ja, wir überprüfen diese Programme, und sie werden jetzt wirklich konzentriert auf diejenigen, die sich für unsere Demokratie, für unser Land einsetzen", sagte Merz. Gefragt worden war er besonders nach dem umstrittenen Umbau des Programms "Demokratie leben".

Teilnehmer einer Kundgebung des Leipziger Aktionsbündnis "„Leipzig nimmt Platz“" protestieren vor Beginn des Festakts zur Eröffnung der Leipziger Buchmesse vor dem Gewandhaus in Leipzig. Die Demonstration richtet sich gegen die jüngsten Entscheidungen des Kulturstaatsministers Weimer. Hintergrund ist Weimers Entscheidung, drei linke Buchläden von der Nominierungsliste für den Deutschen Buchhandlungspreises zu streichen.

Unter Kulturstaatsminister Weimer geriet die Kulturszene zuletzt in Aufruhr.

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Merz antwortete, er sei Familienministerin Karin Prien (CDU) "außerordentlich dankbar" für die vorgeschlagene Konzentration. Und an die Linken-Abgeordnete Mandy Eißing gewandt, die die Frage gestellt hatte:

Dass dabei die eine oder andere Organisation, die Ihnen nahesteht, vielleicht nicht mehr ganz so bedacht wird wie in früheren Jahren, ja, ist ein erwünschtes Ergebnis.

Friedrich Merz, Bundeskanzler

Das 2015 gestartete Bundesprogramm "Demokratie leben" verfolgt das Ziel, zivilgesellschaftliches Engagement zu stärken und für ein vielfältiges und demokratisches Miteinander zu sorgen. Teil des Auftrags ist auch die Arbeit gegen Radikalisierung und Polarisierung in der Gesellschaft. Bundesfamilienministerin Karin Prien (CDU) hatte am Wochenende angekündigt, sie wolle "Demokratie leben" neu aufstellen, um eine höhere Effizienz beim Einsatz der Fördersumme von derzeit 191 Millionen Euro im Jahr zu erreichen.

Quelle: dpa, AFP
Über die Regierungsbefragung von Kanzler Merz berichteten am 25.03.2026 phoenix vor ort ab 13:45 Uhr und ZDFheute live ab 14:00 Uhr.

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