US-Midterms 2026: Trump kämpft um die Mehrheit im Kongress

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Verstehen, wie Trump die USA verändert:So war das nicht versprochen

Elmar Theveßen

von Elmar Theveßen

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Knapp drei Wochen vor den Midterms droht Trump der Machtverlust im Kongress. Was Wettquoten verraten, wie Elon Musk den Wahlkampf beeinflusst und was die Demokraten bewegt.

US-Präsident Donald Trump steht im Freien vor blauem Himmel, trägt eine rote Kappe und breitet beide Arme aus. Vor ihm sind zwei Mikrofone mit Windschutz zu sehen.

Guten Morgen,

es ist groß, gelb und unübersehbar. Am Straßenrand in Greeley, Colorado, haben mein Team und ich ein Plakat entdeckt, das wie die Faust aufs Auge zu den bevorstehenden Midterm-Wahlen passt. Da steht: "Zeitung sucht betrogene Trump-Wähler." Darunter die E-Mail-Adresse, bei der man sich melden kann. Vermutlich tun das nur wenige, weil sie es zu peinlich finden. Aber betrogene Wähler gibt es viele.

Sein Versprechen vom Goldenen Zeitalter hat er so was von gebrochen. Die Inflationsrate ist im September auf 3,7 Prozent geklettert, immer mehr Menschen überziehen ihre Kreditkarten, um Lebensmittel und Treibstoff zu kaufen. Die Wahrscheinlichkeit, dass die Demokraten die Mehrheit im Repräsentantenhaus erobern, liegt laut Prognosen des US-Wahlanalyseportals VoteHub bei 84 Prozent, im Senat bei 59 Prozent.

Die drohende Niederlage macht den US-Präsidenten noch unberechenbarer. Der Wirtschaftswissenschaftler und Nobelpreisträger Paul Krugman befürchtet, dass Trump sich rächen wird - indem er die Wahlen für ungültig erklärt und dann aus purer Wut eine Politik macht, die Amerika schwersten Schaden zufügt.

Es steht also viel auf dem Spiel. Ich bin Elmar Theveßen, ZDF-Korrespondent in Washington. Gemeinsam mit dem Team vom auslandsjournal zeige ich Ihnen, mit welchen Mitteln Trump und seine Unterstützer um die Macht kämpfen.

Die Silhouette Donald Trumps vor einer US-Flagge, darunter der Schriftzug "Der Trump-Effekt"

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USA-News der Woche

Midterms: Der Kampf um Wahlkreisgrenzen

US-Korrespondentin Katharina Schuster steht in einem blauen Oberteil mit kurzen Ärmeln auf dem Rasen vor dem US-Kongressgebäude in Washington DC und spricht in die Kamera. Ihre langen braunen Haare fallen ihr über die rechte Schulter nach vorne. Sie trägt eine dunkle Hose.

Strategisch gezogene Wahlkreisgrenzen können bei den US-Zwischenwahler über Sitze im Kongress entscheiden. So funktioniert Gerrymandering.

16.10.2026 | 1:25 min

Kopf der Woche: Katie Zacharia

Katie Zacharia steht hinter dem Rednerpult im Pressesaal des Weißen Hauses. Im Vordergrund strecken zahlreiche Journalisten ihre Hände in die Höhe, um Fragen zu stellen.

Noch Fragen? Das war’s schon.


An Fragen fehlte es nicht - an Antworten schon eher: Katie Zacharia bei ihrer ersten Pressekonferenz als Trumps Sprecherin im Weißen Haus am Dienstag. Nach nur 14 Minuten war Schluss. Sie rief drei Journalisten auf - von Fox News, Breitbart und der Daily Mail, allesamt konservative oder rechte Medien. Für weitere Fragen verwies sie auf den Präsidenten. Der lobte ihren Auftritt noch am selben Tag als "exzellent".

