Senegal verliert Afrika-Cup-Titel: Marokko neuer Sieger

Paukenschlag im Fußball:Senegal verliert Afrika-Cup-Titel: Marokko neuer Sieger

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Paukenschlag im Fußball: Dem Senegal wurde nachträglich der Afrika-Cup-Titel aberkannt. Nun darf sich Marokko neuer Sieger nennen.

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Nach tumultartigen Szenen im Finale wurde Senegal der Sieg aberkannt und Marokko zum Gewinner erklärt. Nun will Senegal vor den Internationalen Sportgerichtshof ziehen und gegen die Entscheidung vorgehen.

19.03.2026 | 1:18 min

57 Tage nach dem skandalösen Endspiel um den Afrika Cup hat Marokko trotz der sportlichen Niederlage gegen Senegal überraschend den Sieg zugesprochen bekommen.

Das Berufungsgericht des afrikanischen Fußball-Verbands CAF gab dem Einspruch der Marokkaner statt und wertete die infolge fragwürdiger Schiedsrichter-Entscheidungen völlig aus dem Ruder gelaufene Partie mit 3:0 für die Gastgeber des Finales in Rabat.

Senegal hatte die von Tumulten begleitete Begegnung nach Verlängerung 1:0 gewonnen - und will nun gegen die nachträgliche Aberkennung des Titels Einspruch einlegen. Das Gericht stellte sich gegen die Entscheidung der CAF, die zunächst zwar zahlreiche Geldstrafen gegen beide Teams ausgesprochen, das sportliche Ergebnis aber nicht infrage gestellt hatte.

Urteil: Senegal hat das Spiel aufgegeben

In der Berufungsverhandlung wurde nun unter Verweis auf Artikel 82 des Regelwerks für den Afrika Cup befunden, das senegalesische Team habe durch das Verlassen des Platzes gegen Ende der regulären Spielzeit die Partie aufgegeben - und müsse daher als Verlierer gewertet werden.

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Dem Senegal ist der vor zwei Monaten gewonnene Titel nachträglich aberkannt worden. Nach den Tumulten im Finale wird Gastgeber Marokko nun zum Afrikameister erklärt.

18.03.2026 | 0:48 min

Der Verband war dagegen zu dem Urteil gekommen, dass das Team die Kriterien für eine Aufgabe nicht erfüllt habe, weil es nach der zwischenzeitlichen Unterbrechung zurück auf den Platz gekommen sei. Das Berufungsgericht sah das anders und reduzierte auch die ursprünglich verhängten Geldstrafen für den Co-Gastgeber der Fußball-WM 2030.

Senegals Verbandschef wettert über "Schande für Afrika"

Senegals nationaler Fußball-Verband will die Entscheidung nicht akzeptieren und vor den Internationalen Sportgerichtshof CAS ziehen, wie Generalsekretär Abdoulaye Seydou Sow noch am Abend im staatlichen Rundfunk RTS ankündigte: "Wir werden Kontakt mit unseren Anwälten aufnehmen und Rechtsmittel einlegen."

Wir werden vor nichts zurückschrecken. Das Recht ist auf unserer Seite.

Abdoulaye Seydou Sow, Generalsekretär des senegalischen Fußballverbands

Die Entscheidung des Berufungsgerichts sei eine "Schande für Afrika".

Die hitzige Partie und das Chaos hatten Folgen. Der afrikanische Fußball-Verband verfügte im Nachhinein eine Fünf-Spiele-Sperre und eine Geldstrafe über 100.000 US-Dollar für Trainer Pape Thiaw. Insgesamt wurde der senegalesische Verband wegen diverser Vergehen - darunter der versuchte Platzsturm senegalesischer Fans - zu 615.000 Dollar Strafe verurteilt. Zwei Spieler wurden gesperrt. Diese Strafen ließ das CAF-Berufungsgericht unangetastet.


Straferleichterungen für Marokko

Marokko dagegen bekam nicht nur den Sieg zugesprochen, sondern auch Straferleichterungen. Ursprünglich war der Verband zu insgesamt 315.000 Dollar Strafe verurteilt worden, der Großteil davon für das unsportliche Verhalten der Balljungen. Diesen Betrag reduzierte das Berufungsgericht von 200.000 auf 50.000 Dollar.

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Die 100.000-Dollar-Strafe für Mittelfeldspieler Ismaël Saibari hob das Gericht ganz auf, seine Sperre wurde von drei auf zwei Partien verkürzt, davon eine auf Bewährung. Die Strafe über 15.000 Dollar für den Einsatz von Laserpointern durch marokkanische Fans reduzierte das Gericht auf 10.000 Dollar.

Bestehen blieben bloß die Geldstrafe für den Verband über 100.000 Dollar im Zusammenhang mit den Protesten gegen den Videoschiedsrichter sowie die Zwei-Spiele-Sperre für Hakimi. Ein Spiel davon war schon vom afrikanischen Verband für ein Jahr auf Bewährung ausgesetzt gewesen.

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Quelle: Reuters

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Quelle: dpa, SID
Über dieses Thema berichtete das heute journal update am 18.03.2026 ab 00:14 Uhr.

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