Champions-League-Finale:Arsenal fordert PSG: Das Duell der Gegensätze
von Florian Vonholdt
Während sich Paris ins Endspiel wirbelte, mauerte sich Arsenal nach Budapest. Die Londoner können Historisches schaffen - und sogar die "Invincibles" wieder aufleben lassen.
Will auch im Finale wieder jubeln: Ousmane Dembélé von Paris Saint-Germain.
Quelle: dpaWenn der FC Arsenal am Samstag nach 2006 zum zweiten Champions-League-Finale seiner Geschichte antritt (18 Uhr live im ZDF), reisen die Londoner mit zwei Bestmarken im Gepäck nach Budapest, wo sie auf Paris Saint-Germain treffen.
Zum einen stellen die Gunners mit nur sechs Gegentoren in 14 Spielen mit großem Abstand die stärkste Abwehr dieser Königsklassen-Saison. Torwart David Raya und seine Vorderleute spielten gleich neunmal zu Null - so oft wie keine andere Mannschaft.
Arteta kann das schaffen, was Wenger nie gelang
Zum anderen haben sie als einziges Team noch kein Königsklassenspiel verloren, stehen nach perfekter Ligaphase (acht Siege aus acht Spielen) bei elf Erfolgen und drei Remis. Arsenal kann also nach 2004, als der Klub mit Torwart Jens Lehmann ungeschlagen englischer Meister wurde, den Mythos der "Invincibles", der Unbesiegbaren, wieder aufleben lassen. Diesmal auf internationaler Bühne.
Die Champions-League-Saison des FC Bayern endet im Halbfinale gegen PSG. Im Rückspiel zeigt Paris eine defensiv überragende Leistung. Einige Schiedsrichter-Entscheidungen sorgen für Unmut.
06.05.2026 | 2:59 minSollte das gelingen, hat Trainer Mikel Arteta Historisches geschafft. Etwas, das nicht einmal der große Arsene Wenger vollbrachte: Den Triumph in der Champions League. Arsenals Vitrine für Europapokale ist ohnehin nur spärlich gefüllt. Nur der Europapokal der Pokalsieger (1994) und der Messepokal (1970) befinden sich dort.
PSG mit fast viermal so vielen Gegentoren
Das Duell um Trophäe Nummer drei gegen den Titelverteidiger wird eines der Gegensätze. Paris schoss die meisten Tore aller Teams - 44 in 16 Partien. Und kassierte mit 22 fast viermal so viele wie die Gunners, hatte aber durch den Umweg über die Playoffs zwei Spiele mehr zu absolvieren.
Der FC Arsenal steht erstmals seit 20 Jahren wieder in einem Champions-League-Finale. Den "Gunners" genügt ein Tor gegen Atletico Madrid, das sich nach Kräften gegen die Niederlage wehrt.
06.05.2026 | 2:59 minIm Schnitt traf PSG 2,8-mal pro Partie. Einzig der FC Bayern war in dieser Statistik erfolgreicher (3,1). Arsenal kommt auf lediglich 2,1 Treffer im Schnitt.
Arsenal will Revanche für Halbfinal-Aus
Kann Arsenals Bollwerk die Pariser Tormaschine stoppen? Im vergangenen Jahr lautete die Antwort nein. Die Franzosen setzten sich im Halbfinale durch, gewannen beide Partien (1:0 und 2:1) und schließlich zum ersten Mal den Henkelpott.
Das Champions-League-Halbfinale FC Bayern gegen Paris St. Germain ist ein Giganten-Duell. Trainer Luis Enrique hat bei PSG ein fast perfektes Team geformt - können die Münchner trotzdem gewinnen?
23.04.2026 | 14:45 minVon Vorteil ist zweifellos, dass die Gunners vor wenigen Tagen und nach 22 Jahren endlich wieder die Meisterschaft feiern konnten. Damit hat Arteta das Image des ewigen Zweiten abgestreift. Torwart Raya glaubt: "Das wird uns einen enormen Schub geben, wenn wir ins Champions-League-Finale gehen."
Stilkritik trotz großem Erfolg
Doch für die Art und Weise hagelte es reichlich Kritik. Paul Scholes etwa, zweimaliger Champions-League-Sieger mit Manchester United, sieht in Arsenal den "langweiligsten" Meister der Geschichte. Mit seiner Meinung steht er in England nicht allein da.
Weil Arsenal in Führung liegend, vor allem bei Ecken für so viele Spielverzögerungen sorgen würde, erzürnte sich Brightons deutscher Trainer Fabian Hürzeler nach dem direkten Duell im März: "Das ist kein Fußball!" Er würde "niemals" versuchen, auf diese Art Spiele zu gewinnen.
Arsenals Tor-Armut in der K.o.-Phase
Eine Stilkritik, von der sich die Engländer auch in der Königsklasse nicht freimachen können. Ab dem Achtelfinale schoss Artetas Team in sechs Spielen magere sechs Tore. Und das gegen Gegner wie Leverkusen, Sporting Lissabon und Atletico Madrid, die nicht zur absoluten europäischen Spitze zählen.
Zum Vergleich: PSG traf im Achtelfinal-Hinspiel gegen Chelsea und im Halbfinal-Heimspiel gegen Bayern je fünfmal und erzielte im Vergleichszeitraum satte 18 Treffer. Den Nordlondonern hingegen gelang nur einmal mehr als ein Tor - beim 2:0-Heimsieg gegen Leverkusen im Achtelfinale.
Wenig überraschend machte mal wieder der geflügelte Ausspruch von "boring, boring Arsenal" die Runde. Doch: Den Vorwurf der Langeweile wird sich Arteta gerne gefallen lassen, wenn er am Ende zur erfolgreichsten Saison der Klubgeschichte führt.
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