Überblick zu den 21 Parteien:Baden-Württemberg: Diese Parteien stehen zur Wahl
von Michael Kniess
Am 8. März wird in Baden-Württemberg über die Zusammensetzung des neuen Landtags entschieden. Der Wahlausgang: ungewiss. Alle 21 Parteien und ihre Ziele im Überblick.
In Baden-Württemberg findet kommende Woche die nächste Landtagswahl statt. Im Wahlkampf sorgte zuletzt ein Video des CDU-Kandidaten Manuel Hagel für Kritik.
27.02.2026 | 1:09 minEin paar Tage vor der Landtagswahl in Baden-Württemberg ist der Kampf um Platz eins in den Umfragen noch offen. An der Spitze liefern sich CDU und Grüne derzeit ein Kopf-an-Kopf-Rennen.
Wenn es um die Frage nach dem gewünschten Ministerpräsidenten geht, liegt Cem Özdemir (Grüne) sehr deutlich vor seinen Konkurrenten von CDU, Manuel Hagel, und AfD, Markus Frohnmaier. Zur Wahl stehen insgesamt 21 Parteien.
Parteien für die Wahl in Baden-Württemberg
Der 1979 gegründete Landesverband von Bündnis 90/Die Grünen in Baden-Württemberg war 1980 der erste in einem deutschen Flächenland, der in einen Landtag einzog. 2011 wurden die Grünen zweitstärkste Kraft, 2016 und 2021 stärkste Partei. Seit 2011 stellen sie mit Winfried Kretschmann den ersten und bislang einzigen grünen Ministerpräsidenten eines Bundeslandes. Regiert wurde 2011 bis 2016 mit der SPD, seit 2016 in einer Koalition mit der CDU. Zur Landtagswahl 2026 tritt Kretschmann nicht erneut an. Spitzenkandidat ist der frühere Bundeslandwirtschaftsminister Cem Özdemir. Eine Koalition schließen die Grünen nur mit der AfD aus.
Die Partei stellt den Erhalt des wirtschaftlichen Wohlstands unter den Bedingungen des Klimawandels in den Mittelpunkt ihres Wahlprogramms. Baden-Württemberg soll sozial, ökologisch und ökonomisch "zukunftsfest" aufgestellt werden. Die Grünen verknüpfen Klimaschutz mit aktiver Standort- und Industriepolitik: beschleunigter Ausbau erneuerbarer Energien, Förderung grüner Wasserstofftechnologien, Stärkung einer ressourcenschonenden Kreislaufwirtschaft, Modernisierung von Straßen, Schienen, Netzen und öffentlichen Gebäuden. Die Kernbotschaft: Klimaneutralität als Modernisierungs- und Innovationsprojekt für ein Industrieland.
Planungs- und Sanierungsprozesse sollen schneller werden. Ziel ist eine leistungsfähige Verkehrs-, Energie- und Digitalinfrastruktur als Basis für Wettbewerbsfähigkeit und Lebensqualität. In der Schul- und Bildungspolitik betonen die Grünen, es brauche eine Stärkung frühkindlicher Bildung, eine Verbesserung der Unterrichtsqualität, die Gleichwertigkeit von beruflicher und akademischer Bildung, mehr Chancengleichheit und soziale Durchlässigkeit.
Die CDU stellte in Baden-Württemberg von 1953 bis 2011 durchgehend den Ministerpräsidenten. Mit der Landtagswahl 2011 endete diese Ära. Seither ist sie nicht mehr führende Regierungspartei. Seit 2016 regiert sie als Juniorpartnerin in einer Koalition mit den Grünen. Spitzenkandidat ist Manuel Hagel, Vorsitzender der CDU-Landtagsfraktion und des CDU-Landesverbandes. Er schließt eine Zusammenarbeit mit der AfD sowie mit der Linken nach der Wahl aus.