In den Sozialen Medien sorgte ihr Auftritt dagegen für Spott. Auch ihre beruflichen Angaben gerieten in die Kritik: Eine Reuters-Recherche fand keinen Nachweis für ihre Zulassung als Anwältin in den USA. Inzwischen räumte sie ein, die Anwaltsprüfung nicht bestanden zu haben.

Nun ist ihre Zeit als Trumps Sprecherin nach gerade einmal fünf Tagen im Amt vorbei. Nach Angaben von Regierungsvertretern gegenüber Reuters wurde sie am Freitag entlassen. Zuvor hatte Trump ihr nahegelegt, ihre Tätigkeit zu überdenken. Dabei verwies er auf den aus seiner Sicht harten Umgang der Medien mit ihr: Sie müsse diesen Job nicht machen, wenn sie nicht wolle. Mehr über Katie Zacharia und ihren ersten Auftritt am Dienstag berichtet unsere Washington-Korrespondentin Katharina Schuster.

Grafik der Woche

Drei Wochen vor den Zwischenwahlen richtet sich der Blick vor allem auf den US-Senat. Meinungsumfragen deuten in mehreren umkämpften Bundesstaaten auf ein knappes Rennen hin. Wer auf der Wettplattform Polymarket Geld auf den Wahlausgang setzt, scheint dagegen eine klarere Vorstellung zu haben: Ende August überholten die Demokraten dort die Republikaner, seitdem ist ihr Vorsprung gewachsen.

Polymarket befragt keine Wähler. Stattdessen setzen Nutzer echtes Geld auf den Wahlausgang. Die Werte zeigen deshalb, welchen Ausgang die Wettenden erwarten. Allerdings haben nicht alle gleich viel Einfluss: Laut einer Datenanalyse entfallen bei Wetten auf den US-Kongress rund 70 Prozent des Handelsvolumens auf das aktivste Prozent der Konten. Wenige können die Quoten also stark beeinflussen.

Zahl der Woche: 276 Millionen Dollar

2024 hüpfte Elon Musk noch neben Trump auf die Wahlkampfbühne. Diesmal hält er sich öffentlich stärker zurück - und lässt sein Geld sprechen: Seit Juli hat Musk US-Medienberichten zufolge mehr als 276 Millionen Dollar an Organisationen gespendet, die republikanische Kandidaten unterstützen. Damit ist er der größte bekannte Geldgeber dieser Zwischenwahlen.

Anhänger der Demokratischen Partei auf einer Tribüne mit "Elect Democrats"-Plakaten.

14.10.2026 | 7:11 min

Unser Podcast diese Woche: Diesel-Grüße aus Moskau

Die Antwort der EU auf Trumps Diesel-Deal mit Putin fällt diese Woche deutlich aus: mehr Druck auf Russland, weitere Unterstützung für die Ukraine. Auch die EU-Beitrittsverhandlungen sollen vorankommen. Trump verschärft dagegen den Ton gegenüber Kiew und bezeichnet ukrainische Angriffe auf russische Ölanlagen als eine "Schande".

Und Trump kann Kiew weiterhin unter Druck setzen. Das Land ist nach wie vor auf US-Geheimdienstinformationen, europäisch finanzierte US-Waffenlieferungen und das Satellitennetz Starlink angewiesen. Laut Medienberichten droht Washington, den Geheimdienstaustausch und die Waffenlieferungen zu stoppen. Was das für die Ukraine bedeutet und welche Möglichkeiten Europa bleiben, erfahren Sie in unserer aktuellen Podcastfolge.

Donald Trump mit erhobener Faust als Schattenriss vor US-Flagge, darunter Schriftzug: "Der Trump Effekt - Diesel-Grüße aus Moskau, rechts davon Foto: grinsender Donald Trump mit erhobenem Zeigefinger

13.10.2026 | 64:05 min

Schön, dass Sie wieder dabei waren. Nächsten Samstag lesen wir uns wieder.

Viele Grüße

Elmar Theveßen und das Team vom auslandsjournal.

Über dieses Thema berichtete das ZDF im Podcast "Der Trump-Effekt" am 13.10.2026 um 12:00 Uhr.

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