Befreiung von vier Geiseln:Baerbock: "Hoffnungsschimmer" im Gaza-Krieg
Außenministerin Baerbock wertet die Befreiung von vier Geiseln aus der Gewalt der Hamas als "Hoffnungsschimmer". Die Hamas müsse dem Vorschlag für eine Feuerpause zustimmen.
Bundesaußenministerin Annalena Baerbock hat nach der Befreiung von vier israelischen Geiseln im Gazastreifen erneut ihre Hoffnung auf ein Ende des Gaza-Kriegs geäußert. "Die Hamas hat es in der Hand und muss dem Vorschlag für ein Abkommen über eine Feuerpause zustimmen", sagte die Grünen-Politikerin den Zeitungen der "Funke Mediengruppe".
Es liegt auf dem Tisch und kann der Einstieg in das Ende des Kriegs sein.
Annalena Baerbock, Bundesaußenministerin
Für die Familien der vier Geiseln sei die Befreiung ein fast nicht mehr erhoffter Moment des Glücks, sagte Baerbock. "Und für die Menschen im Nahen Osten ist es ein Hoffnungsschimmer: Darauf, dass das Leid endlich ein Ende nimmt. Und darauf, dass auch die anderen Geiseln freikommen und von ihren Liebsten in die Arme geschlossen werden."
Viele Menschen bei Befreiung der Geiseln getötet
Die israelische Armee hatte am Samstag vier Geiseln lebend aus der Gewalt der Hamas befreit. Die am 7. Oktober vom Nova-Musikfestival Entführten wurden laut Armeeangaben bei zwei Einsätzen im Flüchtlingsviertel Nuseirat befreit. Es handelt sich um eine 26 Jahre alte Frau und drei Männer im Alter von 22, 27 und 41 Jahren.
Im Zusammenhang mit der israelischen Befreiungsaktion wurden nach Angaben der islamistischen Hamas 210 Menschen getötet und mehr als 400 weitere verletzt. Die Angaben der militanten Palästinenserorganisation ließen sich zunächst nicht unabhängig überprüfen.
Die ebenfalls von der Hamas kontrollierte Gesundheitsbehörde sowie medizinische Kreise im Gazastreifen hatten zuvor von 55 Toten gesprochen. Israels Armeesprecher Daniel Hagari wiederum sprach am Abend von weniger als 100 Todesopfern.
Borrell: "Blutbad" in Gaza stoppen
EU-Chefdiplomat Josep Borrell begrüßte die Geiselbefreiung, zeigte sich gleichzeit aber entsetzt - angesichts der Berichte über ein "Massaker an Zivilisten". "Die Berichte aus Gaza über ein weiteres Massaker an Zivilisten sind entsetzlich," schrieb Borrell auf der Social-Media-Plattform X.
Das Blutbad muss sofort beendet werden.
Josep Borrell, auf der Plattform X
Zur Befreiung der Geiseln erklärte er: "Wir teilen die Erleichterung ihrer Familien und fordern die Freilassung aller verbleibenden Geiseln."
Wie Baerbock befürwortet auch Borrell die von US-Präsident Joe Biden vorgelegten Pläne für ein Ende des Gaza-Krieges. Die Pläne seien der Weg zu einem dauerhaften Waffenstillstand und zur Beendigung des Tötens.
Weder Israel noch die Hamas haben dem Plan bisher offiziell zugestimmt oder ihn zurückgewiesen.
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