Die CDU verbindet klassische Mittelstandspolitik mit innovationspolitischen Akzenten. Sie setzt auf eine Wachstums- und standortorientierte Wirtschaftspolitik: Förderung von Innovation und Gründungen, Stärkung der dualen Ausbildung und des Handwerks, eine kostenfreie Meisterausbildung. Die Partei kombiniert bildungspolitische Kontinuität mit technologiebezogenen Reformvorschlägen: Ausbau digitaler Kompetenzen, Einsatz datenschutzkonformer KI-Assistenzsysteme an Schulen, ein landeseinheitliches Verbot privater Smartphone-Nutzung an Schulen sowie ein Bekenntnis zum gegliederten Schulsystem.
Mit Blick auf die Innere Sicherheit und Ordnung will die CDU einen neuen "Sicherheitsrat" für Baden-Württemberg zur besseren Koordination von Sicherheits- und Zivilschutzbehörden einführen, sie spricht sich aus für eine härtere Ordnungspolitik im öffentlichen Raum sowie für erweiterte Befugnisse für Polizei und Verfassungsschutz. Die CDU setzt damit einen Schwerpunkt auf staatliche Handlungsfähigkeit und Sicherheitsarchitektur.
Die SPD positioniert sich als sozialstaatlich orientierte Oppositionspartei mit Schwerpunkt auf Arbeitsschutz, bezahlbarem Wohnen und öffentlicher Infrastruktur. Ihr programmatischer Kern liegt in der aktiven Rolle des Landes bei Transformation, Daseinsvorsorge und Bildungsgerechtigkeit.
Seit der ersten Landtagswahl 1952 war die SPD lange zweitstärkste Kraft in Baden-Württemberg. 2011 fiel sie erstmals hinter die Grünen zurück, 2016 und 2021 wurde sie nur noch viert- bzw. drittstärkste Kraft. Den Ministerpräsidenten stellte sie bislang nie. Seit 2016 befindet sie sich in der Opposition zu den grün-schwarzen Landesregierungen. Spitzenkandidat ist Andreas Stoch, Landes- und Landtagsfraktionsvorsitzender, der die SPD erneut in den Wahlkampf führt.
Die SPD verbindet Strukturwandelpolitik mit klaren arbeitsmarktpolitischen Bedingungen. Sie wirbt für die Gestaltung der industriellen Transformation mit Fokus auf tarifgebundene Arbeitsplätze, fordert staatliche Unterstützung für Unternehmen nur gegen verbindliche Zusagen für Standorte und Beschäftigte. Die Partei setzt zudem auf eine stärkere öffentliche Steuerung des Wohnungsmarkts - unter anderem fordert sie die Gründung einer landeseigenen Wohnungsbaugesellschaft. Im Bereich Gesundheit spricht sich die SPD beispielsweise für die Einführung von Gesundheitskiosken aus. In den Mittelpunkt ihrer Bildungspolitik stellt die Partei unter anderem eine gesetzliche Unterrichtsgarantie an Schulen sowie eine gebührenfreie Bildung von der Kita bis zum Meister- oder Masterabschluss.
Baden-Württemberg gilt als Stammland des Liberalismus. 1952 stellte die FDP den ersten Ministerpräsidenten des Landes. Während die Partei bis 1968 durchgehend zweistellige Ergebnisse erzielte, liegen ihre Stimmenanteile seit den 1970er Jahren meist im einstelligen Bereich. Den Einzug in den Landtag verfehlte die FDP bislang nie und war mehrfach an Landesregierungen beteiligt.
Die FDP setzt auf einen schlanken, digitalisierten Staat mit geringeren Personalkosten: Konsequenter Bürokratieabbau, umfassende Digitalisierung von Antragsprozessen. Sie verfolgt das Ziel, in Regierungsverantwortung rund 20 Prozent der Verwaltungsstellen entbehrlich zu machen. Im Bereich Wirtschaft und Arbeit fordert sie die Abschaffung des Bildungszeitgesetzes sowie des Landestariftreue- und Mindestlohngesetzes. Bildungspolitisch setzt die FDP etwa auf das Bekenntnis zum mehrgliedrigen Schulsystem sowie den Erhalt der Werkrealschule.
