Paralympics 2026: So ist die Stimmung im Vergleich

Kein Vergleich zu Trondheim oder London:So ist die Stimmung bei den Paralympics

von Lars Becker

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Viele Sportler loben die Stimmung bei den Paralympics - aber mit Olympia ist sie nicht zu vergleichen. Behindertengerechtigkeit bleibt das große Thema.

Fans halten Bilder von Audrey Crowley während des alpinen Kombinations-Slalom-Wettbewerbs der Frauen in Cortina d'Ampezzo, am 10. März 2026, hoch.

Fans halten Bilder von Audrey Crowley während des alpinen Kombinations-Slalom-Wettbewerbs der Frauen hoch.

Quelle: AP

Wenn man die paralympische Arena für Skilanglauf und Biathlon in Lago di Tesero erreicht, wird man von allen Seiten freundlich mit einem "Buongiorno" ("Guten Tag") begrüßt. Dutzende Freiwillige und Sicherheitskräfte sind allgegenwärtig, gefühlt sind es mehr als die Zuschauer, die auf der großen Tribüne sitzen.

Die Stimmung bei den Wettkämpfen bei diesen Weltspielen für Menschen mit Behinderung wird von den meisten Sportlern trotzdem gelobt. Das ist allerdings auch kein Wunder, weil bei den Weltcups meist nur Familienangehörige zuschauen.

"Endlich mal Zuschauer" beim "Heimrennen"

"Ich finde es total super, dass wir hier endlich mal Zuschauer haben", schwärmt der zweimalige Biathlon-Bronzegewinner Marco Maier. Auch die sehbeeinträchtigte Doppel-Bronzegewinnerin Leonie Walter findet die Kulisse toll, vor allem im Vergleich zu den Corona-Spielen vor vier Jahren in Peking: "Das ist ganz anders als damals. Jetzt können Familie und Freunde hier sein, das fühlt sich wie ein Heimrennen an." Auch Deutschlands Alpin-Para-Star Anna-Lena Forster feiert ihre Medaillentriumphe in Cortina begeistert mit Familie, Freunden und Fans.

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Trotzdem ist die Zuschauer-Kulisse kein Vergleich zu der bei den vor zweieinhalb Wochen zu Ende gegangenen Olympischen Spielen. Und erst recht nicht zur Premiere von Para-Wettbewerben im Rahmen von Nordischen Ski-Weltmeisterschaften vor einem Jahr im norwegischen Trondheim. Damals schauten Abertausende zu - das hatte aber auch damit zu tun, dass die Gold-Entscheidungen der Sportler mit Behinderung in die normalen Langlauf-Wettbewerbe eingebettet waren. In denen wurde vor allem Volksheld Johannes Hösflot Kläbo gefeiert - der erfolgreichste Wintersportler aller Zeiten gewann damals in der Heimat genau wie jetzt bei Olympia sechsmal Gold.

Biathlet Maier: Gleichberechtigung muss man auch leben

Genau die Teilnahme an solchen Events wünschen sich die Para-Wintersportler, um ihre außergewöhnlichen Leistungen einem noch größeren Publikum weltweit präsentieren zu können. "Ich verstehe nicht, warum das bei großen Events nicht verpflichtend ist. Wenn man von Gleichberechtigung redet, muss man das auch so leben", findet Marco Maier: "Dann geht das Event halt drei Tage länger, es ist doch alles aufgebaut."

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Die Lobby für diese Idee ist beim Internationalen Olympischen Komitee (IOC) und der Welt-Skiverband FIS freilich (bislang) nicht groß genug: Bei Olympia wird man Sportler mit Behinderung wohl auch künftig nicht in Wettkämpfen sehen. Und Stand jetzt fehlen die Para-Skilangläufer auch im Programm der Nordischen Ski-WM im kommenden Jahr in Falun.

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Kritisch sieht auch Andrea Eskau die Situation im Para-Sport und die aktuell laufenden Winterspiele. Sie erlebt in Italien ihre insgesamt neunten Paralympics im Winter und Sommer. "Sie geben sich Mühe, aber es ist schon ein gewaltiger Unterschied zur Stimmung zuvor bei Olympia zu spüren", sagt die 54-Jährige und zieht einen Vergleich zu den Sommer-Paralympics 2012 in London:

Was damals abgelaufen ist, können sie in Italien nicht toppen. Die haben die Paralympics damals unglaublich promotet und gesagt, dass Olympia nur die Generalprobe war. Es waren Tausende Zuschauer da und on top noch Weltstars wie Coldplay bei den Feiern. Das ist hier alles nicht so.

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"Es kommen paralympische Gefühle auf"

In Sachen Behindertengerechtigkeit wurde allerdings viel getan. An den Wettkampfstätten führen fast überall Gummimatten für Rollstuhlfahrer durch den Schnee, Schlamm oder den aufgeschütteten Kies oder Sägespäne. Auch Rampen für Sportler und Zuschauer gibt es an den wichtigen Stellen. Die meisten Sportler wohnen in den Paralympischen Dörfern von Mailand, Predazzo und Cortina, die schon für die Olympioniken zum Einsatz gekommen sind.

"Es ist nicht so groß wie bei den Paralympics vor vier Jahren in Peking, wo alle zusammen waren", berichtet die sehbeeinträchtigte Langläuferin Linn Kazmaier: Aber wir sehen andere Sportler, können Pins tauschen. Da kommen schon paralympische Gefühle auf."

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