Die FDP fordert mehr Förderung von Wohneigentum, eine Senkung der Grunderwerbsteuer, die Abschaffung der Pflicht zur Installation von Photovoltaikanlagen etwa bei Neubauten sowie eine Grundsteuer nach dem Flächenmodell. Die Partei kombiniert damit Eigentumsförderung mit steuerpolitischer Entlastung. Außerdem grenzt sich die FDP von verkehrspolitischen Restriktionen ab: Stärkung der Attraktivität aller Verkehrsformen, Offenheit für E-Fuels sowie eine Politik, die nicht gegen den motorisierten Individualverkehr gerichtet ist. Für 2026 strebt die FDP eine Regierungsbeteiligung in einer CDU-geführten Landesregierung an.
Die AfD zog 2016 erstmals in den baden-württembergischen Landtag ein und wurde größte Oppositionspartei. 2021 verlor sie deutlich an Stimmen und stellte anschließend die kleinste Fraktion im Parlament. Spitzenkandidat ist der Bundestagsabgeordnete Markus Frohnmaier. Dieser tritt als Kandidat für das Amt des Ministerpräsidenten an, kandidiert jedoch nicht für ein Landtagsmandat. Bundes- und Landesverfassungsschutz führen die AfD laut ihren Berichten für 2024 als rechtsextremistischen "Verdachtsfall". Über weitergehende Einstufungen sind gerichtliche Entscheidungen noch anhängig.
Migration bildet den zentralen programmatischen Schwerpunkt der Partei. Sie setzt auf konsequente Abschottung der Grenzen und verstärkte Durchsetzung von Abschiebungen. Außerdem hat die AfD einen Volksentscheid über grundlegende Leitlinien der Migrationspolitik im Falle einer Regierungsführung angekündigt.
Die AfD verbindet energiepolitische Forderungen mit einer grundsätzlichen Kritik an Klimaschutz- und Sanktionspolitik: Rückkehr zur Kernenergie, Erhalt von Kohlekraftwerken, Beendigung der Sanktionen gegen Russland. Die Partei setzt zudem auf eine stärker national ausgerichtete Bildungsagenda: Leistungs- und disziplinorientiertes Schulsystem, Betonung von nationaler Identität, deutscher Sprache und naturwissenschaftlichen Fächern.
Die Linke ist im baden-württembergischen Landtag bislang nicht vertreten und tritt 2026 mit einem klar sozial- und verteilungspolitischen Profil an. Einzelne Zusammenschlüsse und Teilstrukturen innerhalb der Partei werden vom Landesamt für Verfassungsschutz Baden-Württemberg im Bereich Linksextremismus beobachtet.
Die Partei setzt auf eine deutliche Stärkung kollektiver Arbeitnehmerrechte und staatliche Eingriffe zugunsten höherer Löhne: stärkere Tarifbindung und mehr betriebliche Mitbestimmung, landesspezifischer Mindestlohn, Unterstützung der Gewerkschaften im Einsatz für kürzere Arbeitszeiten. In der Finanzpolitik plädiert die Linke für eine expansivere Haushaltspolitik und stärkere Besteuerung hoher Vermögen zur Finanzierung öffentlicher Aufgaben. Sie setzt sich ein für die Abschaffung der Schuldenbremse in der Landesverfassung und die Wiedererhebung der Vermögensteuer.
Die Partei verfolgt zudem einen stark regulierenden und vergesellschaftenden Ansatz in der Wohnungspolitik: Stopp von Mieterhöhungen, Überführung großer Immobilienunternehmen in Gemeineigentum und Bau von 20.000 Sozialwohnungen pro Jahr. Die Linke betont einen inklusiven Bildungsbegriff mit sozialer Absicherung. Sie fordert den Ausbau direkter Beteiligungsmöglichkeiten, die Einführung eines landesweiten Paritätsgesetzes (Frauenanteil im Landtag mindestens entsprechend dem Bevölkerungsanteil) sowie ein Wahlrecht ab 16 Jahren für alle Menschen, die seit mindestens fünf Jahren ihren Lebensmittelpunkt in Baden-Württemberg haben.
Der baden-württembergische Landesverband der Freien Wähler lehnt - wie viele kommunale Wählervereinigungen - eine politische Betätigung außerhalb der Kommunalpolitik ab und ist weder Teil des Bundesverbandes noch der Partei auf Bundesebene. Programmatisch werden die Freien Wähler von Bundeszentrale für politische Bildung (bpb) in der rechten Mitte des politischen Spektrums verortet. Ihr Leitmotiv: kommunale Stärke.
Die Freien Wähler plädieren für eine Stärkung der kommunalen Selbstverwaltung, mehr Kompetenzen und Gestaltungsspielräume für Gemeinden, einen Ausbau direkter Demokratie (Volksentscheide, verpflichtende Bürgerräte). Sie verstehen sich als bürgernahe Kraft mit kommunaler Verankerung.
Im Bereich Wirtschaft und Finanzen liegt der Fokus auf Mittelstand, Handwerk und Selbständigen, auf einem konsequenten Bürokratieabbau, Planungserleichterungen für Unternehmen sowie gezielten steuerlichen Entlastungen. Sie setzen sich zudem ein für einen leistungsfähigen ÖPNV und lehnen eine pauschale Verdrängung des Autos ab. Im Bildungsbereich setzen sie sich im Wahlprogramm zur Landtagswahl für den Ausbau der frühkindlichen Bildung und von Ganztagsangeboten ein, fordern eine stärkere Verankerung von Finanz- und Medienkompetenz, Gesundheitsbildung und Demokratieerziehung.
Die Satirepartei Die Partei (Partei für Arbeit, Rechtsstaat, Tierschutz, Elitenförderung und basisdemokratische Initiative) wurde 2004 von Redakteuren des Satiremagazins Titanic um den damaligen Chefredakteur Martin Sonneborn gegründet. Die Partei tritt auch 2026 mit einem explizit satirischen Ansatz an. Ihr Wahlprogramm versteht sich weniger als klassisches Regierungsprogramm denn als politische Kommentierung aktueller Debatten durch Überzeichnung und Provokation.
Bereits 2021 arbeitete die Partei mit bewusst absurden Forderungen wie der "endgültigen" Teilung Baden-Württembergs und der Umbenennung in "Duschen-Württemberg". 2026 greift sie verstärkt aktuelle politische Themen auf und übersetzt sie in ironische Zuspitzungen. Sie fordert etwa eine "Wehrpflicht ab 65" oder eine "Ausgangssperre ab 21 Uhr für Männer ab 16" und karikiert damit sicherheits- und ordnungspolitische Verschärfungsdebatten. Stuttgart soll in einen "Stausee" verwandelt werden, zudem macht sie mit dem Slogan "Bauen: Beton!" als ironische Zuspitzung stadtentwicklungspolitischer Kontroversen Wahlkampf.
Die Partei dieBasis (Basisdemokratische Partei Deutschland) hat ihre Ursprünge im Protest gegen die staatlichen Corona-Maßnahmen. Sie wurde 2020 im Umfeld der Querdenken-Bewegung gegründet. Trotz der vielen personellen Überschneidungen betont die Partei selbst, unabhängig von der Bewegung zu sein. Ihr zentrales Anliegen ist die Basisdemokratie. Sie bezeichnet sich selbst als "größte Demokratiebewegung in Deutschland". Im Parteienspektrum ist sie laut Bundeszentrale für politische Bildung (bpb) "nicht eindeutig verortbar".
Im Wahlprogramm zur Landtagswahl in Baden-Württemberg betont die Partei eine grundlegende Machtbegrenzung staatlicher Institutionen und stärkere unmittelbare Bürgerbeteiligung. Sie fordert den Ausbau direktdemokratischer Elemente, regelmäßige Volksentscheide auf allen Ebenen in Baden-Württemberg sowie die Aufarbeitung der Corona-Maßnahmen. Im Gesundheitsbereich setzt sie auf die Einführung einer Bürgerversicherung und die volle Anerkennung sogenannter alternativer Heilmethoden. Gefordert werden zudem ein Umbau der Landwirtschaft auf biologischen Anbau und eine kritische Haltung gegenüber Elektromobilität. Die Partei möchte die Europäische Union in einen lockeren Staatenverbund umwandeln und fordert den Austritt Deutschlands aus der Nato.
Die Klimaliste Baden-Württemberg wurde 2020 gegründet. Nach ihrer Auflösung 2022 ist der Landesverband Baden-Württemberg der Klimaliste Deutschland unmittelbarer Nachfolger. Bei der Landtagswahl 2021 erreichte die Klimaliste BW 0,9 Prozent der Stimmen - ihr bislang bestes Ergebnis bei insgesamt fünf Landtagswahlen bundesweit.
Das zentrale politische Anliegen der Partei ist eine konsequente Ausrichtung aller Politikfelder an den Erfordernissen des Klimaschutzes. Die Partei verbindet ambitionierte Klimaziele mit einem sozialpolitischen Anspruch. Sie fordert eine Bepreisung von Treibhausgasemissionen in Höhe der tatsächlichen Umweltfolgekosten. Klimaschutzmaßnahmen sollen finanziell schlechter gestellte Bevölkerungsgruppen nicht zusätzlich belasten. Mit Blick auf Bauen und Wohnen fordert sie einen Vorrang für Sanierung und Umnutzung bestehender Gebäude und eine Berücksichtigung des Treibhausgasausstoßes bei der Vergabe öffentlicher Bauaufträge. Im Fokus zudem: ein Ausbau der Bus- und Bahnnetze sowie die Einführung eines 30-Minuten-Takts im Nahverkehr, insbesondere im ländlichen Raum.
Die Ökologisch-Demokratische Partei (ÖDP) entstand 1981 aus der Ökologiebewegung. Anders als Teile der Bewegung, die sich den Grünen anschlossen und gesellschaftspolitisch progressiv positionierten, entwickelte die ÖDP ein stärker wertkonservatives Profil. Sie versteht sich als ökologische und gemeinwohlorientierte Alternative zu einer Politik des "ständigen Wirtschaftswachstums". Neben Bayern zählt Baden-Württemberg zu den Ländern, in denen die ÖDP bei Landtagswahlen regelmäßig über ein halbes Prozent der Stimmen erreicht.
Im Zentrum des Wahlprogramms steht der "Erhalt der Lebensgrundlagen" als übergeordnetes Ziel staatlichen Handelns. Die ÖDP setzt auf regionale Strukturen und gesellschaftliche Teilhabe an der Energieversorgung: vollständige Umstellung auf erneuerbare Energien, klare Ablehnung der Atomenergie, dezentrale Energiewende mit Bürger- und Kommunalbeteiligung. Sie fordert eine ökologische Ausrichtung der Landwirtschaft, Flächensparen und Begrenzung weiterer Versiegelung und Verkehrsvermeidung statt Ausbau des motorisierten Individualverkehrs. Familienarbeit soll durch ein sozialversicherungspflichtiges Erziehungsgehalt aufgewertet und direktdemokratischer Elemente gefördert werden.
Volt versteht sich als gesamteuropäische Partei, die nach eigenen Angaben als Reaktion auf den "Brexit und den sich in Europa abzeichnenden Rechtsruck" gegründet wurde. Ihren Ursprung hat sie als Bürgerbewegung, die weitere Schritte in der europäischen Integration unterstützt.
Auch im Landtagswahlkampf 2026 steht die europäische Integration im Zentrum ihres Programms. Volt sieht Baden-Württemberg als potenzielle Modellregion für europäische Integration. Die Partei will einen Ausbau grenzüberschreitender Zusammenarbeit in Arbeit, Forschung, Industriepolitik und Mobilität sowie eine stärkere Einbindung in europäische Netzwerke und Programme. In der Wirtschaft fordert sie eine stärkere Verankerung im europäischen Binnenmarkt und eine gezielte Förderung regionaler Produktion und Innovation. Bis 2035 sollen laut Volt ausschließlich erneuerbare Energien für Strom- und Wärmeerzeugung genutzt werden. Gesundheitspolitisch setzt die Partei auf Digitalisierung. Im Bildungsbereich plädiert Volt für eine Ablösung des dreigliedrigen Schulsystems durch eine gemeinsame Schule mit individuellen Leistungsprofilen.
Die Partei Bündnis C - Christen für Deutschland (Bündnis C) legt ihren Fokus auf politische Themen mit Bezug zu christlichen Werten und dem biblischen Menschenbild. Die Partei, die aus der Verbindung der beiden christlichen Parteien Partei Bibeltreuer Christen (PBC) und Partei für Arbeit, Umwelt und Familie (AUF) entstand, versteht sich als christlich-konservative Partei mit stark werteorientiertem Programm. Im Mittelpunkt stehen Familienpolitik, Lebensschutz, eine wohnortnahe Gesundheitsversorgung sowie eine energiepolitische Neuausrichtung.
In ihrem Wahlprogramm fordert sie den Ersatz des Ehegattensplittings durch ein Familiensplitting, die Einführung eines Erziehungsgehalts für Eltern, die ihre Kinder selbst betreuen und eine stärkere finanzielle Verantwortung von Land und Kommunen für Krankenhäuser und Notfallpraxen. Sie lehnt eine Organspendepflicht genauso ab wie eine aus Sicht der Partei "Frühsexualisierung" im Kindergarten. Sie fordert ein Recht der Eltern auf Hausunterricht. Leihmutterschaft und Schwangerschaftsabbrüche sollen generell strafbar sein. Mit Blick auf die Energieversorgung plädiert die Partei für einen Kurswechsel hin zu "verlässlicher" Energieversorgung unter Einbeziehung der Kernenergie.
Die Partei der Humanisten (PdH) setzt auf eine "faktenbasierte Politik", angepasst an neue Erkenntnisse und ohne religiöse oder ideologische Aspekte. Ein spezifisches Wahlprogramm zur Landtagswahl in Baden-Württemberg liegt nicht vor. Grundlage sind Leitbild und Grundpositionen der Partei, die sich als säkular, wissenschaftsorientiert und liberal versteht. Sie setzt unter anderem auf eine Förderung des ländlichen Raums und strukturschwacher Gebiete, mit dem Ziel, gleichwertige Lebensverhältnisse durch gezielte Investitionen und Infrastrukturmaßnahmen zu schaffen. Sie lehnt die Privatisierung von Krankenhäusern ab und fordert die Einführung einer einheitlichen Krankenversicherung. Religionsunterricht soll durch einen gemeinsamen Ethikunterricht ersetzt und ein bundesweit einheitlichen Bildungssystem eingeführt werden. Die Partei unterstützt die Erforschung von Fleischersatzprodukten und befürwortet den Einsatz von Gentechnik unter wissenschaftlichen Maßstäben.
Die Partei für Verjüngungsforschung bezeichnet sich selbst als eine Ein-Themen-Partei, bei der die Bekämpfung von Alterskrankheiten durch die schulmedizinische Forschung im Mittelpunkt steht. Zentral im Wahlprogramm für die Landtagswahl in Baden-Württemberg ist die Forderung, zusätzlich zehn Prozent des Landeshaushalts in Verjüngungsforschung zu investieren und Baden-Württemberg zum weltweit führenden Zentrum der Verjüngungsmedizin auszubauen (Leitidee: "Silicon Valley der Langlebigkeit"). Entsprechende Studien- und Ausbildungsangebote an Hochschulstandorten wie Heidelberg, Tübingen, Freiburg und Ulm sollen ausgebaut werden. Ziel ist ein innovationsfreundliches Umfeld für Biotechnologie und medizinische Forschung. Die Partei argumentiert, Investitionen in Verjüngungsforschung könnten sowohl individuelle Lebensqualität als auch öffentliche Haushalte entlasten.
Das Bündnis Sahra Wagenknecht - Vernunft und Gerechtigkeit (BSW) wurde im Januar 2024 von der ehemaligen Linken-Politikerin Sahra Wagenknecht gegründet. Das BSW versteht sich als Partei, die einsteht für wirtschaftliche Vernunft, soziale Gerechtigkeit, Frieden und Freiheit. Das BSW tritt 2026 erstmals bei einer Landtagswahl in Baden-Württemberg an und positioniert sich als sozial- und wirtschaftspolitische Alternative mit migrations- und außenpolitisch restriktivem Profil.
Das BSW setzt auf einen stärkeren staatlichen Einfluss in zentralen Versorgungsbereichen und eine Umverteilung zugunsten niedriger und mittlerer Einkommen: Ausbau des Wohlfahrtsstaates, Anhebung des Mindestlohns, höhere Renten, Stärkung der Tarifbindung, Ausbau des sozialen Wohnungsbaus. Die Partei setzt sich für einen Erhalt des Verbrennungsmotors ein, will die Zuwanderung begrenzen und fordert Grenzkontrollen. Das BSW fordert die Einsetzung eines Corona-Untersuchungsausschusses im Landtag, einen Stopp von Rüstungsprojekten im Land und ein Ende der Waffenlieferungen an die Ukraine.
Die Partei Die Gerechtigkeitspartei - Team Todenhöfer wurde im Jahr 2020 unter anderem von Jürgen Todenhöfer gegründet. Der Namensgeber war von 1972 bis 1990 CDU-Bundestagsabgeordneter und ist 2020 aus der CDU ausgetreten. Kernforderungen der Partei sind Friedenspolitik, die Beendigung aller Auslandseinsätze der Bundeswehr sowie der Stopp und die Strafbarkeit von Waffenexporten in Krisengebiete. Die Gerechtigkeitspartei - Team Todenhöfer tritt 2026 erstmals bei einer Landtagswahl in Baden-Württemberg an. Grundlage sind die Positionen ihres Grundsatzprogramms. Die Partei setzt auf eine Reform politischer Strukturen mit stärkerer Machtbegrenzung und Transparenz: Begrenzung politischer Mandate auf maximal zwei Wahlperioden, Ausbau von Volksabstimmungen zur stärkeren Bürgerbeteiligung, Ablehnung von Großspenden und Lobbyismus. Für jedes neue Gesetz sollen drei alte gestrichen, Investitionen in Bildung und Inklusion erhöht und eine nachhaltige Landwirtschaft gefördert werden.
Die Partei der Rentner (PDR) wurde 2023 in Tübingen gegründet. Nach eigenen Angaben hat sie Landesverbände in mehreren Bundesländern. Bei einer Bundes- oder Landtagswahl ist die PDR bislang noch nicht angetreten. Sie versteht sich selbst als "Partei der Mitte" und will Menschen vertreten, die sich von etablierten Parteien nicht mehr repräsentiert sehen.
Im Landtagswahlprogramm für Baden-Württemberg spricht sich die Partei unter anderem aus für eine Verbesserung der Lebensumstände aller Rentner, eine monatliche Mindestrente von 1.300 Euro für alle sowie für eine Stabilisierung und Vereinfachung des bestehenden Rentensystems. Beamte, Selbständige sowie hauptamtliche Politiker sollen in die gesetzliche Rentenversicherung miteinbezogen werden. Die Partei fordert Volksabstimmungen auf allen politischen Ebenen, eine Veröffentlichung sämtlicher Finanzausgaben des Landes, bezahlbares Wohnen als Grundrecht sowie die gezielte Anwerbung von Fachkräften aus dem Ausland.
Die Partei des Fortschritts (PdF) wurde 2020 gegründet, versteht sich als basisdemokratisch und vermeidet eine Einordnung in das politische Links-Rechts-Schema. Aus politikwissenschaftlicher Perspektive lassen sich ihre Positionen laut Bundeszentrale für politische Bildung (bpb) als (links-) liberal charakterisieren.
Bei der Landtagswahl in Baden-Württemberg tritt sie mit einem wirtschafts- und reformorientierten Programm an. Schwerpunkte liegen auf Bürokratieabbau, Wohnungsbau, Bürgerbeteiligung sowie der Modernisierung von Bildung und Gesundheitsversorgung. Sie fordert unter anderem eine regelmäßige Überprüfung bestehender Gesetze, die Förderung von Handwerk und Digitalisierung, eine Verdoppelung der Wohnungsbauförderung sowie eine Verlängerung der Bindefristen für Sozialwohnungen. Die Partei will direkte Beteiligungsinstrumente ausweiten und institutionell absichern: verpflichtende Mitbestimmung auf Landes- und kommunaler Ebene, Vereinfachung von Volksentscheiden. Sie setzt sich ein für eine rasche Einbindung Geflüchteter in gemeinnützige Tätigkeiten bei Beibehaltung der Bezahlkarte, eine beitragsfreie Kita ab drei Jahren und die Einführung eines Landeserziehungsgeldes.
Die Partei Mensch Umwelt Tierschutz (Tierschutzpartei) sieht sich als erste in Deutschland, die sich gleichberechtigt für das Wohl von Menschen, Tieren und Umwelt einsetzt. Eines der Hauptziele ist, den Schutz von Tieren mit einem eigenen Artikel im Grundgesetz zu verankern.
Die Partei fordert in ihrem Programm für die Landtagswahl in Baden-Württemberg unter anderem die Abschaffung der sogenannten "Massentierhaltung", ein Verbot der Jagd und von Tierversuchen sowie Subventionen ausschließlich für vegane, ökologische Landwirtschaft. Die Tierschutzpartei verknüpft Tierschutz mit sozialer Gerechtigkeit und staatlicher Umverteilung. So fordert sie beispielsweise den Ausbau von Sozialleistungen bei einer stärkeren Umverteilung, unter anderem durch eine Vermögensteuer. Außerdem Teil des Programms: kostenfreie Betreuung und Bildung von der Kita bis zur Hochschule, Ausbau von Sozialwohnungen, Rückkauf privatisierter Krankenhäuser in öffentliche Hand, Förderung von Bürgerräten sowie die Einführung eines kostenlosen Personennahverkehrs.
Die WerteUnion (WU) wird politisch rechts zwischen CDU/CSU und AfD verortet. Sie ging Anfang 2024 aus dem gleichnamigen CDU-nahen Verein hervor. Bundesparteivorsitzender ist der ehemalige Präsident des Bundesamts für Verfassungsschutz, Hans-Georg Maaßen.
Bei der Landtagswahl in Baden-Württemberg positioniert sie sich als wirtschafts- und gesellschaftspolitisch konservative Kraft mit Betonung von Leistungsprinzip, Technologieoffenheit und nationaler Identität. Gefordert werden Technologieoffenheit in Industrie und Energiepolitik, eine klare Unterstützung der Automobilität, eine Förderung der Kernenergie. Die WerteUnion lehnt Fahrverbote und einen "Transformationszwang" ab. Klimapolitik dürfe nicht als "Dogma" betrieben werden. Bildungspolitisch setzt die WerteUnion auf klassische Leistungsmaßstäbe und eine Reduktion institutionalisierter Diversity-Strukturen. Gesetzt wird auf kontrollierte Zuwanderung, Integration primär durch Arbeit und die Betonung einer "Leitkultur" als Voraussetzung für Integration. Die Stärkung der Familie gilt für die WerteUnion als gesellschaftliches Fundament.
Mit Material von der Bundeszentrale für politische Bildung (bpb)
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